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Beispielfoto: Die Eishalle in Miesbach

Machbarkeit wird geprüft

Studie in Fürstenfeldbruck: Fünf mögliche Standorte für eine Eishalle

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Im vergangenen Jahr gab ein Bürgerantrag den Anstoß für neue Überlegungen zum Bau einer Eishalle in Bruck. Fünf mögliche Standorte sollen nun in den nächsten Monaten näher untersucht werden.

Fürstenfeldbruck – Erst war es zu warm, dann störte zu viel Schneefall den Betrieb auf der Eislauffläche an der Amper-Oase. Die vergangenen Wochen und Monate haben deutlich gezeigt, wie eingeschränkt die Möglichkeiten für Schlittschuhläufer und Eishockey-Spieler in Fürstenfeldbruck selbst im Winter sind. Damit sich das irgendwann ändert, hat der Stadtrat nun den nächsten Schritt auf dem Weg zum Bau einer Eishalle gemacht.

Bereits im April 2018 hatte der Stadtrat nach einem Bürgerantrag für eine Eishalle die Erstellung einer Machbarkeitsstudie beschlossen. Am Mittwoch wurde im Sport-Ausschuss nun der entsprechende Ausschreibungstext verabschiedet. Genannt sind darin fünf mögliche Standorte, die näher untersucht werden sollen.

Neben dem Ersatz des Eisstadions an der Amper-Oase durch eine Halle soll auch ein Neubau auf dem benachbarten Bolzplatz geprüft werden. Auch zwei Standorte auf dem Fliegerhorst und eine Freifläche an der Kurt-Schumacher-Straße werden genannt. Auf dem Fliegerhorst könnte eine komplett neue Eishalle nördlich des dortigen Schwimmbades gebaut werden, nachdem die Bundeswehr 2023 abgezogen ist. Eine andere Option wäre der Umbau einer Halle zur Flugzeugwartung. Sowohl das Hochfeld an der Kurt-Schumacher-Straße als auch die Sportstätten im Fliegerhorst sind derzeit als mögliche Standorte für ein weiteres Sportzentrum im Gespräch. Favorisiert wird derzeit der Fliegerhorst, weil viele Sport-Anlagen dort bereits vorhanden sind.

Die möglichen Standorte

Ein Architekturbüro soll die fünf Standorte auf Eignung für den Bau einer Eishalle prüfen, die – wie das heutige Eisstadion – 1000 Besucher fassen soll. Die Prüfung soll städtebauliche Aspekte, Verkehrsanbindung und Konflikte durch Lärmbelastung umfassen.

Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, dass das zu beauftragende Büro bis zum Beginn des kommenden Jahres auch gleich für die zwei am besten geeigneten Standortvarianten einen ersten Entwurf und eine grobe Kostenschätzung erarbeitet. Dieser Vorschlag stieß allerdings auf Kritik. „Die Entscheidung, welche Varianten eingehender untersucht werden, gehört in den Stadtrat oder einen Ausschuss“, sagte SPD-Stadtrat Walter Schwarz.

Sein Fraktionskollege Mirko Pötzsch wollte diesen Teil der Untersuchung zunächst ganz ausgeklammert wissen, um schneller zu Ergebnissen zu kommen. Er hätte gerne auch einen verbindlichen Abgabetermin für die Machbarkeitsstudie vor den Sommerferien festgelegt, fand dafür aber keine Mehrheit. Nun soll es einen Zwischenbericht geben, nach dem der Stadtrat zwei Varianten zur intensiveren Untersuchung auswählt.

Andere Nutzungen möglich?

Uneins waren sich die Stadträte auch darüber, ob gleichzeitig die Möglichkeiten des steuerlichen Querverbundes innerhalb der Stadtwerke mit untersucht werden sollen. Das bestehende Eisstadion wird wie die Amper-Oase vom städtischen Energieversorger mitbetrieben. Die Verluste aus Bade- und Eislaufbetrieb können mit dem Gewinn aus den übrigen Geschäftsbereichen der Stadtwerke verrechnet werden und schmälern so deren Steuerlast. Ob das auch noch zulässig wäre, wenn eine neue Eishalle räumlich vom Schwimmbad losgelöst wäre, gilt nicht als sicher.

Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) sagte: „Der Aspekt des steuerlichen Querverbundes wäre schon ein wichtiger Aspekt. Sonst findet man einen an sich gut geeigneten Standort wie an der Kurt-Schumacher-Straße, wo gegenüber nur ein Supermarkt ist. Und dann erkennt man plötzlich, dass das mit dem Querverbund nicht hinhaut.“ Walter Schwarz entgegnete, dass die jährliche Summe, die ohne einen Querverbund zusätzlich anfallen würde, kein K.o.-Kriterium für einen Standort würde.

Jan Halbauer (Grüne) sagte, die derzeitigen Vorgaben des Gesetzgebers würden den Kommunen bei der Aufrechterhaltung solcher Querverbünde eher entgegenkommen. Man müsse dieser Frage nicht zu viel Gewicht beimessen. Wichtiger sei unter Umständen, ob an den jeweiligen Standorten auch andere Nutzungen außerhalb der Eissportsaison möglich seien. Das sei eher ausschlaggebend dafür, ob der Hallenbetrieb ohne Defizit möglich sei. Nach dem Einwand der Verwaltung, dass Architekturbüros diese Fragen nicht klären könnten, unterbleibt die Prüfung der Möglichkeit eines Querverbundes zunächst.

Mehrere Architekturbüros sollen jetzt angeschrieben werden. Aus den Interessenten soll ein Büro ausgewählt werden, das möglichst bis September den Zwischenbericht und Anfang 2020 die Machbarkeitsstudie vorlegt.

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