Ingo Hahn will in den Landtag,

Landtagswahl 2018

Umstrittener Direktkandidat auf Platz neun der AfD-Liste

 Ingo Hahn ist zwar bereits mit 11:9 Stimmen als Direktkandidat der AfD im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost für die Landtagswahl nominiert worden. Gegen diese Nominierung aber läuft ein parteiinternes Schiedsgerichtsverfahren. Dennoch wurde Hahn jetzt in Hallbergmoos auf Platz 9 der Oberbayern-Liste der AfD gewählt.

Fürstenfeldbruck– Ingo Hahn wird innerhalb der AfD vorgeworfen, sich im Vorfeld seiner Nominierung zum Direktkandidaten Mitgliederdaten verschafft zu haben, um für sich vorab am Telefon zu werben. Mehrere AfD-Mitglieder halten dieses Vorgehen nach Tagblatt-Information mindestens für unlauter, wenn nicht gemäß den Statuten der AfD sogar für rechtswidrig (es geht um Datenschutz). Sie haben deshalb das Schiedsgerichtsverfahren angestrengt.

Wie ein Sprecher der AfD Dachau/Fürstenfeldbruck betont, habe sich der AfD-Landesverband aber bereits dazu entschlossen, keine Neuwahl im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost durchzuführen. Das Urteil des Landesschiedsgerichts aber stehe noch aus. Es sei dieser Tage zu erwarten.

Wie der Sprecher der AfD außerdem berichtet, wurde Christoph Steier aus dem Stimmkreis Dachau für den Kreisverband Bruck/Dachau auf Platz 4 der Oberbayern-Liste gewählt. Die Direktkandidatin aus dem Stimmkreis-Bruck-West/Landsberg, Edeltraut Schwarz, habe keinen vorderen Listenplatz erlangen können.

Unkommentiert ließ der Sprecher Anfragen zum Verhältnis der Fürstenfeldbrucker AfD-Vertreter zu ihren Dachauer Kollegen im Kreisverband, wobei er auch vor Spekulationen warnte. Nach Tagblatt-Informationen aber herrscht innerhalb des Doppel-Kreisverbands eine höchst angespannte Stimmung, die bis hin zum offenen Streit reicht.

Dabei geht es um Vorgehensweisen des Kreisverbands, um Ämter, um den Vorwurf fehlender Protokolle nach Sitzungen und auch um Geld. In einer Vorstandssitzung sollen sogar Gegenstände geflogen sein, hieß es. Der Versuch, einen eigenen Brucker Kreisverband unabhängig von Dachau ins Leben zu rufen, sei an den Mehrheitsverhältnissen im Vorstand gescheitert.

Ingo Hahn aus Starnberg ist wie berichtet wissenschaftlich tätig in den Fachrichtungen Geographie und Geoökologie. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern zusammen. Den Schwerpunkt seiner politischen Tätigkeit im Landtag würde er in Umwelt-, Energie- und Bildungsfragen sehen. Hahn habe durch seine Arbeit im Bundeskonvent der AfD und in Fachausschüssen vielfältige politische Erfahrung gesammelt, erklärte unlängst der Sprecher des Kreisverbands Bruck/Dachau.

Als Oberbayerischer Spitzenkandidat wurde bei der Listenreihung Franz Bergmüller gewählt, der sich seinerseits dem Vorwurf einer unerlaubten Doppelmitgliedschaft zum Zeitpunkt seines Parteieintritts ausgesetzt sieht und als Anführer der so genannten Leberkäs-Fraktion gilt, der auch viele Vertreter der Partei aus Dachau zugerechnet werden.  st

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