Gericht

Streit mit Vermieter eskaliert

Fürstenfeldbruck – Unstimmigkeiten zwischen Vermieter und Mieter sind keine Seltenheit. In Bruck wurden sich zwei Männer nicht einig. Es kam zu Handgreiflichkeiten. Nun stand der Vermieter vor dem Brucker Amtsgericht. Der Vorwurf: Er soll seinem Mieter so mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, dass die Lippe des Mannes aufplatzte. Gegen den Strafbefehl hatte der 73-Jährige Einspruch eingelegt.

Der Streit zwischen den beiden schwelt schon länger. Der 54-Jährige war lange Zeit als Hausmeister für den Angeklagten tätig. 2014 hatte der 73-Jährige seinem Angestellten aber gekündigt, weil er laut ihm den Heizungsraum des Hauses zweckentfremdet hatte. Im März gerieten die beiden in der Garage des Mieters aneinander. Der Hausbesitzer wollte an dem Tag von einem Elektriker Bewegungsmelder rund um sein Haus einbauen lassen. Dafür musste er die Garage seines Ex-Hausmeisters betreten. Dort verlaufen Stromleitungen.

Was in der Garage passierte, darüber gingen die Aussagen der beiden vor Gericht weit auseinander. Der Mieter (54) berichtete, sein Kontrahent habe ihn mit der Faust „voll ins Gesicht“ geschlagen. Der Angeklagte aber bestritt dies.

Anlass des Streits: In der Garage hatte der 73-Jährige diverse Geräte entdeckt. Darunter einen Kompressor und eine Seilwinde. Den Strom dafür habe der 54-Jährige aber nicht gezahlt, sondern als Allgemeinstrom abgerechnet. Der Vermieter machte ihm klar: „Das ist Diebstahl.“ Die beiden waren sich vor Gericht uneinig, ob daraufhin einer den anderen aus der Garage schieben wollte oder ob einer der Streithähne den anderen einsperren wollte. Ein damals anwesender Elektriker äußerte sich als neutraler Zeuge. Er sprach zwar davon, dass eine Hand des Angeklagten im Gesicht des Mieters gelandet sei, konnte aber nicht sagen, ob der Schlag gezielt war und ob die Hand zu einer Faust geballt war.

Der Staatsanwalt entschied am Ende, man müsse davon ausgehen, dass der Angeklagte fahrlässig gehandelt habe. Verurteilt wurde der 73-Jährige nicht. Sobald er 1000 Euro an das BRK gezahlt hat, wird das Verfahren eingestellt.

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