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Trauer um die unermüdliche Wirtin von Puch

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Maria Westermayerist im Alter von 90 Jahrenverstorben.    Repro: osman

Ihre Gaststätte war bis zum Schluss ihr Lebensinhalt. Noch kurz vor ihrem Tod war Maria Westermayer dort aktiv, so gut sie konnte. In letzter Zeit ließ sie die Gäste ihr Bier selbst einschenken, und niemand hatte damit ein Problem.

Puch –  „Alle waren immer froh, wenn sie aufgesperrt hat“, sagt Adoptivsohn Hans Märkl. „Weil es nicht so vornehm war.“ Nun ist die Gastwirtin im Alter von 90 Jahren gestorben.

Maria Westermayer wurde 1928 in Priel bei Bergkirchen geboren. Harte Arbeit war sie als Bauerntochter und Absolventin einer Hauswirtschaftsschule gewöhnt. Als sie mit 37 Jahren nach Puch heiratete, arbeitete sie zunächst in der Landwirtschaft ihres Mannes und – nach dem Tod der Schwiegereltern – auch in der angeschlossenen Wirtschaft mit. Sogar ein Kramerladen gehörte eine Zeitlang zum Betrieb. Doch die Dreifachbelastung wurde irgendwann sogar der unermüdlichen Wirtin zu viel – das Geschäft wurde geschlossen.

Lange war der Gasthof Westermayer die einzige Wirtschaft in Puch und damit das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. „Hochzeiten, Faschingsbälle, Trauerfeiern – alles hat sich da abgespielt“, erzählt Hans Märkl. Nach dem Bau des Bürgerhauses wurden die Veranstaltungen weniger, doch der Gasthof blieb das Stammlokal vieler Vereine. Sie fühlten sich willkommen und wussten, man konnte Maria Westermayer um alles bitten. „Sie hat nie nein gesagt, wenn jemand etwas wollte.“ Wer sein Bier nicht gleich zahlen konnte, durfte anschreiben lassen.

Der Landjugend stellte sie ihren Stadl als Lager für Tische und Bänke zur Verfügung. Den Maibaum ließ sie dreimal in ihrem Garten aufstellen, weil ein anderer Platz nicht zur Verfügung stand.

Die Gastwirtin liebte den Kontakt mit Menschen und erfuhr alle Pucher Neuigkeiten als Erste. Ab und zu selbst ein kleines Bier zu trinken, ließ sie sich auch im hohen Alter nicht nehmen. Ihren 90. Geburtstag im Februar feierte sie in ihrer Wirtschaft dreimal – mit den Nachbarn, den Stammgästen und ihrer Familie.

Weil die Ehe mit ihrem Herbert kinderlos geblieben war, adoptierte Maria Westermayer vor acht Jahren den Sohn ihrer Schwester. Hans Märkl war schon als Bub oft in Puch und half in der Wirtschaft mit. „Ich habe das gerne gemacht“, erzählt der 60-Jährige. Zuletzt kümmerte er sich um die Betreuung seiner Adoptivmutter, der zunehmend gesundheitliche Probleme zu schaffen machten. Doch im Kopf und im Herzen blieb die Seniorin jung bis zum Schluss.  os

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