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Zur Offensive im öffentlichen Nahverkehr gehören Elektro-Busse. Im Herbst soll ein Testbetrieb starten.

Erfolgsmeldung aus dem Landratsamt

Top-Zahlen: Busse befördern zehn Millionen Passagiere

  • Thomas Steinhardt
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Busse, Busse, Busse und nochmals Busse: Die Ausweitung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) in der Region schreitet voran. Für das Erreichte und für seine weiteren Pläne feierte sich unlängst der Kreistag fast schon selbst.

Fürstenfeldbruck – „Das ist ein Meilenstein für den Landkreis“, sagte Landrat Thomas Karmasin (CSU). „Wir sind aus der Buchstabenliga in die Champions League aufgestiegen“, rühmte Kreisrat Hubert Ficker (CSU, Landsberied) in Anspielung auf den Fußball. Sogar die Dagegen-Grünen um Martin Runge (Gröbenzell) waren dieses Mal höchst zufrieden. „So ein Werk lesen wir gerne“, sagte er, nachdem sein Fraktionskollege Jan Halbauer (Fürstenfeldbruck) vorher schon angekündigt hatte: „Wir stimmen zu. Denn der Plan liest sich fast wie unser Programm.“

Mit Plan ist die Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Landkreis gemeint. Diese wurde jetzt im Kreistag einstimmig angenommen. Auf 141 Seiten (ohne Anhänge) listet ein vom Landkreis extern beauftragtes Experten-Büro den Stand der Dinge und die weiteren Ziele des Landkreises auf.

Wie daraus hervorgeht, liegen die Werte der Fahrgasterhebungen aus dem Jahr 2018 zwar noch nicht vollständig vor. Die schon zur Verfügungen stehenden Daten ließen aber vermuten, dass in dieser zeitspanne gut zehn Millionen Fahrgäste mit den Regionalbussen gefahren sind, heißt es da. Dies entspräche einer Steigerung gegenüber dem Jahr 2015 um knapp 32 Prozent. Daran lasse sich ablesen, dass das zuletzt immer stärker ausgeweitete Bus-Angebot tatsächlich angenommen werde, betonten mehrere Redner.

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Die nächsten Ziele sind nun vor allem Verbesserungen an den rund 800 Bushaltestellen im Landkreis. Sie müssen – das fordert der Gesetzgeber – barrierefrei werden, sollen Dächer bekommen und mit Radabstellplätzen versehen werden, wo es nötig und möglich ist. Immer wieder betont wird außerdem die Wichtigkeit der so genannten Mobilitätsstationen. Dort sollen verschiedenen Verkehrsformen miteinander verknüpft werden_ Car- und Bikesharing etwa sollen hier eine Rolle spielen. Es bestehe großes Interesse der allermeisten Gemeinden an einer Mitwirkung, hieß es dazu kürzlich.

Der Plan: Auch digitale Bezahlformen einführen

Ferner will man andere Bezahlformen (digital) einführen, an der Qualität allgemein arbeiten und es schaffen, dass die Bewegung der Busse im Internet in Echtzeit verfolgt werden kann. Außerdem arbeitet der Landkreis an alternativen Antriebssystemen für die Busse, was sich allerdings erst in einiger Zeit umsetzen lasse, da das Thema komplex sei, wie ÖPNV-Experte Hermann Seifert sagte. Man müsse jede Linie einzeln bewerten. Er kündigte zudem Bemühungen um Busspuren und beispielsweise Ampelvorrangschaltungen an. Das Ziel dieser Anstrengungen ist es vereinfacht gesagt: Steht der Autofahrer im Stau und der Bus kommt trotzdem vorwärts beziehungsweise überholt ihn sogar, dann steigt auch der überzeugteste Pkw-Mobilist irgendwann (freiwillig) in einen Bus.

Bei der Debatte erinnerte Gröbenzells Bürgermeister Martin Schäfer (UBV) an die Schwierigkeit, gutes Personal zu finden. Olchings Rathauschef und Kreisverkehrsreferent Andreas Magg (SPD) unterstrich die Bedeutung von Radschnellwegen, für die man mehr tun müsse, lobte aber auch, was in den vergangenen Jahren in Sachen ÖPNV erreicht wurde. In Reaktion auf Fickers Vergleich mit der Champions League meinte Magg: „Mir reicht die Bayernliga, wo wir ja ordentlich mitspielen – und von da aus wollen wir weiter aufsteigen.“

Millionenschweren Ausgaben für ÖPNV kein Thema

Kein Thema waren die millionenschweren Ausgaben für den ÖPNV im Landkreis, denen freilich auch steigende Einnahmen (je nach Fahrgastzahl) gegenüberstehen dürften. Das aber wird spätestens bei den Haushaltsdebatten – Stichwort Kreisumlage vor der Kommunalwahl – im Herbst virulent. Seifert kündigte an: „Es wurde viel gemacht und es wird noch mehr gemacht werden in nächster Zeit.“ Jetzt gehe es in erster Linie darum, das erreichte zu veredeln.

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