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Bericht der Stadtverwaltung

Über 300 Wohnungen fallen bis 2025 aus Sozialbindung

 Erst am Dienstag hatte eine Debatte im Stadtrat gezeigt, mit welchen Schwierigkeiten die Organisation von kommunalem Wohnungsbau in Fürstenfeldbruck verbunden ist. Die Stadt ist verschuldet, die Verwaltung ausgelastet und die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft, an die die Aufgabe ausgelagert werden könnte, ist ungewiss.

Fürstenfeldbruck

Dabei besteht dringender Handlungsbedarf. Das offenbarte am Mittwoch ein Bericht der Verwaltung im Planungs- und Bauausschuss. Schon heute können nur die wenigsten Bürger, die einen Anspruch auf eine Wohnung mit Sozialbindung haben, auch untergebracht werden.

1858 Beratungsgespräche zum Thema gefördertes Wohnen führten Sabine Weindl und Heike Kneidl, die im Rathaus dafür zuständig sind, im letzten Jahr. In 2017 erhielten 287 Fürstenfeldbrucker einen Wohnberechtigungsschein, der aussagt, dass sie theoretisch eine geförderte Wohnung beziehen dürften. In der Regel übernimmt dann der Staat einen Teil der Miete, weil die Personen selbst nicht alles bezahlen können. Außerdem sind die Mieten nicht so hoch wie auf dem freien Markt. Doch gerade einmal 33 Berechtigten wurde eine entsprechende Wohnung vermittelt, ein klares „Missverhältnis“ sagte Sabine Weindl im Planungs- und Bauausschuss.

Die weitaus größte Gruppe der Betroffenen, 57 Prozent, sind dabei zwischen 25 und 49 Jahren alt. „Die in der Mitte des Lebens stehen, haben den größten Bedarf“, sagte Weindl. Diese Menschen verdienen meist zu wenig oder beziehen zum Beispiel Arbeitslosengeld.

Knapp die Hälfte der Berechtigten stammt aus Deutschland, 16 Prozent aus afrikanischen Staaten und elf Prozent aus anderen EU-Staaten. Fast alle kommen aus dem Stadtgebiet von Fürstenfeldbruck, manche haben vorher in Nachbargemeinden wie Emmering, Maisach und Mammendorf gewohnt. In Kommunen also, die „überhaupt keine Sozialwohnungen in ihrer Gemeinde haben“.

In Fürstenfeldbruck sind nur vier Prozent des gesamten Wohnraums öffentlich gefördert, zurzeit sind das 611 Wohnungen. In München liegt diese Quote beispielsweise bei zehn Prozent. Und bis 2025 fallen mehr als 300 Wohnungen in Bruck aus der Sozialbindung. Die Eigentümer können die Mieten dann nach und nach an den ortsüblichen Preis anpassen. Allein um den Bestand zu halten, müssten in den nächsten Jahren 350 neue geförderte Wohnungen entstehen, sagte Stadtbaurat Martin Kornacher.

Die Stadt hat in den letzten Jahren schon selbst solche Wohnungen gebaut, zum Beispiel an der Parsevalstraße. Gleichzeitig nimmt man private Bauherren in die Pflicht. 40 Prozent von neu geschaffenem Baurecht müssen für geförderte Wohnungen genutzt werden. Dass das ausreicht, um zumindest die jetzige Zahl stabil zu halten, ist aber sehr fraglich. „Wir müssen uns auf jeden Fall Gedanken machen, wie wir mehr Wohnungen errichten“, sagte Planungsreferent Christian Stangl (Grüne). Walter Schwarz (SPD) sah die Fehler bei Landes- und Bundespolitik: „Wir haben in den letzten 30 Jahren den sozialen Wohnungsbau abgeschafft.“ Weitergehende Pläne berieten die Stadträte nicht. Klar ist für den Stadtrat nur, dass „viel Handlungsbedarf von unserer Seite aus“ bestehe, wie Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) sagte. fd

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