er Fürstenfelder Töpfermarkt ist älter als das Veranstaltungsforum: Hier sieht man die Baustelle des heutigen Stadtsaals. Die Stände stehen im Stadtsaalhof.
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Der Fürstenfelder Töpfermarkt ist älter als das Veranstaltungsforum: Hier sieht man die Baustelle des heutigen Stadtsaals. Die Stände stehen im Stadtsaalhof.

Rückblick

Töpfermarkt: Vor 30 Jahren fing alles an

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Den Fürstenfelder Töpfermarkt gab es schon, bevor das Veranstaltungsforum existierte. Am kommenden Wochenende, 3. und 4. Oktober, feiert der Markt sein 30-jähriges Bestehen.

Fürstenfeldbruck – Es begann 1990 mit einem reinen Töpfermarkt, auf dem 60 Standler ihre Ware anboten. Veranstalter war damals noch die Stadt, die Initiative kam aus dem Stadtrat. Ausstellerin Ingrid Patlán aus Niederalteich (Landkreis Deggendorf) hat das Ambiente der ersten Märkte als „wildromantisch“ in Erinnerung. Sie findet aber auch, dass die Veranstaltung durch die Aufwertung des Geländes „unheimlich gewonnen“ hat. Seit Ende der 1990er-Jahre sind neben Töpfern weitere kunsthandwerkliche Aussteller dabei. Diese Ausweitung hat die Keramikerin ebenfalls als Bereicherung erlebt. Die Vielfalt zieht mehr Kunden an.“

Das Angebot wurde über die Jahre ständig weiterentwickelt und gab auch neuen Trends Raum. Neben altem Kunsthandwerk kam Modernes hinzu, zum Beispiel Karbon- und Betonschmuck oder Taschen aus alten Lkw-Planen. Auch gibt es heute mehr Dekorationskeramik und Skulpturen als früher.

Die Anzahl der Aussteller ist in normalen Jahren auf 100 begrenzt, dieses Mal werden es aufgrund der Abstandsregeln knapp über 80 sein. Damit genügend Abwechslung geboten ist, sind jedes Jahr etwa zehn Prozent der Aussteller neu. Andere sind Urgesteine, die seit Jahrzehnten nach Bruck kommen.

Seit 1991 sind Friedmar und Rosemarie Oswald beim Töpfermarkt. Sie fahren dafür 560 Kilometer.

Zu ihnen gehören Pat Bennett und Lidwina Scherrer. Die beiden kennen den Töpfermarkt schon länger, als sie ihre gemeinsame Werkstatt in Hollfeld (Landkreis Bayreuth) betreiben. Beide waren vorher als Angestellte eines anderen Ausstellers dabei. „Am Anfang war das Gelände ein Schlammfeld, wenn es stark geregnet hat“, erinnert sich Bennett und lacht. Auch sie schätzt das Areal des Veranstaltungsforums sehr. „Es ist nicht zu weitläufig, aber schön offen. Alles ist dort so entspannt, wenn das Wetter mitspielt.“

Fürstenfeld unterscheide sich von Märkten in anderen Regionen, weil hier keine Touristen, sondern Einheimische kommen. Und weil auf dem Klosterareal von Haus aus etwas los ist. „Manchmal sehen wir ganze Hochzeitsgesellschaften.“

Was laut Bennett über all die Jahre gleich geblieben ist: Die Besucher legen Wert auf Qualität und sind bereit, dafür zu zahlen. Weil das so ist, lohnt sich auch für Friedmar und Rosemarie Oswald die 560 Kilometer lange Anreise. Die beiden kommen seit 1991 mit traditioneller Lausitzer Keramik aus dem sächsischen Bautzen. „Das Ergebnis wechselt, aber es lohnt sich immer, die Strecke zu fahren“, sagt Friedmar Oswald. Die Brucker hat er als „nettes Publikum“ kennengelernt. Früher staunte er oft, wenn die Leute sonntags „in wunderschönen Trachten“ aus der Klosterkirche kamen. „Das sieht man heute kaum noch.“

Seit 2005 organisiert Alexander Tauscher für das Veranstaltungsforum den Markt, nachdem sein Vorgänger in Rente gegangen war. Ein solcher Wechsel sei immer ein Knackpunkt, weiß Pat Bennett. In diesem Fall hat er gut funktioniert. Tauscher brachte bereits Erfahrung mit, denn er hatte mit den Gemeinden Türkenfeld und Alling schon Mittelaltermärkte auf die Beine gestellt. Die Aussteller schätzen ihn. „Er ist mit Herzblut dabei und immer ansprechbar“, schwärmt Pat Bennett.

Der Töpfermarkt

ist am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Das Angebot umfasst Töpferware und Kunsthandwerk aus Keramik, Holz, Leder, Textilien, Papier, Metall, Glas, Gold und Silber. Bei gutem Wetter spielen an beiden Tagen von 12 bis 15 Uhr Live-Bands im Biergarten, und außerdem gibt es Musik und Gaukelei zwischen den Ständen. Die maximale Personenzahl wird am Ein- und Ausgang permanent überprüft. Es gelten die AHA-Regeln.

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