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Landgericht

Unter Auflagen auf freiem Fuß

Ein 57-jähriger Fürstenfeldbrucker, der zwischen April 2014 und September 2015 zahlreiche Menschen im Großraum München massiv angepöbelt und zum Teil mit dem Tode bedroht hat, bleibt auf freiem Fuß. 

München/Fürstenfeldbruck– Das entschied am Donnerstag das Landgericht München. Das Gericht wies Karl D., der auch in drei Fällen der minderschweren Körperverletzung beschuldigt wurde, nicht in die Psychiatrie ein. Es verhängte jedoch strenge Bewährungsauflagen.

D. muss alle zwei Wochen eine psychiatrische Ambulanz besuchen und regelmäßig Medikamente nehmen, was auch kontrolliert werden soll. Karl D. leidet seit vielen Jahren an einer schizoaffektiven Störung. Er war deshalb bereits viele Jahre in der Psychiatrie untergebracht.

Eigentlich hätte D. 2014 und 2015 ein bestimmtes Medikament nehmen sollen – was er aber nicht regelmäßig tat. Klar ist: Bei zahlreichen Gelegenheiten war D. in Fürstenfeldbruck ausgerastet. Er hatte seine Frau Anfang April 2014 geschubst, so dass sie auf den Boden aufschlug. Einen Tag später hatte er sie angeschrien: „Gib mir den Todschläger, dann bring ich dich um.“ Einer Krankenschwester drohte er bei einer anderen Gelegenheit, er werde ihr eine „Kugel durch den Kopf jagen“. In einer Brucker Unterkunft für Obdachlose hatte er einer Mitarbeiterin gedroht er rotte ihre ganze Familie aus.

D., der sich wahlweise als „Hitler 2“ oder „Satan“ bezeichnete, war einem Sachverständigen zufolge während der Taten nicht oder nur „erheblich vermindert schuldfähig“. Das Gericht sah ebenso wie ein Gutachter in den vergangenen Monaten viele positive Entwicklungen bei der medizinischen Behandlung von D. Es begründete das Urteil auch damit, dass von D. einem Gutachter zufolge in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit keine schweren Straftaten drohten.

Tobias Lill

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