Wahlkampf SPD - Auftakt
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Die SPD ist im Aufwind: Das freut auch die Genossen im Landkreis.

Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau

Umfrage-Hoch: SPD peilt Direktmandat an

  • Tobias Gehre
    VonTobias Gehre
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Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl schwebt die SPD auf Wolke sieben – zumindest was die Umfragen angeht. Für viele Sozialdemokraten im Landkreis ist das Balsam auf die geschundene Seele. Zu früh freuen wollen sie sich aber nicht. Ein Stimmungsbild.

Fürstenfeldbruck – Viele reiben sich noch immer verwundert die Augen. Die SPD liegt in fast allen Umfragen vor der Union – mit klarem Vorsprung. Vom politischen Prügelknaben haben sich die Sozialdemokraten innerhalb kürzester Zeit zum kraftstrotzenden Favoriten gewandelt. Für Michael Schrodi kommt das nicht überraschend. „Darauf haben wir intensiv hingearbeitet“, sagt der Direktkandidat der SPD für den Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau. Der Olchinger, der erneut ins Parlament einziehen will, sieht zwei wichtige Gründe für das Erstarken seiner Partei: Zum einen sei Olaf Scholz derjenige, dem die meisten das Amt des Bundeskanzlers zutrauen. Zum anderen setze die SPD mit sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz auf die richtigen Themen.

Sich selbst traut Schrodi Historisches zu. „Das Direktmandat ist greifbar.“ Im Gespräch mit den Menschen bekomme er jedenfalls viele positive Rückmeldungen. Es wäre das erste Mal, dass das Direktmandat nicht an die CSU geht.

SPD im Aufwind: Das sagt Kathrin Sonnenholzner

Aus dem Wahlkampf hält sich Kathrin Sonnenholzner größtenteils raus. Die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete aus Jesenwang ist aber auch zuversichtlich, dass sich die guten Umfragen im Wahlergebnis widerspiegeln. Sonderlich überrascht wirkt die Gesundheitspolitikerin nicht über das plötzliche Erstarken ihrer Partei. „Ich bin seit 1974 in der Politik. Da wundert einen nichts mehr.“ Einen kleinen Seitenhieb auf den Konkurrenten, der so lange oben auf war, kann sie sich aber nicht verkneifen. „Für die Union ist das jetzt eine charakterbildende Erfahrung.“

SPD im Aufwind: Vorsicht vor den Umfragen

Charakter hat für Gerhard Gauck in den vergangenen Monaten vor allem die SPD bewiesen. „Bei uns gibt es seit der Kür des Kandidaten keinen Streit mehr“, sagt der Sozialdemokrat, der als einziger seiner Partei die Stellung im Schöngeisinger Gemeinderat hält. Eine Koalition kann sich Gauck auch mit der Linken vorstellen – unter einer Bedingung: „Die Linke muss von ihren Extrempositionen wie dem Nato-Austritt wegkommen.“ Den guten Umfragen traut Gauck nicht über den Weg. Andererseits gibt er zu: „Es streichelt die Seele des Sozialdemokraten.“

SPD im Aufwind: Das sagt Puchheims Bürgermeister

Sonderlich geschunden ist die bei Norbert Seidl ohnehin nicht. Schließlich ist der SPD-Mann schon seit 2012 Puchheims Bürgermeister. Allerdings warnt der Rathaus-Chef vor zu großer Euphorie ob der guten Umfragewerte. „Ich würde noch keinen Sekt aufmachen. Kalt stellen kann man ihn aber schon mal“, sagt Seidl. Er rechnet übrigens mit einer Dreier-Koalition – was nicht unbedingt schlecht sein müsse. „Je mehr Parteien dabei sind, desto mehr Leute werden mitgenommen.“

Sehr zufrieden ist auch Christoph Maier. Der SPD-Kreisrat, der im vergangenen Jahr für den Posten des Landrats kandidierte, führt die guten Umfragewerte vor allem auf das Thema soziale Gerechtigkeit zurück, wo die SPD stark sei. „Das ist die Reanimation unseres Markenkerns“, so Maier.

Die „gute Arbeit der SPD in der Regierung“ vermutet der Brucker Stadtrat Philipp Heimerl hinter der gestiegenen Zustimmung. Gerade vor dem Hintergrund von internationalen Krisen wie in Afghanistan und der Pandemie sei eine gewisse Regierungserfahrung und Seriosität in der Regierungsarbeit wichtig. Sein Fazit: „Wir haben einen guten Kandidaten, dem es die Bürger zutrauen.“

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