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Das Kirchweihfest auf dem Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck.

Naherholungsgebiet bei München

Tourismus in Fürstenfeldbruck

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Fürstenfeldbruck ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Münchner. Doch nicht nur aus der Landeshauptstadt reisen die Gäste an, sondern aus der ganzen Welt.

Fürstenfeldbruck - Der oberbayerische Landkreis Fürstenfeldbruck befindet sich rund 25 Kilometer westlich der bayerischen Landeshauptstadt München. Fürstenfeldbruck steht für Kultur und diese geht Hand in Hand mit Tourismus.

Fürstenfeldbruck hat viel zu bieten: die Klosterkirche Fürstenfeld mit seinem Veranstaltungsforum, das Museum Fürstenfeldbruck, die Stadthalle Germering, aber auch die Feste und Märkte und die vielen Wander- und Radlwege. Fürstenfeldbruck bietet Vielfalt - verbunden mit einer einzigartigen Geschichte.

Fürstenfeldbruck: Badekur an der Amper

Schon im Mittelalter wurde dem Wasser der Amper, die durch Fürstenfeldbruck fließt, eine gewisse Heilkraft nachgesagt. Bereits im 12. Jahrhundert soll es die ersten Bäder bei Schöngeising gegeben haben. Später betrieben die Zisterzienser das Bad an der Amperbrücke in Bruck. Es war ihnen im Jahr 1553 von Herzog Albrecht V. übertragen worden. In den nächsten 300 Jahren betrieben Bader als Pächter das Bad in Bruck. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gewann das Brucker Bad mehr und mehr an Beliebtheit. Jakob Groß spricht in seiner Chronik von Fürstenfeldbruck davon, dass die „Invaliden schon viel Rühmliches von dem klösterlichen Wasser der Ammer zu erzählen“ wussten.

Mit seinem hohen Moorgehalt half das Wasser vor allem bei Rheuma, Ischias, Gicht und ähnlichen Erkrankungen. 1853 empfahl der Münchner Arzt Franz Xaver König Fürstenfeldbruck zur „Sommerfrische für das benachbarte München“, das das Wasser der Amper „ein an Reinheit und Milde unübertreffliches Wasser“ sei. Kurbäder kamen zu dieser Zeit allgemein in Mode. Einer der bekanntesten Pionieren auf diesem Gebiet war wohl der Pfarrer von Wörishofen, Sebastian Kneipp. Angeblich wollte dieser in Fürstenfeldbruck sogar eine zweite Kaltwasserheilanstalt errichten, starb jedoch zuvor.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert gewann Fürstenfeldbruck als Sommerfrische zunehmend an Bedeutung. Mit der 1873 eingerichteten Eisenbahnlinie München-Buchloe war zudem eine bequeme Anreise garantiert. Die meisten Gäste kamen dabei aus München. Mit der Alpenerschließung ab 1900, endgültig jedoch mit dem Zweiten Weltkrieg, verlor Fürstenfeldbruck seinen Status als Kurort.

Wintersport in Fürstenfeldbruck

Im Winter 1910 entstand eine neue Attraktion in Bruck. Ein Einheimischer eröffnete an der Ludwigshöhe eine Rodelbahn mit Unterkunftshütte und lockte somit auch in den Wintermonaten Touristen nach Fürstenfeldbruck. Das Haus wurde vom Deutschen Touring-Club betreut, woraufhin die Attraktion schon bald expandierte. Schon wenige Jahre nach der Eröffnung der Rodelbahn  schmückte ein Schild mit der Aufschrift „Wintersporthaus“ den Eingang der einstigen Unterkunftshütte.

Touristen reisten mit eigens organisierten Sonderzügen von München nach Bruck und auch so manche „königliche Hoheit“ soll sich unter den Besuchern befunden haben. 1916 wurde ein Neubau erstellt und ersetzte damit die alte Rodelbahn. Das Gebäude existiert noch heute.

Von nun an gab es drei Rodelbahnen zu befahren, abends sogar bei Lampion-Beleuchtung. Für die Gäste standen etwa 400 Schlitten unterschiedlichster Größe zum Verleih bereit. Durch den Zweiten Weltkrieg und das spätere Aufkommen des Skifahrens als Breitensport verlor die Rodelbahn langsam an Attraktivität. Zum Schluss blieb nur noch die „Gaststätte Rodelbahn“ über - doch die erzählt ihre eigene Geschichte.

Fürstenfeldbruck: Das Wohnzimmer der Andersdenkenden

Das Jahr 1968 zog seine Kreise auch im Landkreis Fürstenfeldbruck und zog damit sogar manchen Andersdenker aus der Großstadt raus auf das Land. Heutzutage könnte man meinen, die 68er hätten permanent debattiert und demonstriert, gar noch im Bett die Revolution geübt. Doch so genussfeindlich war die aufbegehrende Jugend auch damals nicht, nur waren die Möglichkeiten, Party zu machen, ungleich beschränkter als heute. Lediglich eine einzige Kneipe gab es, in der sich abends Gymnasiasten, Studenten und Künstler trafen: Die „Rodelbahn“.

Die damals schon über 50 Jahre alten Gaststätte war so etwas wie das gastronomische Zentrum des Freigeistes. Entstanden aus einer alten Unterkunftshütte für die Schlittenfahrer vor dem Ersten Weltkrieg und nach 1945 Stammkneipe für amerikanische Besatzer und später Flieger wurde die Rodelbahn in den 60er Jahren unter der Wirtin Hedi Grey-Wargau endgültig zur Legende. Die Kunstfreundin scharte Gäste um sich, die an der Münchner Akademie lehrten oder studierten. Auch selbsternannte Literaten und dichter fühlten sich von der verträumt gelegenen, altbayerischen Wirtschaft mit ihrem so gar nicht altbackenen Publikum angezogen.

Ein Grund hinzugegehen waren die berühmten Bratkartoffeln der Chefin, von denen heimgekehrte US-Soldaten noch in amerikanischen Lokalzeitungen schwärmten un die nachzumachen bis heute nicht gelungen ist. Ähnlich üppig wie die Portionen war allerdings auch die Wartezeit. Dass die von allen Ehemaligen als herzensgute Seele geschilderte Hedi ihre verarmten Künstler und mittellosen Studenten mitunter auch kostenlos bewirtete, tat der Popularität des Etablissements natürlich keinen Abbruch, mag aber dazu beigetragen haben, dass die Rodelbahn nie wirklich zu einer Goldgrube wurde.

Tourismus Fürstenfeldbruck: Die 68er Jahre auf dem Land

Auch andere Genussmittel waren nicht unbekannt. Ab und zu habe es „schon süßlich gerochen“, erinnert sich ein Gast von früher. Ein anderer spricht sogar von einer „Hasch-Kneipe“. In der früher lange Zeit als Weinlokal bekannten Rodelbahn hielten sich viele Gäste bei einem Preis von einer Mark für die Flasche Marthabräu aber an das Bayerische Nahrungsmittel. Und das mitunter reichlich: Manche hätten „mit dem Auto heimfahren müssen, weil‘s nicht mehr gehen konnten“, scherzt Hedis Tochter Vivian, die heute noch in der früheren Rodelbahn lebt.

Dennoch: „Es war keine Kneipe für Dachdecker, der mal zum Saufen geht“, meint heute jemand, der wie viele andere eine akademische Laufbahn eingeschlagen hat. „Das Bildungsniveau war etwas höher als in einer normalen bayerischen Wirtschaft“, sagt die damals 15-jährige Vivian, die in der Küche mithalf und am Leben im Gastzimmer teilnahm. Gerade für die jungen Gleichgesinnten „war es Heimat, war es Wohnzimmer“, erinnert sich die Tochter: „Hier haben die Leute das Gefühl gehabt, hier sind sie frei.“

Gerade in den wilden Sechzigern soll viel über Politik geredet worden sein, mehr aber auch nicht. „Wer anders gedacht hat als das herrschende Establishment, ist nicht gleich angefeindet worden“, sagt der ehemalige Rodelbahn-Kellner Lothar Langner. „Liberal bis sozial“ sei das Publikum gewesen, findet Grey.

Freilich: Dominiert wurde die Rodelbahn nach der Erinnerung Vieler vom großen Stammtisch der jungen Leute. Und dort wurde sicher über Frauen, aber eben nicht über Fußball geredet, sondern politisiert und philosophiert. An diesem Kreis teilzunehmen, in den man erst hineinwachsen musste, sei eine Art „lebensphilosophisches Seminar“ gewesen, sagt einer der damaligen Gäste.

Tourismus Fürstenfeldbruck: Radeln im Landkreis

Die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck liegt nicht nur am Fluss Amper, sondern auch am Ammer-Amper-Radweg. Genauer gesagt: mittendrin. Der gut 200 Kilometer lange Fernradweg geht von Moosburg über den Ammersee bis nach Oberammergau. Man hat in Fürstenfeldbruck also die freie Wahl, in welche Richtung es gehen soll. Gleichzeitig kann man die Schönheiten der Amperauen genießen und durchatmen, da der Streckenabschnitt um die Stadt nur von sanften Hügeln geprägt ist.

Des Weiteren gibt es den Amper-Würm-Radweg. Die Tour startet in Fürstenfeldbruck und führt nach Südosten. Über Teile der „Via Julia“, den berühmten Radweg von Günzburg nach Salzburg, führt der Radweg über Gilching ins Würmtal nach Gauting. Dort hat man den Anschluss an den „Würm-Radweg“, der von Dachau nach Starnberg führt.

Man kann sich jedoch auch für den Fünf-Seen-Radweg entscheiden. Dieser führt zuerst nach Süden nahe am Jexhof vorbei und schließt bei Etterschlag and das Radnetz des Landkreises Starnberg und den „Ammersee-Radweg“ an.

Veranstaltungsforum im Kloster Fürstenfeld

Das Veranstaltungsforum Fürstenfeld zählt mit beinahe 300.000 Besuchern jährlich zu den führenden Tagungs- und Kulturzentren Süddeutschlands. In der Barockanlage des ehemaligen Zisterzienserklosters begeistert die Mischung aus dem historischen Gebäude mit moderner Architektur und Technik, fabelhafter kulinarischer Bewirtung und einem Vier-Sterne-Hotel. Mit insgesamt sechs Reihen in den Bereichen Kammermusik und Alte Musik, Jass und Blues, Theater und Literatur bietet das Veranstaltungsforum Fürstenfeld ein abwechslungsreiches Programm. Die barocke Kirche und die dazugehörigen Gärten verschaffen dem Veranstaltungsforum eine einzigartige Atmosphäre.

Ferner gibt es den Kabarett-Nachwuchswettbewerb „Paulaner Solo“, der seit 2007 in Fürstenfeld durchgeführt wird, und ein Format für den Nachwuchs aus der Klassik-Szene, „Junge Stars in Fürstenfeld“. Das ganze Jahr über finden im Veranstaltungszentrum Events statt. Vom Faschingszug über den Ostermarkt und das Kirchweihfest bis zum Christkindlmarkt. Im Veranstaltungsforum Fürstenfeld ist immer etwas los.

Übernachtungsmöglichkeiten Fürstenfeldbruck:

Wer über Nacht im Landkreis Fürstenfeldbruck bleiben will, hat eine große Auswahl. Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen, Jugendgästehäuser oder Wohnmobilstellplätze - für jeden ist etwas dabei. Viele der Häuser haben eine weitreichende Geschichte, wie beispielsweise das Hotel zur Post in Fürstenfeldbruck.

tf/Olf Paschen

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