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Höhepunkt war das erste Aufeinandertreffen des Oberbürgermeisters (Foto links, r. ) mit seinem Zwillingsbruder (Stefan Ernst). 

Marthabräuhalle

Starkbier-Einfluss: OB sieht sich doppelt

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Man beschafft sich einen Doppelgänger, zapft zwei identisch aussehende, aber unterschiedlich befüllte Bierfassl an, stellt sich vor die Würstlbude am Viehmarktplatz und nimmt den Derbleckern den Maulkorb ab – das sind die Zutaten für eine perfekte Starkbierlaune. Zu hören und sehen beim vielumjubelten Kaltenberger Gaudiabend in der Marthabräuhalle.

Fürstenfeldbruck – Stehende Ovationen für den Oberbürgermeister. Frenetisch wird das Stadtoberhaupt bejubelt wie ein Popstar – der Traum eines Kommunalpolitikers erfüllt sich an diesem Samstagabend für Erich Raff. Und verschwindet auch gleich wieder so schnell wie die Schaumkrone auf der Ritterbock-Maß. Denn der nicht enden wollende Applaus beim Starkbieranstich gilt einem, der genauso aussieht wie der OB, genauso spricht wie der OB, genauso gestikuliert wie der OB und auf der aufgeklebten Glatze einen genauso schimmernden Leberfleck hat wie der OB. Ob es Stefan Ernst überhaupt bewusst war, wie nah er dem wahren OB gekommen ist?

Es war das Glanzstück des Abends, das der Hauptdarsteller und seine nicht minder beeindruckenden Schauspielerkollegen vom Brucker Brettl bei ihrem Viehmarkt-Einakter auf die Bühne gezaubert haben. Da musste sich selbst ein Star-Comedian wie der danach folgende Wolfgang Krebs mächtig strecken, um die schon überschwappende Bierseligkeit noch einmal auf den höchsten Stimmungspegel zu bringen. Was freilich für das Seehofer/Stoiber/Söder-Double ein Kinderspiel war.

Pünktlich zum Brettl-Einakter aus Passau angereist, gab es von Krebs danach bei einer Maß Ritterbock noch den Ritterschlag für Stefan Ernst, der im richtigen Leben Geschäftsleiter bei einem Münchner Metallbau-Unternehmen ist: „Phänomenal“, urteilte das Profi-Double über den Laien-Doppelgänger.

Vor sechs Wochen, so erläuterte der in Esting geborene und jetzt in Emmering lebende Raff-Imitator, habe er sich erstmals mit dem OB befasst, ihm bei einer Stadtratssitzung zugehört und beobachtet. Herausgekommen ist ein Zwillingsbruder. An dem Stück haben die Darsteller (Markus Klose von Waldreuth, Florian Pulfer, Susanne Droth, Oliver Schmalz, Viktoria Heitmeir, Florian Oelmaier und Lena Jakat) gemeinsam mit Regisseurin Erika Pulfer seit Weihnachten gefeilt und geschliffen. Herausgekommen ist ein Blick aus der ältesten Würstlbude am Platz hinaus in die Brucker Echtzeit.

Für viele Besucher war der mehr als vierstündige Derblecker-Abend der beste Fastenzeit-Auftakt seit Jahren. Beim Debüt von Volksfestwirt Jochen Mörz als neuer Hausherr in der Marthabräuhalle und dem benachbarten Brucker Brauhaus – im März wird offiziell wiedereröffnet – wollten die Schenkelklopfer einfach kein Ende nehmen.

Zunächst vom Musikzug Holzkirchen und dem frisch verpflichteten Moderator Bernhard „Fleischi“ Fleischmann (der „Frühaufdreher“ vom BR-Radio) auf Tusch-Touren gebracht, fühlten sich die vom Miesbacher Krüglredner Wolfgang Ober aufs Korn genommenen Stadtpolitiker eher geehrt, als auf den Schlips getreten. Sogar die arg durch den Kakao gezogene Stadträtin Alexa Zierl empfand sich als „herrlich dargestellt“ und hatte nach eigener Aussage „Tränen gelacht“. Alt-OB Sepp Kellerer hätte sich zwar „ein paar Spitzen mehr“ gewünscht, will aber eine „wesentlich bessere Krüglrede“ herausgehört haben als im Vorjahr.

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