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Er hatte den mit Abstand buntesten Stand: Paul George aus Thüringen bezieht für seine Keramikwerkstatt spezielle Farben aus Amerika. Er nennt das den „Gute-Laune-Look“. 

Am Wochenende auf der Klosterwiese

Töpfermarkt in Fürstenfeldbruck: So macht Keramik gute Laune

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Der Himmel war am Samstag ein Trauerspiel, dafür leuchteten beim Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt auf der Klosterwiese die Farben umso bunter. 100 Aussteller zeigen am Wochenende Keramik, Schmuck, Textilien, Bilder und Bürsten.

Fürstenfeldbruck – Besonders farbenprächtig strahlte der Stand des Engländers Paul George, der zusammen mit seiner Frau in Thüringen eine Keramikwerkstatt betreibt. Den leuchtenden Look verdanken seine „Gute-Laune-Schalen“, Tassen und Teller den Spezialfarben, die er extra aus Amerika bezieht und per Hand mit dem Pinsel aufträgt.

Blaudruck: Altes Handwerk neu interpretiert von Swetlana Becker.

Eine einzige Farbe dominiert hingegen im Betrieb von Swetlana Becker. Die Bad Aiblingerin hat sich einem alten Handwerk verschrieben, das Ende vergangenen Jahres zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wurde – dem Blaudruck. Bedruckt werden dabei Leinen- oder Baumwollstoffe mit Hilfe von sogenannten Modeln. Das sind mehrschichtige hölzerne Druckstöcke, die mit Holz- und Messingstiften gespickt sind. Präzision ist wichtig bei dieser schwierigen und auch körperlich anstrengenden Kunst, die man laut Becker aus keinem Buch und in keiner Berufsschule lernen kann – sondern nur von einem Meister in der Praxis. „Fehler kann man nicht ausradieren und nicht wegwischen.“

Becker interpretiert den Blaudruck neu, indem sie die Stoffe zu modischen Kleidungsstücken und Accessoires verarbeiten lässt. Und sie ist stolz darauf, dass der spezielle indigoblaue Farbton sich der Massenproduktion verweigert. „Den kriegt die Industrie nicht hin.“

Töpfermarkt mit jahrhundertealter Schwämmchentechnik

Ebenfalls mit einem jahrhundertealten Verfahren, der Schwämmchentechnik, arbeitet man in der Oberlausitzer Töpferei Gagel. So entsteht das für die sächsische Region typische Keramikgeschirr mit besonders kleinteiligen Mustern. Es kommt bei den Besuchern des Töpfermarkts so gut an, dass der Betrieb zu den Dauergästen in Fürstenfeld gehört. „Der Markt wird nächstes Jahr 30, und wir sind heuer zum 28. Mal hier“, berichtete Inhaberin Rosemarie Oswald.

Auch interessant: Altlasten auf Fursty vermutet. 

Eine weitaus kürzere Anreise hatte Benjamin Müller aus Schöffelding (Landkreis Landsberg). Sein Sortiment aus Carbonschmuck spielt mit Gegensätzen – der dunklen Schwere des Materials einerseits und der tatsächlichen Leichtigkeit der Schmuckstücke andererseits. Der gelernte Schreiner, der sich die Fertigkeiten zur Schmuckherstellung selbst aneignete, kombiniert die schwarzen Ringe, Ketten und Armreifen mit Edelsteinen und –metallen.

Besucher können auch beim Entstehen der Produkte zuschauen

Sehr lange dabei beim Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt: Rosemarie Oswald.

Wer vom Bummeln hungrig wurde, folgte dem Duft süßer Kalorienbomben zu den kulinarischen Ständen. Und wer nicht nur fertige Produkte bestaunen wollte, konnte auch bei deren Entstehung zuschauen – zum Beispiel dem tönernen Pferd, das Sarah Leinfelder modellierte. Das naturgetreue Aussehen gelang ihr ohne Form oder Vorlage. „Das ist einfach Übung.“

(Der Markt endet am Sonntag, 11. August, 18 Uhr. )

Lesen Sie auch: Der Landkreis Fürstenfeldbruck und seine Gemeinden

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