Als Überraschung haben die Mitarbeiter im Landratsamt das Konterfei ihres Chefs auf eine Schokolade gepackt.
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Als Überraschung haben die Mitarbeiter im Landratsamt das Konterfei ihres Chefs auf eine Schokolade gepackt.

Fürstenfeldbruck

Seltenes Dienstjubiläum: Thomas Karmasin ist seit 25 Jahren Landrat

Landrat Thomas Karmasin ist seit 25 Jahren Chef in der Kreisbehörde. Damit ist er der dienstälteste Landrat in ganz Oberbayern. Ein Gespräch.

Wie haben Sie den Tag verbracht, an dem sich ihre Amtszeit zum 25. Mal jährte?

Ehrlich gesagt habe ich das Jubiläum vergessen. Ich weiß natürlich, wie lange ich im Amt bin aber an den speziellen Tag hatte ich nicht gedacht. Am Montag danach, war ich im Homeoffice und am Dienstag im Büro hat mich dann mein Team mit einer Auswahl von Kinderschokoladen mit meinem Konterfei und der Personalrat mit einem Präsent überrascht. Ich war total perplex und hatte nicht mal eine Flasche Sekt zur Hand. Naja, wahrscheinlich hätten wir sie eh nicht trinken können, man darf ja die Maske nicht abnehmen im Landratsamt...

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Tag als Landrat? Was stand damals auf der Agenda?

Zunächst mal die Verabschiedung meiner Vorgängerin und die eigene Amtseinführung. Ich hatte am Tag zuvor das Büro in unserer Rechtsanwaltskanzlei ausgeräumt und bis spät in die Nacht meine Antrittsrede vorbereitet. Danach hab ich dann die Riege der Abteilungsleiter(innen) begrüßt. Ein Kuriosum: am Tisch saß auch der Verwaltungschef der Kreisklinik, die damals noch eine „Abteilung“ des Landratsamts war...

Wenn Sie 25 Jahre Revue passieren lassen, gibt es da etwas, was Sie als großen Erfolg für sich verbuchen würden?

Als Politiker muss man sich bewusst sein, dass man Impulse setzt, Entscheidungen trifft und letztlich Verantwortung übernimmt. Aber in allem braucht man die Hilfe von tüchtigen Mitstreiter(inne)n, sei es im Kreistag, sei es in der Verwaltung oder bei Hilfsorganisationen oder freien Trägern. Deshalb bin ich weniger stolz als dankbar für das, was gut gelungen ist. Ein paar Dinge würde ich nennen: Wir haben heute eine moderne, gute und trotzdem menschliche Klinik. Wir haben einen ÖPNV, der mustergültig ist. Unsere Schulen stehen sehr gut da, Vieles haben wir komplett neu gemacht, wie das Schulzentrum am Tulpenfeld oder die Neugründung der Fachoberschule in Bruck und Germering. Und wir haben sogar ein kleines bisschen internationale Luft geschnuppert mit der Ausrichtung des 40-jährigen Gedenkens an die Opfer des Olympiaattentats.

So sah Thomas Karmasin als junger Landrat aus bei der Präsentation des Landkreis-Logos aus. 

Als junger Landrat traten Sie vehement für Ziel 21 ein - heute ist das Thema aktueller als je. Kann der Landkreis hier seine Bemühungen noch steigern?

Ich bin tatsächlich für die Idee der Nachhaltigkeit sehr früh eingetreten. Nicht nur daheim im Landkreis, sondern auch im Landkreistag. Ich weiß noch, wie ein älterer Kollege nach einem Vortrag, den ich 1997 gehalten habe, etwas verärgert gesagt hat: “Des grüne Zeig kommt mir ned ins Haus“. Ich war damals der Ansicht, man solle richtige und wichtige Themen eben gerade nicht den Grünen überlassen. Wie auch immer: wir waren die ersten, aber sind nicht mehr die Besten, weil andere die Notwendigkeit auch erkannt haben und stark aufgeholt haben. Um hier weiter nach vorn zu kommen, stehen wir ja kurz vor der Gründung einer Energieagentur zusammen mit den Nachbar-Landkreisen. Ich denke nur, wir müssen unser Engagement dann dort wirklich bündeln und sollten uns nicht mit Doppelt- und Dreifachstrukturen verzetteln...

Haben Sie schon Pläne für Ihr 30. Dienstjubiläum? (Frage gestellt mit einem Lächeln)

Ich werde mich bemühen, dass ich den Tag nicht vergesse, aber ich bin sicher, man wird mich wieder daran erinnern... (Antwort mit Zwinkern)  st

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