Katzen und Kleintiere im Urlaub in gewohnter Umgebung betreuen
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Auch Katzen müssen untergebracht werden.

Landkreis Fürstenfeldbruck

Unterbringung für Hunde, Katzen und Co: Grünes Licht für Tierschutz-Fonds

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Ein Fonds soll die Unterbringung von aufgefundenen Kleintieren verbessern. Der Landkreis will dafür zunächst knapp 69 000 Euro im Jahr aufwenden.

Fürstenfeldbruck –  Über die Zukunft der Einrichtungen für Kleintiere im Landkreis wird seit längerem diskutiert. So klagten unter anderem die Tierfreunde Brucker Land, dass sie ohne Hilfe nicht mehr werden weiter machen können. Jetzt will der Landkreis nach einem Antrag von Maisachs Bürgermeister und CSU-Rat Hans Seidl das Problem lösen. Demnach wird im Haushalt ein Betrag von 30 Cent je Einwohner jährlich bereit gehalten.

Plätze beim Tierschutzverein belegt

Wie aus einem Papier der Kreisverwaltung hervorgeht, können in den Einrichtungen im Landkreis derzeit zehn Hunde und 20 Katzen untergebracht werden. Die Hundeplätze des Tierschutzvereins Fürstenfeldbruck seien aber langfristig besetzt. Daher bringe der Verein Pfotenhelfer Tiere in privaten Pflegestellen unter.

Wie das Landratsamt recherchiert hat, brachten die Pfotenhelfer in Durchschnitt der vergangenen drei Jahre jährlich 56 Hunde, 136 Katzen, sechs Kleinsäuger, 39 Vögel und zwei Reptilien unter. Die Auffangsstation der Tierfreunde Brucker Land nahm in den vergangenen vier Monaten seit dem Wechsel in der Vereinsführung acht Katzen auf, 24 Kleinsäuger und 14 Vögel auf.

Mehr Bedarf an Plätzen für Tiere

Das Veterinäramt geht davon aus, dass der Bedarf in den nächsten Jahren steigen werde. Das liege an illegalen Einfuhren, an der Sucht mancher Menschen, Tiere zu sammeln, am demografischen Wandel und am wachsenden Problembewusstsein in der Bevölkerung.

Wie Chef-Veterinär Hans-Werner Merk in der Sitzung auf Nachfrage erzählte, habe der Landkreis Bruck insofern Glück, als hier anders als in Ostbayern selten große illegale Welpentransporte ausgehoben würden. In den vergangenen fünf Monaten habe das Amt fünf illegal eingeführte kleine Hunde zu versorgen gehabt. Vier kamen ins Tierheim Augsburg und ein Welpe auf den Gnadenhof bei Germering, weil hier gerade eine entsprechende Möglichkeit bestanden habe.

Konzept für den Tierschutz-Fonds

Mit dem neuen Fonds entfällt die pauschale Förderung von etwas über 7000 Euro für die Tierfreunde Brucker Land. Die Verwaltung soll nun ein Konzept zur Verteilung der 30 Cent je Einwohner erarbeiten. Mittelfristig sei für den Kreis eine ausreichend dimensionierte Einrichtung aber unverzichtbar. In den angrenzenden Regionen zahlen die Gemeinden im Schnitt 50 Cent je Einwohner und Jahr. Das letzte Wort zum Tierschutzfonds hat der Kreistag. Dessen Zustimmung gilt nach dem klaren Votum als wahrscheinlich.

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