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Die Feuerwehr musste in Esting ein Haus mit einem Notdach sichern.

Landkreis Fürstenfeldbruck

Sturmtief Sabine: Feuerwehr muss Haus mit Notdach aus Folie sichern

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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  • Thomas Benedikt
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  • Tobias Gehre
    Tobias Gehre
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In der Nacht auf Montag ist Orkantief Sabine im Landkreis Fürstenfeldbruck angekommen. Die Feuerwehren verzeichnen zahlreiche Einsätze.

  • Am Montag hat Sturmtief Sabine auch die Region Fürstenfeldbruck erreicht
  • Der Unterricht an allen öffentlichen Schulen fiel am Montag aus
  • Der S-Bahn-Verkehr in der Region Fürstenfeldbruck war länger eingestellt als auf anderen Außenästen.

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11.21 Uhr: Das Sturmtief hat auch die Olchinger Stadtteile Esting und Neu-Esting mit voller Wucht getroffen, wie die Feuerwehr berichtet. Am Amperweg fiel eine Fichte auf ein Haus. Sie lag ungünstig am Dach. Der städtische Bauhof und die Feuerwehr Olching wurden zur Unterstützung gerufen. Der Baum wurde erst gesichert, damit er nicht wegrutschen konnte. Danach wurde er in mehrstündiger Arbeit Stück für Stück abgetragen. Am Veilchenweg hob sich aufgrund des Sturms ein Blechdach über einem großen Mehrfamilienhaus (vier Hausnummern) an. Es flog teilweise in umliegende Wege und Gärten. Als später der Wind etwas nachgelassen hatte und weitere Einsätze abgearbeitet waren, brachte die Feuerwehr ein Notdach aus Folie über dem Haus an. Insgesamt verzeichnet die Feuerwehr Esting wegen umgestürzter Bäume, losen Dächern und absturzgefährdeten Teilen Einsätze im zweistelligen Bereich. Die Kräfte waren 14 Stunden lang im Einsatz. Die ehrenamtlichen Helfer bedanken sich in diesem Zusammenhang bei den kulanten Arbeitgebern für die Freistellung vom Dienst.

Eine Fichte fiel in Gröbenzell auf ein Auto. 

10.56 Uhr: Während des Sturms am Montag und am Dienstag in der Früh ist es im Berich der Inspektion Fürstenfeldbruck zu drei unwetterbedingten Verkehrsunfällen gekommen, wie die Beamten berichten. Im Adalbert-Stifter-Ring in Fürstenfeldbruck warf der Wind einen abgestellten Anhänger um. Er stieß gegen zwei geparkte Fahrzeuge. Dabei entstand ein Sachschaden von 2000 Euro. Ein umgestürzter Baum auf der B2 auf Höhe des Trimm-Dich-Pfads sorgte für einen weiteren Unfall. Ein 53-jähriger Mitsubishi-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und stieß gegen den Baum. An seinem Fahrzeug entstand ein Schaden von 2000 Euro. Der Baum wurde im Anschluss von der Feuerwehr entfernt. 

Zu einem ähnlichen Verkehrsunfall kam es am Dienstag um 7 Uhr auf der Verbindungsstraße zwischen Brandenberg und Moorenweis. Hier krachten gleich zwei Pkw in einen auf der Fahrbahn liegenden Baum. Die beiden Fahrzeuglenker (20 und 46 Jahre alt) fuhren Richtung Moorenweis, als plötzlich die Fahrbahn versperrt war. Trotz Vollbremsung kam es zur Kollision mit einer großen Fichte. An dem Opel und dem VW Bus entstand ein Gesamtschaden von 20 000 Euro. Die Männer blieben dabei unverletzt. Im westlichen Landkreis sorgten über den ganzen Montag verteilt umgestürzte und entwurzelte Bäume für Verkehrsbehinderungen. Diese konnten aber in der Regel von den Feuerwehren schnell behoben werden.

11. Februar 10.44 Uhr: Nach den Einsätzen vom Montagvormittag hatte die Feuerwehr in Gröbenzell auch am Nachmittag und am Abend weiter mit dem Sturmtief Sabine zu tun. In der Bahnhofstraße fiel eine Fichte auf einen Kleinwagen. Dieser hat nur noch Schrottwert. In der Waldstraße hatte der Sturm eine weitere Fichte derart in Schieflage gebracht, dass der Wurzeltteller angehoben war, wie die Feuerwehr berichtet. Bei jedem Windstoß neigte sich der Baum ein kleines Stück weiter. Die Feuerwehr trug den Baum daher mit der Drehleiter Stück für Stück ab. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr Gröbenzell - in dem Ort gibt es eine Baumschutzverordnung - elf Einsätze ab dem Nachmittag.

11. Februar, 6.58 Uhr: Im Landkreis Fürstenfeldbruck wurde der S-Bahn-Verkehr der Linien S3 und S4 wieder vollständig aufgenommen. Witterungsbedingt kann es aber weiterhin zu kurzfristigen Teilausfällen doer Verspätungen kommen.

16.38 Uhr: Im Landkreis Fürstenfeldbruck findet derUnterricht am Dienstag wieder statt. Das teilt das Landratsamt mit.  Diese Entscheidung habe sich bereits im Laufe des Tages herauskristallisiert. Mit der Bekanntgabe dieser Entscheidung der lokalen Koordinierungsgruppe für den Landkreis Fürstenfeldbruck sei zunächst gewartet wurde, bis die zugesagte Aussage auch der regionalen Koordinierungsgruppe der Regierung von Oberbayern vorlag, um unterschiedliche Entscheidungen zu vermeiden. Die regionale Koordinierungsgruppe hatte im Laufe des Sonntagabends für Montag eine generelle Schulschließung für den Regierungsbezirk Oberbayern für alle öffentlichen Schulen festgelegt.

14.58 Uhr: Der Zugverkehr auf der S8 zwischen Herrsching und Flughafen München wird zurzeit wieder aufgenommen. Es ist aber weiterhin mit Verspätungen und kurzfristigen Teilausfällen zu rechnen, meldet die Bahn. Die S4 ist wegen des Baums in der Oberleitung bei Emmering weiter unterbrochen, der Westast der S3 ist wegen Bäumen in Oberleitungen bei Olching ebenfalls unterbrochen. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist zwischen Geltendorf und Pasing eingerichtet - genau wie zwischen Mammendorf und Pasing. Auf der S4 ist ein Reparaturzug der Bahn eingetroffen.

14.24 Uhr: In der Nähe der Unteren Au bei Emmering hängt ein Baum in einer Oberleitung. Die S4 bleibt daher bis auf Weiteres gesperrt. Ein Reparaturzug ist im Anmarsch.

14.22 Uhr: Wegen der Sperrung der äußeren Schöngeisinger Straße muss die Linie 822 eine andere Route fahren. Diese Regelung könnte noch einige Zeit in Kraft bleiben. Die Linie 820 von Seefeld kommend war zwischen 8 und 12 Uhr unterbrochen. Eingestellt wurden kurzzeitig die Linien 838 und 839.

13.41 Uhr: Wegen des Sturms bleiben am 10. Februar die großen Wertstoffhöfe in Puchheim, Maisach und Althegnenberg geschlossen. Auch die Bauschuttdeponie in Jesenwang bleibt den ganzen Tag zu. Das meldet der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises. 

Der Betreiber eines Computerladens in der Brucker Innenstadt hat vorsichtshalber geschlossen.

13.24 Uhr: Die Feuerwehr Jesenwang hat einen Ast beseitigt, der auf die Staatsstraße in Richtung Fürstenfeldbruck gefallen. Außerdem mussten die Helfer einen Baum wegräumen, der in der Nähe der Bauschuttdeponie auf eine Stromleitung gefallen war. Die Feuerwehr Mammendorf hat ebenfalls einen Baum beseitigt, der auf die B2 zu fallen drohte. In Emmering fiel ein Baum auf die Gleise der S4. Auch die Feuerwehr Althegnenberg meldet mehrere sturmbedingte Einsätze.

12.50 Uhr: Die Feuerwehr Gröbenzell berichtet von zehn sturmbedingten Einsätzen seit den Morgenstunden. Überwiegend galt es, Bäume von Hausdächern und der Straße zu beseitigen. Bisher waren acht Fahrzeuge und 31 Einsatzkräfte ausgerückt. Gegen 11 habe die Einsatzfrequenz deutlich abgenommen, so dass jetzt nur noch zehn Einsatzkräfte die Fahrzeuge wieder einsatzklar machen und in Bereitschaft sind.

In Olching haben sich Teile eines Krans gelöst.

10.46 Uhr:  Im Landkreis gab es laut Kreisbrandrat Hubert Stefan bisher etwa 80 sturmbedingte Einsätze.  Die Stadt Fürstenfeldbruck verzeichnet rund 20 Einsätze – hauptsächlich umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer. Die Äußere Schöngeisinger Straße ist seit den Morgenstunden gesperrt wegen umgestürzter Bäume. Sie zu entfernen, gilt wegen des Sturms als zu gefährlich. Auch der Fußweg am Engelsberg zwischen Kloster und Bahnhof Bruck ist durch umgefallene Bäume blockiert. Die Wetterstation in Oberpfaffenhofen knapp südlich von Germering meldete gegen 9.50 Uhr erste Orkanböen.

10.14 Uhr: Bei Gut Roggenstein sind Bäume umgefallen. Die Straße zum Gut ist blockiert.

9.24 Uhr: In Mittelstetten ist eine etwa 40 Jahre alte Tanne umgefallen.

9.16 Uhr: Die Feuerwehren verzeichnen verschiedene sturmbedingte Einsätze. In Olching etwa haben sich an der Baustelle an der Bürgermeister-Huber-Straße Bauteile eines Krans gelöst. Die Feuerwehr hat die Kreis-Einsatzzentrale eingerichtet.

Montag, 8.38 Uhr: Die S-Bahnen im Landkreis - also S3, S4 und S8, fahren nicht mehr

Update vom Sonntag, 9. Februar: Unterricht entfällt an allen Schulen

Die äußere Schöngeisinger Straße ist für den Verkehr gesperrt.

An allen Schulen im Landkreis Fürstenfeldbruck entfällt am Montag aufgrund des Sturmtiefs Sabine der Unterricht. Das teilte ein Sprecher des Referats für Schulen, Sport und Kultur des Landratsamts am Sonntagabend mit. Eine gegebenenfalls notwendige Betreuung der Schüler wird aber von den Schulen sichergestellt. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Orkanböen bis 120 Stundenkilometer. Die höchsten Windgeschwindigkeiten werden am Montagvormittag zwischen 9 und 12 Uhr im Landkreis erwartet. Der Wetterdienst empfiehlt, sich in dieser Zeit nicht im Freien aufzuhalten. Auch die Deutsch Bahn hat bereits auf das Unwetter reagiert und den kompletten Fernverkehr eingestellt.

Erstmeldung: Waldbesitzer in Sorge: Banges Warten auf den Orkan

Fürstenfeldbruck – Wie schwer Sabine die Region treffen wird, ist noch nicht ganz klar. Für Meteorologen aber steht fest: sie kommt. Und Sabine macht nicht nur einen Kurzbesuch – bis Mitte nächster Woche soll es stürmisch bleiben.

Die Feuerwehren im Landkreis sind gewappnet. Um die bei großen Stürmen im Minutentakt eingehenden Notrufe abzuarbeiten, könne schnell die so genannte Kreiseinsatz-Zentrale besetzt werden, erklärt Kreisbrandrat Hubert Stefan. Sie befindet sich im Fürstenfeldbrucker Feuerwehrhaus und soll die Integrierte Leitstelle (ILS) entlasten. In der Kreiseinsatz-Zentrale werden dann zeitunkritische Einsätze bearbeitet – etwa wenn ein Baum im Garten liegt, aber keine unmittelbare Gefahr droht.

Alles wird festgezurrt

Auf den Baustellen im Landkreis wird vor dem Sturm noch aufgeräumt. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird festgezurrt oder verräumt. „Sturm gehört zum Geschäft“, sagt Thomas Vilgertshofer von der gleichnamigen Allinger Baufirma. Die Kräne auf den Baustellen würden aber selbst die stärksten Böen verkraften.

Waldbesitzer beunruhigt

Weniger gelassen blickt Paul Högenauer, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Fürstenfeldbruck, dem Sturm entgegen. „Ich bin beunruhigt“, sagt der Forst-Experte. Dazu gibt es guten Grund. „Viele Wälder sind aufgerissen“, meint Högenauer. Wegen des Borkenkäfers habe man viele Bäume fällen müssen. Der Wind habe so neue Angriffsflächen. „Ab 100 Stundenkilometern fallen die ersten Bäume.“

Um diese Gefahr weiß man auch im Brucker Schulamt. Ob der Unterricht am Montag ausfällt, soll aber erst am Morgen entschieden werden, sagt Amtsleiterin Bettina Betz. Solche Unwetter brächten immer ein Dilemma mit sich: Bleibt die Schule auf, beschweren sich Eltern, denen es zu gefährlich erscheint. Fällt der Unterricht aus, gibt es wütende Anrufe von Mamas und Papas die sich um eine Betreuung für ihr Kind kümmern müssen.

Abgewogen werden muss auch beim Busverkehr. Bei Sturm Niklas 2015 wurde der gesamte Verkehr eingestellt. Die Entscheidung, ob die Busse ins Depot müssen, träfen aber die Busunternehmen selbst, sagt der ÖPNV-Beauftragte im Landratsamt, Hermann Seifert. Die Firmen seien schließlich für die Sicherheit der Fahrgäste verantwortlich.

Auch interessant: So reagierten die Windräder auf Sturm Herwart.

Sturmtief Sabine zog Anfang der Woche über Bayern und brachte Böen bis zu 120 km/h mit. Ein Mann wurde von einer Böe erfasst - er starb. Es handelt sich um einen Ex-Bürgermeister.

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