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Pilotprojekt für Ältere Landwirte

Trittsicher im Austrag

Auch Austragler wollen heute nicht nur in der Stube hinter dem Ofen sitzen, sondern möglichst lang fit bleiben und aktiv am Leben teilnehmen. Dafür ist Trittsicherheit gefragt. Ein Pilotprojekt dazu startete jetzt im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck  Wer rastet, der rostet: Ganz nach diesem Motto geht Leni H. aus Moorenweis das Bewegungstraining für Senioren an, das der Sozialversicherungsträger der Landwirte in Hörbach anbietet. Sie lebt im Austrag in einem alten Bauernhaus mit langen Gängen, aber: „Da geht es Gott sei Dank nicht eng her“, sagt die 77-Jährige. Sie ist entweder auf Krücken oder den Rollator angewiesen, weil die Knie und der Rücken nicht mehr so recht mitmachen.

„Wenn man an so einem Kurs teilnimmt, dann lässt man sich nicht so gehen, außerdem will ich mich noch recht lang auch um die Blumen im Garten kümmern können“, betont Leni H.. Auch ihr Arzt habe ihr geraten, ja nicht aufzugeben, sondern in Bewegung zu bleiben. Das erleichtere einfach den Alltag.

Elf ehemalige Bäuerinnen und Bauern sind zum Trittsicher-Kurs in der alten Schule gekommen. Hörbachs Ortsbäuerin Elfriede Rasch freut sich, dass sie so viele Senioren dafür begeistern konnte. „Das ist einfach ein wichtiges Thema, und sogar die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Kathrin Sonnenholzner, hat das kürzlich beim Ehrenabend der Landwirte als vorbildliches Angebot gelobt.“

Maria Rottenkolber aus Purk muss sich nach einem Oberschenkelhalsbruch wieder „darappeln“, auch wenn ihr so manche Übung noch schwer fällt. „Alles kann ich leider nicht mitmachen und manches geht halt nur im Sitzen.“ Vor über einem Jahr ist Maria Rottenkolber gestürzt – die „Hausstapfa“ ihres Sohnes hinunter. „Hausstapfa ist ein altes Wort für Treppe, aber das kennen die jungen Leut’ ja heut nimmer“, sagt sie.

In ihrem Bauernhaus gibt’s zwar kleine Schwellen, aber sie wohnt ebenerdig. „Und wenn ich eine Treppe nehmen muss, dann gehe ich sie mit Respekt rauf oder runter“, plaudert die Altbäuerin munter weiter. Ein- bis zweimal die Woche geht sie zur Krankengymnastik, denn sie will so lange wie möglich mobil und aktiv bleiben. Weil es im beschaulichen Dörfchen Purk kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt, ist die 80-Jährige auf das Auto angewiesen, das sie auch noch oft nutzt.

Karl und Hildegard Schmid besuchen den Trittsicher-Kurs gemeinsam. „Vor ein paar Jahren bin ich bei den Stufen an unserem Hauseingang gestürzt – eigentlich hab ich mehr Schreck als Schmerz gespürt“, erzählt der 75-jährige Ehemann. Er fährt nach wie vor gern mit dem Bulldog aufs Feld, aber: „Im Alter geht halt alles ein bisserl langsamer.“ Um häusliche Unfälle zu vermeiden, lebt er mit seiner Frau im Erdgeschoss. Von der Badewanne hat sich das Ehepaar längst verabschiedet und eine bodengleiche Dusche einbauen lassen. Auch der ehemalige Hörbacher Wirt, Florian Sandmeir, schwört auf den Kurs: „Ich merke schon, dass es was bringt, man ist aufmerksamer, lockerer und sicherer, und mit jeder Übung wird’s besser“, freut er sich.

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