Die Toiletten-Container am Alten Schlachthof (r.) sollen ebenso verschwinden wie der Kassen- und Verkaufshäuschen (l.)). tb-foto

Auf der Lände in Fürstenfeldbruck

Subkultur kann am Schlachthof bleiben

Wie geht es weiter mit der Lände und dem Alten Schlachthof? Nach einem neuen Lärmgutachten könnte der Jugendkultur-Verein Subkultur in seinen Räumen bleiben – wenn man etwas umbaut. Drum herum entstehen Wohnungen und Gewerbe.

Fürstenfeldbruck– Die Stadtwerke ziehen an die Cerveteristraße, der Bauhof soll auf ein Gelände bei der Feuerwehr verlagert werden. Dadurch wird im Areal zwischen Aumühle und Lände Platz für Wohnungen und mehr. Derzeit tüftelt die Stadt an einem Konzept für das Viertel. Klar ist: Ein reines Wohngebiet lässt sich auf der Lände nicht verwirklichen. Das hat ein Lärmgutachten ergeben. Alleine das Kraftwerk Obermühle ist zu laut.

Zunächst sah es so aus, als ob auch die Subkultur im Alten Schlachthof der Wohnbebauung im Weg stehen würde. Doch nach weiteren Lärmmessungen steht fest, dass dem doch nicht so ist. „Wir haben den Vorsitzenden der Subkultur gesagt, dass sie bleiben können“, berichtete OB Erich Raff (CSU) bei einem Gespräch.

Die Wände im Alten Schlachthof sind so dick, dass nur wenig Lärm nach außen dringt. Aber: „An den Fenstern ist noch Schallschutz möglich“, erklärt Raff. Zumal es ohnehin nur im Oktober und November eine Konzertreihe gebe. Und auch die Nachbarn fühlen sich nicht von den Jugendlichen gestört. Im Gegenteil: „Wir sind immer im Gespräch mit ihnen“, erzählt Jannik Heinzelmann von Subkultur. Man lade sie auch zum Open-Air-Konzert ein.

Probleme könnten nur auftreten, wenn viele Autos zum Schlachthof fahren. Doch die meisten kämen mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln, berichtet Raff. Und weitere Lärmquellen – das Kassenhäuschen und die Klo-Container – wandern ins Gebäude.

Ein Trakt zwischen Konzertraum und Lager könnte als Foyer mit den notwendigen Toiletten und einem Kassenbereich umgestaltet werden. Darüber haben Subkultur-Vorsitzende Aline Pronnet und Vertreter der Stadt bereits beraten. Die Frage ist, was das Landesamt für Denkmalpflege im geschützten Schlachthof zulässt.

Beim Verein selbst stößt die Stadt auf offene Ohren. „Wir wären froh, wenn Kasse und Toiletten drin wären“, sagt Heinzelmann. Man sei für jede Verbesserung am Gebäude und nehme das dankend an. „Wichtig ist, dass wir drin bleiben können.“ Bei den Konzerten halte man sich an die Vorgaben. Bislang legen hinterher noch bis 2 oder 3 Uhr früh DJs auf. Dafür beantrage man eine Genehmigung, sagt Heinzelmann. „Wir halten uns an die Vorgaben und sind eh ziemlich leise.“ Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV) sieht da ebenfalls kein Ko.-Kriterium. „Das muss man in den Griff bekommen.“

Auch die Subkultur-Chefin Aline Pronnet begrüßt die Pläne. „Wir kämpfen seit Jahren dafür, dass wir am jetzigen Standort bleiben dürfen“, sagt sie. Die Lage im Zentrum ist ihr nämlich besonders wichtig. „Wir beleben die Innenstadt.“

Der Alte Schlachthof wird in ein Gesamtkonzept eingebunden. Entstehen soll ein urbanes Gebiet, ein Mix aus Wohnungen und Kreativwirtschaft. „Wenn sich Discos und Wohnungen in München vertragen, sollten wir das in Bruck auch hinkriegen“, meint Raff.

Als nächster Schritt wird an der Auslobung für einen städtebaulichen Wettbewerb getüftelt. Läuft alles nach Plan, könnte bereits im Herbst der Auftrag vergeben werden. In die Planungen soll auch die Wohnungsbaugesellschaft IGEWO eingebunden werden. Sie hat den Stadtwerken ihren Grund an der Aumühle abgekauft und will dort Wohnungen bauen.

Sobald klar ist, wie es im Viertel weitergeht, beginnen auch die Planungen für die Verlagerung des Bauhofs zur Feuerwehr. Das Projekt kostet um die acht Millionen Euro. Das müsse man über die Planungen im Lände-Viertel refinanzieren, meint Raff. Je nachdem, welche finanziellen Mittel die Stadt hat und wie schnell man mit dem Wettbewerb voran kommt, könnten die Planungen bereits im Frühjahr beginnen. (Ingrid Zeilinger)

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