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Die Langbehnstraße in Puch bekam ein Schild

Langbehn und Wernher-von-Braun

Straßennamen im Visier von Satire-Partei

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Fürstenfeldbruck - Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob diverse Straßen in Bruck umbenannt werden sollen. Unlängst wollte der Stadtrat wieder keine Entscheidung treffen.

Die Mitglieder der Satire-Partei „Die Partei“ konnten das Nichtstun nicht mehr ertragen – und setzten ein Zeichen. Arbeitskreis, Ausschuss, Stadtrat: Die Frage, ob etliche Straßen im Stadtgebiet umbenannt werden sollen, wurde in vielen Gremien nicht nur einmal diskutiert. Zuletzt schickte der Stadtrat das Thema wieder zurück in den Arbeitskreis statt eine Entscheidung zu fällen.

Unterm Strich stellt sich die Frage: Müssen Namensgeber mit rechtem Hintergrund weg? Sollen sie bleiben, weil auch dieser Teil der Geschichte nicht vergessen werden darf? Oder sollte man die Schilder mit Info-Tafeln versehen, auf denen dargestellt wird, dass dieser Mensch nicht nur Gutes getan hat. Beispiel: „Wernher von Braun war ein Pionier der Raumfahrt, nahm aber zum Bau seiner Rakete Zwangsarbeit während des Dritten Reichs mindestens in Kauf.“

Um die Infotafeln hat sich der Ortsverband der Partei „Die Partei“ jetzt gekümmert. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hängten einige Mitglieder jeweils vier Plakate an der Wernher-von-Braun-Straße in Bruck und an der Pucher Langbehnstraße auf. „Das sind die beiden, die für uns am schlimmsten waren“, sagt Partei-Vorsitzender und Stadtrat Florian Weber. Auf der Internet-Plattform Facebook – wo die Mitglieder Fotos ihrer Aktion öffentlich machten – wurde am nächsten Tag heftig über den satirisch anmutenden Inhalt der Plakate gestritten.

Der Inhalt:

Plakate hingen auch an der Wernher-von-Braun-Straße.

Über von Braun ist mit schwarzer Schrift auf weißem Papier zu lesen: „Er war ein nationalsozialistischer Opportunist und Wissenschaftler.“ Am Ende heißt es: „Dieses Schild haben wir nicht als Ehrung angebracht, sondern als Appell: Man kann alles erreichen, wenn man nur bereit ist, seinen Erfolg auf dem Rücken anderer aufzubauen.“ Über Langbehn schreiben die Mitglieder der Partei: „Er war ein antisemitischer Schriftsteller und Kulturphilosoph, der in Puch begraben ist.“ Und: „Wir wollen den Namen nur deswegen nicht ändern, weil die Brucker Bevölkerung sonst Gefahr läuft, dass sie sich nicht mehr mit dem Thema Ausländerfeindlichkeit (...) beschäftigt.“

Florian Weber sagt: „Es nervt einfach, dass sich alles ewig zieht.“ Er kritisiert, dass die Stadträte erst für eine Umbenennung waren und wegen des Widerstandes der Anwohner – die die Namen größtenteils behalten wollen – eingeknickt sind.

Bei der Stadt sieht man die Aktion gelassen. „Weil die Schilder nur mit Kabelbindern locker angebracht waren, werden wir keine Gebühr verlangen“, sagt eine Sprecherin. Prinzipiell stelle die Aktion aber eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Schilder an der von-Braun-Straße hat die Polizei laut der Stadt in den Morgenstunden nach dem Aufhängen entfernt, weil sie die Sicht auf ein Schild behinderten. „In Puch waren keine Schilder mehr zu sehen, als ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes dort war“, heißt es aus dem Rathaus.

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