Der alte Schlachthof leuchtet rot: Im Juni hatte sich die Subkultur an der Aktion „Night of light“ für die Unterstützung von Kunst und Kultur in der Pandemie beteiligt.	foto: subkultur
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Der alte Schlachthof leuchtet rot: Im Juni hatte sich die Subkultur an der Aktion „Night of light“ für die Unterstützung von Kunst und Kultur in der Pandemie beteiligt.

Mitglieder halten Verein auch in der Corona-Pandemie die Treue

Subkultur plant Ausstellung und Radio

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Viel bieten konnte die Subkultur im vergangenen Jahr pandemiebedingt nicht. Die Mitglieder halten dem Jugendkulturverein trotzdem die Stange. „Und das obwohl wir als Konzertveranstalter keine Konzerte veranstalten können“, wie Tim Niklas sagt. Der bisherige Vize wurde bei der Vollversammlung zum neuen Subkultur-Chef gewählt.

Fürstenfeldbruck - Eigentlich sollte die Versammlung bereits im Dezember stattfinden. Doch Corona machte Präsenzveranstaltungen unmöglich. Im Hintergrund hat das Team um die drei Vorstände Max Spieler, Tim Niklas und Katharina Williams deshalb fieberhaft an einer Online-Veranstaltung gearbeitet.

Dazu musste sich der Verein auch rechtlich absichern, standen doch Neuwahlen auf dem Programm. Am Ende konnten die jungen Kulturtreibenden ein Meeting-Programm für die Versammlung und ein gesondertes Online-Tool für die Stimmabgabe aufbieten und so eine rechtssichere Versammlung samt Wahl gewährleisten.

Wie nahezu allen Kulturschaffenden geht es auch der Subkultur in der Pandemie alles andere als rosig. Eine einzige Veranstaltung konnte 2020 stattfinden – mit Eintrittseinnahmen in Höhe von gut 250 Euro. Dem stehen laufende Kosten wie zum Beispiel die Miete für den alten Schlachthof gegenüber. Dass das Minus im vergangenen Jahr trotzdem nur etwas mehr als 600 Euro betrug, ist Zuschüssen und vor allem der Treue der Mitglieder zu verdanken. Mit 491 Mitgliedern hat die Subkultur sogar fünf mehr als noch im Dezember 2019.

Mittlerweile bemüht sich die Subkultur um andere Wege, auf denen man Kultur in die Öffentlichkeit bringen kann. Unter anderem dürfen sie mit Erlaubnis der Stadt die Schaufenster des ehemaligen Top Point in der Kirchstraße nutzen. Die Räume musste der Verein allerdings erst auf eigene Kosten herrichten – was aber gelungen ist. Aktuell läuft eine Ausstellung mit den drei Künstlern Magdalena Kurz, Florian Schwab und Klaus Schräder.

Trotz dieser Bemühungen mahnte die ehemalige Subkultur-Vorsitzende Aline Pronnet an, dass sich der Verein wieder mehr dem in der Satzung verankerten Vereinszweck widmen solle, der nicht nur in der Veranstaltung von Konzerten liege. Außerdem forderte Pronnet mehr Transparenz bei der Umsetzung von Vorschlägen, die die Mitglieder einbringen.

Niklas verwies darauf, dass der Verein wegen Corona bei vielen Entscheidungen selbst in der Warteschleife hänge. „Wir wissen mittlerweile, was wir besser machen können“, sagte er. Katharina Williams, bisherige 3. Vorsitzende, regte an, mehr Transparenz durch einen Newsletter zu schaffen. Niklas ergänzte, dass man auch an einem Subkultur-Radio weiterarbeite. Damit wolle man eventuell sogar live senden, was die aus technischen Gründen eingestellten Live-Musikstreams ersetzen könnte. Neue Gedanken durch den neu gewählten Beirat seien ebenso willkommen.

Bei der Wahl wurde der 22-jährige Niklas zum neuen Vorsitzenden der Subkultur ernannt. Der bisherige Vereinschef Max Spieler trat nicht mehr an. Die bisherige 3. Vorsitzende Williams rückte ebenfalls um einen Posten auf und ist nun Vize. Wieder zurück in der Vorstandschaft ist Pronnet, die als Nachfolgerin von Williams zur 3. Vorsitzenden gewählt wurde. Das Vorstandsteam wird von einem zehnköpfigen Beirat – Magdalena Kurz, Sebastian Josef Schäfer, Jonas Schmidl, Max Spieler, Eva Hornung, Leon Schubert, Adrian Best, Andreas Hofner, Florian Daxer und Dyonis Zink – unterstützt. ANDREAS DASCHNER

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