Die Übungsleiter des Kreises Eltern behinderter Kinder – hier vor drei Monaten beim Aktivtag rhythmische Sportgymnastik – können beruhigt sein: Sie werden weiter bezahlt.

Fürstenfeldbruck

Übungsleiter werden noch bezahlt

Die Corona-Krise bringt auch für Freiberufler große finanzielle Einschnitte mit sich. Dazu zählen auch die Übungsleiter in den Sportvereinen.

Fürstenfeldbruck -  Durch den Ausfall aller sportlichen Angebote bricht ihnen eine fest eingerechnete Einnahmequelle weg. Das Tagblatt hat sich bei einigen Sportvereinen umgehört, wie sie mit der Situation umgehen.

Gymnastik-Trainer Claudius Bicker war hoch erfreut, als er erfuhr, dass der Kreis Eltern behinderter Kinder (EbK) aus Olching seine Übungsleiter auch in der Krise weiter bezahlt: „Dadurch, dass der gesamte Sportbetrieb eingestellt wurde, bricht auch diesen Gruppen momentan jegliche Vergütung weg.“ Der EbK, der sich unter anderem auch um sportliche Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung engagiert, habe seinen Übungsleitern gegenüber Solidarität gezeigt. Bicker hält dies für nachahmenswert. Und in der Tat unterstützen viele Vereine ihre Übungsleiter. Andere können es sich aber schlichtweg nicht leisten.

„Wir haben 280 Übungsleiter“, sagt Hermann Glas, Geschäftsführer des SV Esting. Die bisherigen Honorare könne man diesen nicht mehr zahlen. „Das würde zu sehr an die Substanz des Vereins gehen.“ In den Verträgen sei außerdem geregelt, dass die Übungsleiter ihre Bezahlung nur für die tatsächlich geleisteten Stunden bekommen.

Große Solidarität unter den Mitgliedern

Anders sieht es bei den Festangestellten unter anderem im Büro und der Kindersportschule des Sportvereins aus. Die werden weiter bezahlt. „Kurzarbeit ist bei uns noch kein Thema“, sagt Glas. Was dem Verein hilft: Aktuell gebe es fast keine Anfragen für eine Rückerstattung der Mitgliedsbeiträge aufgrund der ausgefallenen Angebote. Die normalen Vereinsbeiträge könnte der SV ohnehin nicht erstatten. „Dann würden wir die Gemeinnützigkeit verlieren“, sagt Glas. Eventuell müsse man über Sonderbeiträge einzelner Abteilungen sprechen. „Aktuell sehen wir aber eine große Solidarität unter den Vereinsmitgliedern.“

Auf die baut auch Helmut Becker, Präsident des TuS Fürstenfeldbruck. „Jetzt werden wir sehen, ob der TuS als großer Verein auch eine große Familie ist“, sagt er. Die Quartalsbeiträge würden jetzt erst einmal ganz normal eingezogen. „Wir hoffen natürlich, dass die Pandemie nicht ewig dauert.“ Die Übungsleiter könne man vorerst weiter bezahlen. Auf einen gewissen Teil der Beiträge könne man ohnehin nicht verzichten, da der Verein Fixausgaben zu bestreiten habe. „Wenn die Krise länger dauert, werden wir überlegen, wie wir den Mitgliedern entgegen kommen können“, sagt Becker. Dann werde man aber auch irgendwann die Übungsleiter nicht mehr bezahlen können.

Auch beim TSV Moorenweis wurde der Sportbetrieb nach der Allgemeinverfügung der Bayerischen Staatsregierung komplett eingestellt. „Wir wollen aber solidarisch sein, unsere Übungsleiter werden weiter bezahlt so lange es geht“, sagt der Vorsitzende Thomas Tauscher.

In eine finanzielle Schieflage werde das den Verein nicht bringen. „Wir stehen gut da.“ Dazu trug auch der Moorenweiser Faschingszug bei, den der TSV noch vor der Krise durchführen konnte. Auch wenn die Krise länger dauert, sagt Tauscher: „Wir werden die Situation weiter beobachten und für alle eine faire Lösung finden.“

Spontan reagieren muss man auch bei der benachbarten SpVgg Wildenroth. Dort erhalten die Übungsleiter zum Beispiel beim Kinderturnen oder beim Fußball eine Aufwandspauschale. „Derzeit bezahlen wir diese Pauschale bis auf Weiteres weiter“, sagt der Vizevorsitzende Thomas Urban. Wie lange man das tun kann, hänge von der jeweils aktuellen Lage ab. Ein Lichtblick: Auch bei der SpVgg ist bislang nichts bekannt, dass Mitglieder ihre Beiträge aufgrund des ausgefallenen Angebots nicht weiter bezahlen wollen.

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