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„Ich habe mich lange nicht getraut, den Schritt zu gehen.“ Die Schülerin Katharina Holzhey über das regie-führen bei ihrem eigenen Stück

Premiere

Traum inspiriert Abiturientin zu erstem eigenem Theaterstück

Die Idee kam ihr buchstäblich im Schlaf. Während eines Schüleraustauschs in Neuseeland wachte Katharina Holzhey eines Tages aus einem Traum auf, der so cool war, dass sie ihn nicht wieder vergessen konnte. Sie schrieb ihn auf und baute eine Geschichte darum herum – erst als Buch, dann als Theaterstück.

Fürstenfeldbruck - Am heutigen Dienstag, 31. Januar, wird das Werk „Fadenspiele“ am Viscardi-Gymnasium uraufgeführt. „Es ist ein sehr, sehr ernstes Stück“, erzählt die 18-jährige Autorin, die auch selbst Regie geführt hat. Im Zentrum steht ein Mädchen auf der Suche nach sich selbst. Soll Alice sich anpassen oder ihren eigenen Weg gehen, egal, was die anderen sagen? Um den Konflikt zu verdeutlichen, wird die Hauptfigur von zwei Darstellerinnen gespielt. Die eine, weiß gekleidet und blond, verkörpert die glatte Fassade, die das Mädchen der Welt präsentiert. Die andere – in Schwarz und mit Dreadlocks – steht für das Innenleben, das sie vor allen Personen um sie herum verbirgt.

Das geht so lange gut, bis jemand in ihr Leben tritt, vor dem sie sich nicht verstellen kann. Dieser Jemand sollte eigentlich ein Junge namens Ben sein. Da sich aber kein geeigneter Darsteller fand, wurde die Figur zu einer geschlechtsneutralen Person namens „Sam“ und wird von einem Mädchen gespielt.

Die Entscheidung, selbst Regie zu führen, ist der Brucker Schülerin nicht leichtgefallen. „Ich habe mich lange nicht getraut, den Schritt zu gehen“, gesteht sie. Letzendlich hat Katharina Holzhey ein dreiviertel Jahr mit ihren Schauspielerinnen an der dramaturgischen Umsetzung des Stücks gearbeitet. In Nebenrollen sind zwei Lehrer als Alice’ Eltern zu sehen. Die Musik zum Stück hat der mehrfach ausgezeichnete Münchner Impro-Musiker und Komponist Lukas Maier geschrieben.

Die letzten Wochen voller Proben waren besonders anstrengend, die To-do-Liste wurde länger. Doch kurz vor der Premiere ist Holzhey „sehr gelassen“. Wenn sie im Sommer ihr Abi in der Tasche hat, will sie ein kulturelles Jahr einlegen und am Theater arbeiten. Bei einer Regieassistenz am Theater 5 hat die Bruckerin, die gern Gitarre spielt, zeichnet und reitet, schon Bühnenluft geschnuppert. Danach möchte sie Philosophie studieren.  os

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