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Straßennamen: Jetzt werden Bürger befragt

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Sollen Straßennamen mit Nazi-Hintergrund weg oder nicht? In Bruck zieht sich diese Debatte seit Jahren. Nun können dieBürger neue Namen vorschlagen.

Fürstenfeldbruck – In der Debatte um die Umbenennung von Straßen mit Namensgebern aus der Nazi-Zeit dürfen Brucker nun selbst konkrete Vorschläge einbringen. Sie können diese online oder über den Rathaus-Report bis zum 1. Oktober bei der Stadt einreichen (siehe Kasten). Das haben die Mitglieder des Kulturausschusses beschlossen. Das Gremium will Mitte November dem Stadtrat eine Empfehlung abgeben. Zuvor will ein Arbeitskreis über die Vorschläge beraten.

Straßen sollen auch nach Widerstandskämpfern benannt werden

Es ist ein Marathon. Und noch ist kein Ende in Sicht. Seit vier Jahren wabert das Thema durch Sitzungen des Stadtrates, Kulturausschusses und Arbeitskreises. Die Bürger meldeten sich bei mehreren Veranstaltungen zu Wort. Sie wollen mehrheitlich die Namen der Straßen behalten. Bisher konnte sich der Stadtrat zu keiner endgültigen Entscheidung durchringen. Letztlich fehlt damit die Antwort auf die Frage: Müssen Straßen weg, die nach Menschen mit Nazi-Hintergrund benannt sind?

Immerhin gibt es konkrete Anregungen. Eine Mehrheit des Arbeitskreises „Straßennamen“ hat sich dafür ausgesprochen, folgende Straßen nach angesehenen Persönlichkeiten zu benennen, darunter Widerstandskämpfer während des NS-Regimes und Friedensnobelpreisträger: Edererstraße in Bertha-von-Suttner-Straße, Eschenauerstraße in Ossietzky-Straße, von-Gravenreuth-Straße in Stauffenberg-Straße, Josef-Priller-Straße in Quidde-Straße, Zenettistraße in Baudissin-Straße (alle Fliegerhorst) und Langbehnstraße in Edigna-Straße (Puch).

Fürstenfeldbrucker Stadtrat kann frühestens Ende 2017 entscheiden

Entgegen früherer Beschlüsse plädiert man nun dafür, die Kögelstraße und Günther-von-Maltzahnstraße (beide Fliegerhorst) zu belassen. Bei der Hindenburgstraße (eventuell Willy-Brandt-Straße) und der Wernher-von-Braun-Straße (Georg-Elser-Straße) herrscht im Arbeitskreis ein Patt.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Kulturausschuss die Ergebnisse zur Kenntnis genommen und beschlossen, die Bürger bis Oktober um weitere Vorschläge zu beten. Das Gremium will im November noch einmal darüber beraten. Damit könnte der Stadtrat frühestens gegen Ende des Jahres eine endgültige Entscheidung fällen.

Klaus Quinten (BBV) forderte, bei diesem Thema auf die Tube zu drücken. In der nächsten Sitzung müsse der Kulturausschuss dem Stadtrat etwas empfehlen, sagte er. Daher setze er sich dafür ein, einen Stichtag für die Einreichung weiterer Vorschläge festzusetzen. Das sahen auch die anderen Ausschussmitglieder so.

Eine kurze Diskussion entwickelte sich bei der Frage, wer überhaupt Ideen einbringen darf: Alle Brucker oder nur die Anwohner der betroffenen Straßen? Georg Jakobs (CSU) plädierte dafür, nur die Bürger, die in den Straßen wohnen, anzuschreiben, ob sie neue Namen vorschlagen wollen. Dem widersprach unter anderem Philipp Heimerl (SPD), der ein „unaufwendiges Verfahren“ empfahl. Auch Birgitta Klemenz (CSU) stellte sich gegen die Meinung aus ihrer Fraktion. Sie sagte, wenn, dann müssten schon alle Bürger mitmachen dürfen.

So können die Bürger Namen für die Straßen vorschlagen

Wer Namen zu den einzelnen Straßen vorschlagen möchte, kann dies über zwei verschiedene Wege tun.

  • Online: Die Öffentlichkeitsabteilung der Stadt plant, auf der Internetseite www.brucker-stadtgespraeche.de eine entsprechende Mitmach-Funktion einzurichten. Wie genau das ablaufen wird, war am Donnerstag noch unklar. Im Rathaus rechnet man damit, dass die Funktion voraussichtlich ab Ende nächster Woche freigeschalten ist. Ab dann können Interessierte Vorschläge einreichen.
  • Rathaus-Report: Wer kein Internet hat, kann sich trotzdem beteiligen: In der August-Ausgabe des Rathaus-Reports findet man entsprechende Formulare, die man ausfüllen und dann der Stadt postalisch zurückschicken kann,

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