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Container als Wohnungen für Migranten gelten als nicht gerade integrationsfreundlich. 

Asyl im Landkreis Fürstenfeldbruck

Unterbringung von Migranten weiter eine große Aufgabe

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    Thomas Steinhardt
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Die Unterbringung von Migranten ist nicht mehr das große Thema, das es schon einmal war. Die Lage im Hintergrund aber ist weiter prekär.

Fürstenfeldbruck–  Das jedenfalls erfuhren die Bürgermeister des Landkreises nach Tagblatt-Informationen unlängst bei ihrer Dienstbesprechung. Prinzipielles Problem: Die Regierung zwingt die Landkreise aus Rentabilitätsgründen, bestehende Unterkünfte aufzugeben. Die Asylsuchenden beziehungsweise die Migranten mit Anerkennungstatus verschwinden damit aber ja nicht. Die Gemeinden und der Landkreis sind damit gezwungen, neue Unterkünfte zu suchen. In den Unterkünften, die weiter bestehen, leben derweil immer mehr sogenannte Fehlbeleger, die wegen ihrer Bleibe-Erlaubnis sich eigentlich selbst Wohnungen suchen müssten, auf dem freien Markt aber keine finden.

Familie muss Dorf verlassen

Unter den Bürgermeistern sorgt diese Entwicklung durchaus für Unmut, wie hinterher geschildert wurde. Dies nicht nur wegen der riesigen Aufgabe, die auf die Kommunen zukommt, sondern auch wegen anderer Überlegungen. So wurde von dem Fall einer Familie berichtet, die in einem Haus in einem Dorf lebte und hier wohlgelitten war.

Das Haus musste aufgegeben werden, da die Regierung die Miete nicht mehr zahlen wollte – und die Familie musste den Ort verlassen, da hier sonst nichts zu bekommen war. Jetzt lebt sie in einer Großunterkunft in einer Stadt. Mit dem Versuch der Integration jedenfalls habe ein solches Vorgehen nichts zu tun, hieß es in der Sitzung. Klar sei geworden: Das Thema der Unterbringung von Flüchtlingen werde auf der Agenda bleiben. Da werde noch die eine oder andere Aufgabe auf die Bürgermeister zukommen, hieß es. Zuletzt war beispielsweise auch in Mammendorf ein Haus aufgegeben worden. Die Migranten wurden dann aber anderweitig untergebracht.

Mangelnde Solidarität im Landkreis

Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) beklagte in diesem Zusammenhang neulich im Gemeinderat: „Die mangelnde Solidarität im Landkreis hat mich enttäuscht.“ Maisach habe weit mehr Flüchtlinge aufgenommen, als es der Verteilungsschlüssel vorgesehen habe. Andere Kommunen dagegen – Dritte Bürgermeisterin Waltraut Wellenstein (SPD) nannte später Gröbenzell – hätten „nicht mal die Hälfte geschafft“. Diese Kommunen täten sich nun auch leichter bei der weiteren Betreuung der Asylsuchenden und der Unterbringung der anerkannten Flüchtlinge.  Laut Seidl wäre eine Neuberechnung des Verteilungsschlüssels nötig. Er denke aber nicht, dass es dazu komme. Maisach müsse sich selbst helfen: In der Gemeinde wird derzeit über den Bau von Sozialwohnungen am Bahnhof nachgedacht.  zag/st

Auch interessant: Blick hinter die Kulissen: So funktioniert das Ankerzentrum für Asylbewerber in Fürstenfeldbruck

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