Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft

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So lässt es sich gut aushalten: Erfrischung unterm Rasensprenger tut in der glühenden Hitze nicht nur Kindern gut. 

Hitzewelle

Supersommer macht viele nachdenklich

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Temperaturen weit über 30 Grad, tropische Nächte, und eine merkliche Abkühlung ist nicht in Sicht. Viele freuen sich zum Beginn der Ferien über die schönen Tage. Doch ist das noch normales Sommerwetter oder zeigt sich schon der Klimawandel?

Fürstenfeldbruck – In ganz Deutschland purzeln die Hitzerekorde. Mit 41,6 Grad wurde am Donnerstag die Allzeithochmarke im niedersächsischen Lingen geknackt. Urlauber und Kinder freuen sich über das schöne Wetter. Landwirte, und ältere Menschen haben zu kämpfen. Die langen Hitzeperioden werden immer mehr zur Herausforderung für Mensch und Natur.

Die Liegewiese im Germeringer Freibad ist zur Zeit voll besetzt. Das freut den Bäderleiter der Stadtwerke Germering, Gerd Felder. Doch seine Mitarbeiter an den Becken ächzen unter den Temperaturen. „Dort herrscht hohe Luftfeuchtigkeit. Es fühlt sich an wie im Treibhaus.“ Mit der Hitze gehen häufig extreme Wetterumschwünge und Gewitter einher. „Das erschwert die Personalplanung“, sagt Felder. Es sei schwerer geworden, die richtige Personalstärke im Voraus zu planen. „Man schaut vier Wetterberichte an und bekommt fünf Prognosen.“

Häufiger ausrücken müssen derzeit die Krankenwagen der Kreisklinik. „Vor allem am Wochenende – wenn die Hausarztpraxen geschlossen sind – werden viele ältere Menschen eingeliefert“, sagt Kliniksprecherin Andrea Wieland. Sie rät Menschen mit Kreislaufproblemen, viel zu trinken und während der Mittags- und Nachmittagszeit im Haus zu bleiben.

Damit das Zuhause nicht auch zum Glutofen wird, macht sich der Architekt und Olchinger Stadtrat, Bernhard Nickel (FW), schon beim Bau Gedanken. „Das Wichtigste ist, die Wärme draußen zu halten und die Kühle drinnen.“ Er rät zu Außenjalousien und Zellulose-Dämmung. Auch richtiges Lüften ist entscheidend. „Die Fenster sollten tagsüber geschlossen bleiben.“ In Zukunft werde sich die Bauweise in der Region immer mehr der in Südeuropa anpassen, prognostiziert Nickel.

Mit der Hitze hatte Taxifahrer Florian Drechsler keine Probleme. „Ich fahre viel. Da läuft dann die Klimaanlage.“ Außerdem hat er immer genug zu Trinken dabei und gönnt sich zwischendurch mal eine Kugel Eis zur Abkühlung. „Vor allem ältere Fahrgäste leiden unter den Temperaturen“, sagt Drechsler. Die sind dann froh, wenn sie in ein gut temperiertes Auto steigen können.

Die Natur tut sich da schon schwerer. Besonders die langen Trockenperioden machen Landwirten wie dem Bauernobmann Georg Huber zu schaffen. „Noch bewegen wir uns an der Grenze. Es regnet immer noch rechtzeitig.“ Aber die Regenmengen sind in vielen Regionen einfach zu niedrig. Wenn die Sommer weiter so bleiben, könnte es besonders bei den Kartoffeln zu Ernteausfällen kommen. Den Tieren helfen eine gute Stallbelüftung und Sprinkleranlagen, um über die heißen Tage zu kommen.

Für den Garten rät Horst Stegmann, Geschäftsführer des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, morgens ausgiebig zu gießen. Abends könne das Wasser nicht mehr richtig verdunsten. Es könnte zu Schimmelbefall kommen. Wenn möglich sollte auf Regenwasser zur Bewässerung zurückgegriffen werden.

Noch sei die Lage aber im grünen Bereich, sagt Landrat Thomas Karmasin. „Wasser ist noch genug da.“ Die Zeichen, dass es häufiger solche extremen Sommer gibt, häuften sich aber. Der Landkreis sei jedoch mit Klimakonzept und Klimamanagement darauf eingestellt.

Für Gottfried Obermair von Ziel 21 steigern die Extremtemperaturen das Bewusstsein, dass jeder Einzelne etwas für das Klima tun kann und sollte. Damit, dass sich Klimaextreme wie Trockenperioden auf der einen und Hochwasservorfälle auf der anderen Seite häufen, müssten die Menschen in der Region wohl in Zukunft leben.

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