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Selfie mit Angie: Moderator Stefan König (von der Brauerei) mit Antonia von Romatowski.

Starkbierfest in Fürstenfeldbruck

Die Kanzlerin zu Besuch im Irrenhaus

Premiere beim Starkbierfest der Königlichen in Bruck: Ritterbock und Weizenbock spritzen gleichzeitig die Besucher der ersten Reihe nass. Krüglredner Wolfgang Ober knöpfte sich die die zahlreichen OB-Kandidaten vor – und das Brucker Brettl verwandelte die Bühne in eine Irrenanstalt.

Fürstenfeldbruck Die royale Prominenz war durch die derzeitige bayerische Bierkönigin Sabine-Anna Ullrich sichergestellt, nachdem Prinz Luitpold wegen einer Familienfeier im Ausland fehlte. Aber weil es wieder einmal ein Starkbierfest zur Wahlkampfzeit gab, war die Polit-Prominenz ziemlich vollständig: fast alle OB-Kandidaten versammelten sich „wie Kommunionkinder vor dem Pfarrer“ (Krügl-Redner Wolfgang Ober). Bevor sie der „Ober-Braumeister“ einzeln derbleckte, wurden sie Augenzeugen eines Synchron-Anzapf-Duells zwischen Landrat Thomas Karmasin und dem amtierenden Bürgermeister Erich Raff. Weil beide so taten, als würden sie in beständigem Klopfen ein Eisen schmieden, gab’s eine Doppeldusche mit Ritter- und Weizenbock.

Doppeltes Anzapfen: Der amtierende Brucker Bürgermeister Erich Raff (vorne) und Landrat Thomas Karmasin richteten eine rechte Sauerei an.

Ober stellte dann die OB-Anwärter vor und bemerkte, dass es lauter neue Gesichter gibt – bis auf Georg Stockinger, der seine alten Wahlplakate noch im Keller liegen hatte und nur mit der aktuellen Jahreszahl überkleben musste. Dass Karin Geißler nicht mehr kandidiert, bedauerte Ober, noch dazu, weil man auch noch Alexa Zierl verloren habe: „Koa oanzige Frau ois Kandidat – wos isn da mit da Frauenquote?“.

„Amper-Pronold“ Philipp Heimerl (SPD) gestand er, dass er beim Lesen seines 23-seitigen Wahlprogramms mehrmals eingeschlafen sei, beim CSU-Kandidaten Erich Raff erkannte er Widersprüche: „Im Rathaus-Report schreibens, dass persönliche Anfeindungen nicht angebracht sind, und dem SPD-Finanzreferenten Walter Schwarz hams jetzt mit einer Anzeige gedroht“.

„Wer’s in Landtag ned schafft, kanns ja ois Bürgermoasta in Bruck probiern“, sagte Ober zum Grüne/BBV-Kandidat Martin Runge. Eine Verschärfung am Brucker Wohnungsmarkt prophezeite er, falls der Gröbenzeller Runge die Wahl gewinnt – denn dann muss er nach Bruck umziehen.

Wolfgang Ober

Als Gruppensitzung therapiebedürftiger Patienten gestaltete das Brucker Brettl den extra für den Abend inszenierten Einakter. Moderator und Brauerei-Sprecher Stefan König hatte diesen vergleichbar mit dem Film „Einer flog übers Kuckucksnest“ angekündigt. Herr Gerngroß und seine Praktikantin Jenny begrüßten das Publikum als Teilnehmer eines Managementseminars zur Personalakquise und begaben sich auf die Suche nach „einem neuen Kopf“ für Fürstenfeldbruck, das auf dem Luftbild wie eine Bananenrepublik an der Amper aussieht. Während die Frage nach den Fähigkeiten eines OB weitgehend ergebnislos verlief, animierten sie die Zuschauer zu einem Schunkel-Lied, dessen Refrain mit der Feststellung endet, dass die (politische) Farbe „koa Sau“ interessiert“ und eher tragisch fand, dass „koa Frau“ kandidiert.

Zu einem umjubelten Event geriet der Auftritt von Antonia von Romatowski, die die Angela Merkel gab – nicht zuletzt deswegen, weil die Brauerei noch Selfie-Gelegenheiten mit und ohne Merkel-Raute ausgehandelt hatte. Die Schauspielerin, die kürzlich auf dem Nockherberg zu sehen war, genoss als „Angie“ den Termin in Bruck, weil sie sich „morgen in Berlin wieder um den anderen Scheiß kümmern muss“. Mit viel Selbstironie haderte sie mit ihrem Amt, bei dem sie „eine hochkompetente Ministerriege und Alexander Dobrindt unterstützt“. Darauf eine Flasche Bier, das die Brauerei passenderweise in einer Spezialabfüllung als „Kanzlerinnen-Festtagsbier“ mit entsprechendem Etikett für den Nachhauseweg spendierte.

Brucker Starkbierfest mit Merkel-Einlage: die Bilder

von Max-Joseph Kronenbitter

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