Die Umfahrung von Olching kommt

Straßenbauer packen Brennpunkte an

Einige Projekte sollen heuer beginnen, andere werden geplant und bei wieder anderen herrscht Stillstand: Die Straßenbauer vom Staatlichen Bauamt haben ihre Jahresplanung vorgestellt. Ein Thema dabei erneut: der miserable Zustand der Brucker Amperbrücke.

Fürstenfeldbruck– Das größte Projekt, das heuer wirklich begonnen werden soll, ist der Bau der Olchinger Ortsumfahrung. Geplant ist, Ende des Jahres mit den Vorarbeiten zu starten. Das heißt: Es werden Leitungen verlegt und es wird der Oberboden der Trasse abgetragen, damit Archäologen ihre Untersuchungen anstellen können. Da es im fraglichen Gebiet Feldlerchen gibt, ist ein Beginn im Sommer ausgeschlossen.

Umgehung Olching 1,7 Kilometer lang

Der Grunderwerb sei insgesamt noch nicht ganz abgewickelt, erklärte Alex Eder vom Straßenbauamt. Entsprechende Gespräche laufen. Das Gut Roggenstein habe 20 Hektar an Tauschflächen bereitgestellt. Jetzt geht es um die Frage, wer welchen Grund bekommt – und um die Wertermittlung der Grundstücke auf der Trasse für einen denkbaren Erwerb. Die Südwest-Umfahrung Olching wird 1,7 Kilometer lang und soll 4,7 Millionen Euro kosten.

Ausbau der Straße nach Lochhausen

Ganz sicher heuer begonnen werden soll mit dem Bau der Behelfsumfahrung für die Straße von Gröbenzell nach Lochhausen, die dann im Jahr 2018 ausgebaut werden soll. Die Grundstücke für die Umfahrung, die nach den Arbeiten wieder entfernt wird, seien gesichert, sagte der zuständige Abteilungsleiter Stefan Meier. „Da ist alles in trockenen Tüchern.“ Die einen halben Kilometer kurze Straße gilt mit 25 000 Autos je Tag als stark belastet. Sie soll verbreitert werden. Kostenpunkt: 1,2 Millionen Euro. Die Erlbach-Querung soll heuer noch erneuert werden.

Kreisverkehr bei Puch

Weiter geplant wird auch am Kreisel der B 2 bei Puch, nachdem Denkmalschützer Bedenken angemeldet hatten. Der Planer arbeite daran, eine Alternativ-Lösung zu schaffen. Aber das dauere eben, sagte Eder.

Ampel bei Germering an Ausfahrt der A 96

Ebenfalls auf der Agenda für 2017: Der Bau einer Ampel an der Einmündung des Süd-Anschlusses zur A 96 bei Germering, die Erneuerung der Mühlgrabenbrücke zwischen Maisach und Überacker. Danach folgt hier die Fahrbahnsanierung, wobei Schutzplanken errichtet werden sollen. Dem könnten einige Bäume weichen müssen, wobei hier noch Abstimmungen mit dem Naturschutz nötig seien, sagte Eder. Sicher sei aber: „Wir schneiden nicht alle Bäume um.“ Denkbar seien spezielle Absicherungen, um mit ihnen so nah wie möglich an die Bäume heranzukönnen. Insgesamt müsse das Straßenbauamt allein aufgrund geltender Richtlinien bei einer Sanierung wie dieser auch die Sicherheit im Seitenraum betrachten.

Problem Amperbrücke

Bei der Brucker Amperbrücke bleibt das Straßenbauamt dabei: Eine Sanierung ist nicht wirtschaftlich, ein Neubau ist notwendig. Das von der Stadt in Auftrag gegebene Gegengutachten liege im Straßenbauamt nicht vor, könne daher auch nicht beurteilt werden, sagte Meier. Insgesamt sei der Zustand der Brücke so schlecht, dass kurzfristige Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit in den Blick rücken. Denkbar sei eine weitere Tonnage-Beschränkung oder Stützbauten. Das werde gerade geprüft.

Langfristige Verbesserungen

Neben diesen konkret anstehenden Maßnahmen laboriert das Straßenbauamt fußend auf dem Bundesverkehrswegeplan auch an langfristigen Planungen, wie Abteilungsleiter Meier sagte. Mittlerweile müsse man den Landkreis Fürstenfeldbruck wie den ganzen Großraum München betrachten. Man stehe vor der großen Herausforderung, die zunehmende Verkehrsmenge zu managen.

Im vordringlichen Bedarf liegen der vierspurige Ausbau der B 471 zwischen Esting und Geiselbullach (jetzt Planungsbeginn), der vierspurige Ausbau der B 471 zwischen Bruck-Ost und Esting sowie die Ortsumfahrungen von Mammendorf, Hattenhofen und Althegnenberg, wobei Meier auch klarmachte, dass man unmöglich alles gleichzeitig in Angriff nehmen könne. Oberste Priorität in der Planung haben deshalb alle Autobahnzubringer.

B 2 in der Brucker Innenstadt

Nichts neues gehört habe man auch in Sachen Entwidmung der B 2 in der Brucker Innenstadt von ihrer Eigenschaft als Bundesstraße. Von einem (erneuten) Antrag der Stadt diesbezüglich jedenfalls sei im Straßenbauamt nichts bekannt.

Im Zusammenhang mit der denkbaren weiteren Tonnagebeschränkung (im Moment sind maximal 16 Tonnen je Fahrbahn zugelassen, also insgesamt 32) der Amperbrücke in Bruck war beim Gespräch mit dem Straßenbauamt auch die Sorge aufgetaucht, dass dann Busse nicht mehr darüber fahren dürften. Dem trat der Kreis-ÖPNV-Experte Hermann Seifert auf Tagblatt-Nachfrage klar entgegen. Zu 90 Prozent fänden Busse Verwendung, die ein Leergewicht von zwölf Tonnen aufweisen. Wenn ein Bus komplett besetzt ist, was selten vorkommt, gerade auf der Amperbrücke, kommen etwa 3,5 Tonnen dazu. Außerdem würden ja nie zwei Busse gleichzeitig über die Brücke fahren, sodass die 36 Tonnen an zulässigem Gesamtgewicht nie erreicht würden. Die neu eingerichteten Linien fahren zudem ohnehin nicht mehr über die Amperbrücke. Im Übrigen könnte man einer eventuellen Beschränkung auch mit einem Schild „Linienverkehr frei“ begegnen. (st)

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