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Die Unfaltstraße heißt nach einer Bürgerfamilie. 

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Straßennamen in Fürstenfeldbruck: Der Richter von Nannhofen

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Über Jahrhunderte waren die Unfalts mutige und verdienstvolle Männer. 

Fürstenfeldbruck – Der bekannteste aus dem inzwischen ausgestorbenen Bürgergeschlecht, das zunächst das Troidl-Haus in der Schöngeisinger Straße und dann das Schuhmacher-Albertshofer-Anwesen „Zum roten Glaser“ besaß, war Johann Unfalt. Er lebte zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Bruck. Von 1630 bis 1640 war er in Fürstenfeldbruck als Schulmeister – auch Magister genannt – und Gerichtsprokurator tätig, wie in der Rodatus-Chronik zu lesen ist. Am 1. Juli 1641 wurde Unfalt zum Richter von Nannhofen ernannt.

Das Amt des Gerichtsprokurators in Bruck übte er weiterhin aus – und das war für die Brucker durchaus ein Vorteil. Denn während der Schwedenkriege stand er als Ratgeber zur Seite und zahlte fürs sogenannte Burgerrecht. Kraft seines Amtes konnte er auch manchen Fall zu Gunsten der Bauern richten. Auch als in Nannhofen die Pest ausbrach, die ein Bettelweib eingeschleppt haben soll, wusste er Rat.

Bürgerrecht für Unfalt

Selbst seinem Sohn Thomas Unfalt – einem Glaser, der 1645 als Bürger aufgenommen wurde – waren die Bürger von Bruck zu Dank verpflichtet. „In Ansehen seines Vaters, welcher von der Zeit des Krieges die Bürgerschaft sehr dienlich gewesen ist, zahlt Thomas Unfalt Burgerrecht“, steht in einer Urkunde geschrieben, die auch Jakob Groß in seiner Chronik zitiert.

Die Unfalts lebten viele Jahrzehnte weiter in Bruck, als Glaser, Schneider, Schmiede, Köche und Metzger. Dem Theologen Jakob Unfalt wurde 1764 von den Stadtvätern der sogenannte Tischtitel – eine Versorgungszusage – verliehen, wie Jakob Groß berichtet. Der letzte Träger dieses Namens war um 1782 der Metzger und Koch Bernhard Joseph Unfalt, der Besitzer als des Seiler-Schwalber-Anwesens bezeichnet wurde.

Im Jahr 1921 wurde die Straße am Volksfestplatz nach der Familie Unfalt benannt. Dass die Unfaltstraße heute noch so heißt, ist übrigens keine Selbstverständlichkeit. Denn in der Amtszeit von Bürgermeister Leonhard Plonner gab es einen Antrag, diese in Jahnstraße umzubenennen, wie aus einem alten Zeitungsbericht zu erfahren ist. Diesem wurde jedoch nicht stattgegeben. 

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