Das aktuelle Interview

„Tea & Talk“ – Englisch bei einer Tasse Tee auffrischen

Ein Hauch englische Lebensart in Bruck – das ist „Tea & Talk“ (Tee und Gespräche), ein Sprachen-Café, das seit über fünf Jahren einmal im Monat im Mehrgenerationenhaus stattfindet. Hier kann jeder, der Lust hat, seine Englisch-Kenntnisse aufpolieren. Leiterin Jane Funke (64) erklärt, warum Tea & Talk so erfolgreich ist.

-Frau Funke, wie muss man sich das vorstellen, sitzen sie gemütlich bei Tee und Gebäck zusammen?

Genau. Ich koche für die Treffen englischen Tee, Kaffee und Früchtetees und für einen Euro darf sich jeder bedienen. Wir sitzen um eine nett gedeckte Teetafel, ab und zu bringt auch jemand Gebäck mit. Zu unserem fünfjährigen Jubiläum im September hat das Mehrgenerationenhaus uns Torten spendiert. Das war natürlich super.

-Sie unterrichten unter anderem Englisch an der vhs. Wie sind Sie auf die Idee zu Tea & Talk gekommen?

Ich wollte gerne einmal im Monat eine Veranstaltung für Leute anbieten, die Lust haben, ein bisschen an ihrem Englisch zu arbeiten, ohne gleich einen Sprachkurs zu machen. Von daher bot es sich an, Tea & Talk im Programm des Mehrgenerationenhauses anzubieten und nicht im Rahmen der vhs. Etwas Ähnliches gab es übrigens auch auf Italienisch, aber das hat sich nicht gehalten.

-Über welche Themen sprechen Sie?

Das können aktuelle Ereignisse sein, wie zum Beispiel neulich der 70. Hochzeitstag der Queen. Wir sprechen über berühmte Persönlichkeiten und Autoren, über typisch englische Dinge wie das Tee-Ritual, Cricket oder Picknicks, Halloween oder den Guy-Fawkes-Day. Manchmal schauen wir uns Liedtexte an. Ich lasse die Teilnehmer aber auch aus ihrer Vergangenheit erzählen, zum Beispiel darüber, wie sie aufgewachsen sind oder was ihr erstes Spielzeug war. Bei unserem nächsten Treffen am 19. Dezember werden wir englische Weihnachtslieder singen.

-Korrigieren Sie die Teilnehmer, wenn sie Fehler machen?

Nur, wenn ein Teilnehmer von den anderen nicht verstanden wird und ich in lauter leere Gesichter blicke. Oder wenn bestimmte Fehler sich wiederholen - dann spreche ich über den Fehler, aber zur ganzen Runde, nicht zu einem einzelnen Teilnehmer. Es ist auf keinen Fall ein böses Korrigieren.

-Wer kommt zu den Treffen?

Hauptsächlich Leute aus der Altersgruppe 50+, die ältesten Teilnehmer sind über 80. Ab und zu schnuppern auch jüngere Leute rein. Man muss sich für die Treffen nicht anmelden. Es gibt um die zehn Stamm-Teilnehmer, aber manchmal sind wir bis zu 20 Leute.

-Warum kommen die Leute?

Sie freuen sich über die Möglichkeit, mit einer Muttersprachlerin Englisch zu sprechen. Außerdem glaube ich, dass sich die regelmäßigen Teilnehmer mittlerweile als Gruppe verstehen und das Zusammensein genießen, gerade jetzt an den dunklen Winternachmittagen. Meist gehen die Leute gut gelaunt wieder nach Hause.

-Haben Sie auch schon mal über den Brexit gesprochen?

Wir haben das Thema ganz vorsichtig angeschaut. Aber wenn wir uns auf die politische Ebene bewegen, wird es schwierig, denn da werden die Leute manchmal ein bisschen hitzköpfig. Dann wechsle ich lieber das Thema.

Das Gespräch führte Ulrike Osman.

Rubriklistenbild: © picture alliance

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