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In Berlin: Erich Raff (r.) bei Alexander Dobrinth im Bundesverkehrsministerium.

Projekt E-Fürst

Umweltschutz 2.0: Bruck überlegt Carsharing mit Elektroautos

Fürstenfeldbruck – Wie viel Potenzial haben Carsharing-Modelle und E-Mobilität in Fürstenfeldbruck? Das will die Stadt mit einer Untersuchung feststellen und dann ein Konzept erstellen lassen – Zuschüsse vom Bund hat man dafür schon sicher.

Für den Verkehrsplaner der Stadt, Matthias Fiedler, ist der Ausblick jedenfalls klar: „Es gibt ein relativ hohes Potential für Carsharing.“ Das heißt: Auch in Fürstenfeldbruck sollte man über das Modell, bei dem alle Interessierten bereitgestellte Autos abwechselnd nur im Bedarfsfall nutzen, nachdenken. Dies hatten im Sommer 2015 die Stadtratsfraktionen von BBV und Grünen beantragt.

Das erste greifbare Ergebnis auf diesem noch langen Weg konnte Fiedler nun dem Umwelt-, Verkehr- und Tiefbauausschuss präsentieren. Denn die Stadt hatte schon mal einen Förderantrag beim Bund gestellt, den positiven Bescheid konnte der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) in Papierform im Mai bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in Berlin abholen. Der Bund übernimmt damit 80 Prozent der Kosten für eine Studie, maximal werden 80 000 Euro ausbezahlt. Damit werden Fachleute Untersuchungen zu den Potenzialen von E-Mobilität und Carsharing in Bruck anstellen.

Darauf aufbauend soll für die Stadt ein Konzept zur Etablierung der beiden erstellt werden – denn beide Themenbereiche sollen miteinander verbunden werden. So sollen bei einem möglichen Carsharing-Modell auch E-Autos und E-Roller zum Einsatz kommen. Das Projekt läuft unter dem Namen E-FÜRST, die Vergabe wurde vom Ausschuss einstimmig beschlossen.

Das Projekt sei auch ein Beitrag zu den selbstgesetzten Klimazielen der Stadt, sagte Fiedler, denn Fürstenfeldbruck will zum Beispiel seine CO2-Emissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent senken. E-FÜRST soll etwa konkrete Empfehlungen für die Erhöhung der Elektromobilität aussprechen und die Elektrifizierung von Dienstfahrzeugen überprüfen. Ein einziges Carsharing-Auto, das von den Benutzern meist als Zweit- oder Drittauto genutzt wird, ersetze zum Beispiel auch mehrere Pkw, das zeigten Studien, so Fiedler. Damit würde sich vor Ort auch automatisch der Verkehr reduzieren. Ebenso Schadstoffausstoß und Lärmbelästigung.

Die Große Kreisstadt hinkt bei diesem Thema in der Region ein wenig hinterher. „Im Umland tut sich einiges“, sagte Fiedler. Im MVV-Verbundgebiet haben zum Beispiel 80 Prozent aller größeren Kommunen über 20 000 Einwohner schon Carsharing-Systeme. Gerade erst hat München eine große Sharing-Station mit Autos, E-Autos und E-Rollern eröffnet. Das Problem bei Sharing-Modellen in kleineren Städten ist aber die Auslastung: Gerade werktags während der Arbeitszeit sei es hier schwierig, für die Fahrzeuge genügend Abnehmer zu finden, sagte Fiedler. Damit es sich rentiert, könnten deswegen zum Beispiel die Stadtangestellten fleißig das Carsharing nutzen. Deshalb soll ein Schwerpunkt der Untersuchungen darauf liegen, die Abdeckung der Grundlast durch die Stadtverwaltung und andere Institutionen zu überprüfen.

„Ganz wichtig ist die Gewinnung von Kooperationspartnern“, so Fiedler, der sich andere große Unternehmen wie zum Beispiel die Sparkasse vorstellen könnte. Auf Nachfrage von Alexa Zierl (Grüne) und Martin Kellerer (CSU) versprach Fiedler, dass bei der Studie auch die Ladesäulen-Infrastruktur für E-Fahrzeuge und generell auch E-Roller berücksichtigt werden. Um das Carsharing-Modell zu verankern, soll Bruck eher einen etablierten Anbieter ins Auge fassen, als selbst in ein solches einzusteigen, sagte Fiedler den Stadträten auf Nachfrage: „Ein solches Unternehmen mit aufzubauen ist eine schwierige Aufgabe.“

von Fabian Dilger

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