Die Zulassungsstelle in der Hasenheide.
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Die Zulassungsstelle in der Hasenheide.

Fürstenfeldbruck

Überlastete KfZ-Stelle in der Hasenheide wird ausgebaut

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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Die KfZ-Zulassungsstelle in der Fürstenfeldbrucker Hasenheide wird saniert und um einen Anbau samt Fotovoltaikanlage erweitert. Die Kosten dafür sollen bei etwa sechs Millionen Euro liegen – Warteschlangen und Lärm der Vergangenheit angehören.

Fürstenfeldbruck – Die Notwendigkeit umfassender Erneuerung ist seit längerem unumstritten und war schon Gegenstand eines Grundsatzbeschlusses im Kreistag. Jetzt liegen detaillierte Planungen vor und der Kreisausschuss war sich einig, der um etwa eine Million Euro teureren von zwei Varianten den Vorzug zu geben. Energetisch betrachtet wäre der Bau nach Variante 1 konventionell erfolgt. Variante 2 dagegen orientiert sich am Niedrighausstandard.

Für die Zeit der Arbeiten wird die Zulassungsstelle vorübergehend ins Landratsamt umziehen, was laut Verwaltung mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich ist. Vermeiden will man auf diese Weise einen Umbau der

Kfz-Stelle unter laufendem Betrieb.

Auf Kritik im Ausschuss stieß der Plan des Architekten, die Entwässerung über eine innen liegende Rinne erfolgen zu lassen. Da sei Ärger vorprogrammiert, meinte etwa Johann Wörle (CSU), weil bei starkem Regen die Gefahr des Überlaufens groß sei. „Niemand kauft sich einen Regenschirm, bei dem einem hinten das Wasser in den Kragen läuft“, sagte Wörle. Der Kreisrat stieß damit auf breite Zustimmung. Eine Außenliegende Rinne soll nun vorgeschrieben werden.

Angelika Simon-Kraus (Grüne) brachte eine (tatsächlich denkbare) Begrünung des Dachs und/oder der Fassade ins Spiel. Die Bäume in der Hasenheide würden von den Unternehmen dort so klein wie möglich gehalten, sodass sie kaum noch ihren Zweck erfüllen könnten, sagte sie zur Begründung.

Bauantrag bei der Stadt

Die Bauplanung und der entsprechende Antrag sollen nun genauer ausgearbeitet und im Herbst 2021 bei der Stadt Fürstenfeldbruck eingereicht werden. Im Landratsamt rechnet man damit, dass bis zur Genehmigung des Baus rund fünf Monate vergehen. Baubeginn könnte also im Mai 2022 sein.

Landrat Thomas Karmasin hatte davon gesprochen, dass leider wieder ein ordentlicher Betrag aus der Kreiskasse fällig werde. Der Um- und Anbau sei aber außerordentlich wichtig. Die Mitarbeiter wünschten sich verständlicherweise zeitgemäße Arbeitsplätze.

Lange Wartezeiten für Kunden und zu wenig Platz für Mitarbeiter gehören in der Brucker Zulassungs- und Fahrerlaubnisstelle derzeit zum ärgerlichen Alltag. Der Umbau soll das nun ändern.

Viel mehr Fahrzeuge unterwegs

Das Gebäude am Rudolf-Diesel-Ring wurde im Jahr 1986 fertiggestellt. Seinerzeit war es für 24 Mitarbeiter ausgelegt. Damals gab es rund 90 000 Fahrzeuge im Landkreis. Mittlerweile haben sich diese Zahlen beinahe verdoppelt: 41 Voll- und Teilzeitkräfte kümmern sich nun um einen Bestand von 160 000 Fahrzeugen.

Bei der ebenfalls dort untergebrachten Fahrerlaubnisstelle müssen außerdem bis 2033 alle rosa Führerscheine gegen die neuen Scheckkarten-Dokumente umgetauscht werden. Dabei reicht die Zahl der Schalterplätze schon jetzt nicht mehr aus, um die Anliegen der Kunden innerhalb der vorgegebenen Wartezeit von maximal einer Stunde abzuarbeiten.

Auch die bauliche Situation mit um einen zentralen Wartebereich kreisförmig angeordneten Schaltern entspricht nicht mehr dem Arbeitsschutzgesetz. Bei einer Prüfung im Jahr 2016 wurde bereits festgestellt, dass sich der ständige Lärm sowie der Blickkontakt von und mit den Wartenden besonders belastend auf die Mitarbeiter auswirke.

Teurere Variante auch der Umwelt zuliebe

Der Kreistag hat das Votum des Kreisausschusses inzwischen bestätigt. Rolf Ertl (AfD) hatte dort nachgehakt, ob es wegen der höheren Kosten gegenüber der günstigeren Variante eine Amortisationsrechnung gebe. Nicht im Detail, sagte ein Sprecher der Verwaltung. Ziel sei es, möglichst ökologisch und effizient zu bauen. Zudem müsste die noch funktionierende Heizung in wenigen Jahren ohnehin erneuert werden.

Es sei sinnvoll, das gleich jetzt zu tun. Martin Runge (Grüne) betonte, dass es wichtig sei, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und wenig CO2 auszustoßen. Nicht die Einzel-, sondern die Gesamtwirtschaftlichkeit sei entscheidend. Johann Wörle (CSU) ergänzte, dass das einzige an dem Bau, was man als Luxus sehen könnte, die Photovoltaikanlage sei. Letztlich fiel der Beschluss, die Planung anzugehen, einstimmig. st

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