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Die großen, fast völlig zerstörten Längsfenster der Kirche sind ausgerechnet Symbole der Apokalypse.

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Hagel zerstört künstlerisch wertvolle Kirchenfenster

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  • Kathrin Garbe
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    Ingrid Zeilinger

Ein heftiges Unwetter ist am Montag über den Landkreis Fürstenfeldbruck hinweg gezogen. Es hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Alle Infos im Ticker. 

  • Am Montagabend ist ein schweres Unwetter über den Landkreis Fürstenfeldbruck gezogen. Vor allem in Alling, Germering, Puchheim und Gröbenzell haben Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.
  • Zum Teil wurden Häuserfassaden schwer getroffen, Straßen und Schulen geflutet. Viele Menschen waren unterwegs, um beim Aufräumen zu helfen, wie ein Augenzeuge berichtet. 
  • Die Feuerwehren hatten etliche Einsätze, auch bei der Polizei herrscht am Abend Ausnahmezustand. 
  • Bei der S3 und S4 gibt es Sperrungen, weil Bäume im Gleis lagen.

+++ Ticker aktualisieren +++ 

Update Donnerstag, 12.47 Uhr: Das sagt Puchheims Bürgermeister

Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) weiß, dass es in seiner Stadt viele Bürger schlimm erwischt hat – allerdings nicht so arg wie in Germering. „Bei uns waren es noch eher Hagelkörner in Golfballgröße, da müssen es ja schon Tennisbälle gewesen sein“, berichtet Seidl. Er selbst wohnt im Süden Puchheims, der wiederum besser davongekommen sei als der Norden, sprich: Puchheim-Ort. Doch überall hat der Hagel Rollläden zerschossen und Autos zerdellt. Menschen sei aber nichts passiert, soweit Seidl weiß. „Aber wie es die Häuser erwischt hat, ist einfach nur der absolute Wahnsinn.“ Die Stadt selbst hat es ebenfalls getroffen. Noch läuft die Schadensaufnahme. Aber es wurde zum Beispiel das Wärmeverbundsystem auf der Turnhalle der Laurenzer Schule in Puchheim-Ort heruntergerissen. Dem Rathauschef wird jetzt schon angst und bange, wenn er daran denkt, wie das repariert werden soll. Denn: „Auf Handwerker wird man wohl ewig warten müssen.“ Diese seien bereits vor dem Pfingstmontag voll ausgebucht gewesen – wegen des Baubooms in der Region.

Update Donnerstag, 11.18 Uhr: Wertvolle Kirchenfenster zerstört 

Die zerstörten Mosaikfenster an der Frontseite der Pfarrkirche St. Johannes Bosco zählen zumindest ideell zu den größten Schäden der Hagelnacht von Pfingstmontag. Sie stammen vom Eichenauer Künstler Josef Dering und gehören zu den bedeutenden Kunstwerken im Landkreis. 

Die Glasgemälde sind nach Entwürfen Josef Derings im Jahr 1956 von einer Münchner Fachwerkstatt gefertigt worden. Die kleinteiligen, farbigen Bilder zeigen einem Kunstführer zufolge je nach Standort Symbole der Eucharistie (Altarraum), der Dreifaltigkeit (Marienkapelle) und der Apokalypse (große Längsfenster der Westfassade). Die beiden Letzteren sind durch den Hagel fast komplett zerstört worden. 

Das Fenster wurde abgedeckt.

Ines Berens, Verwaltungschefin der Stadtkirche, hat erste Fotos vom Unglück am Montagabend im Internet gesehen. „Mein erster Gedanke war: Wer sichert das ab, damit nicht noch mehr passiert?“ Antwort: die Feuerwehr. Die Rettungskräfte aus Gilching sind einem Hilferuf der Unterpfaffenhofener Kollegen nachgekommen, die wie die Freiwillige Feuerwehr Germering die Einsätze im Stadtgebiet irgendwann nicht mehr alleine bewältigen konnten. Die Gilchinger waren am Dienstag mit neun Mann im Stadtgebiet vor allem mit dem Abdecken beschädigter Hausdächer beschäftigt – und mit den „Sicherungs- und Abdeckmaßnahmen an der stark beschädigten Bleiverglasung der Don Bosco Kirche“, wie sie in einem Bericht schreiben. 

Der Stadtkirche stellt sich jetzt die bange Frage, ob die zerstörten Fenster restauriert werden können. Ines Berens hat mittlerweile das Kunstreferat des erzbischöflichen Ordinariats mit der Prüfung beauftragt. Sie hofft, dass dort die Entwürfe von Josef Dering archiviert sind. Dann könnte man die Fenster wohl erneuern. Die Antwort des Referats werde aber noch etwas dauern. Ines Berens erinnert in diesem Zusammenhang an ein anderes Kunstwerk von Josef Dering, das vor fast genau zwei Jahren in den Schlagzeilen war: das Mosaik, das den Eingang des Altenheims Don Bosco zierte. Es musste wegen des bevorstehenden Abrisses von einer Spezialfirma aus der Betonfassade herausgeschnitten werden und lagert seitdem in einem Gebäude in der ehemaligen Pionierkaserne Krailling.

Die Freiwilligen Feuerwehren Germering und Unterpfaffenhofen haben am Montagabend und dann den ganzen Dienstag über Unterstützung von Feuerwehren aus der gesamten Region bekommen: Neben Gilching, Geisenbrunn, Eichenau, Puchheim und Wehren aus dem gesamten Würmtal waren auch Retter aus Ismaning und Unterhaching vor allem mit dem Abdecken von Häusern beschäftigt. Am Dienstag gegen 22 Uhr sei alles erledigt gewesen, berichtet Stadtbrandmeister Michael Gogl. Er ist vollauf zufrieden mit der geleisteten Arbeit: „Die Zusammenarbeit hat hervorragend funktioniert, es gab keinerlei Probleme.

Etliche Felder verwüstet

Die schweren Hagelschauer vom Montagabend haben auch etliche Felder verwüstet. Auf den Kartoffelfeldern, die der Hagel traf, stünden teilweise nur noch einzelne Stängel ohne Blätter, berichtet das Landwirtschaftsamt. Zuckerrüben wurden vollständig entlaubt, Gras- und Getreide lägen wie angewalzt auf den Böden. Der heuer sehr zögerlich aufgegangene Mais sei regelrecht vom Acker gefegt worden, genau wie Erbsen Ackerbohnen oder Soja, so das Amt. Ob sich die Bestände erholen, hänge stark von der jeweiligen Kultur und dem Schadensumfang ab, so das Landwirtschaftsamt. Zuckerrüben und Mais hätten ein hohes Kompensationspontential. Ob es zu einem Wiederaustrieb kommt, werde sich in den nächsten Tagen zeigen, so das Amt.

Bilanz der Feuerwehr vom Mittwoch

Wenige Minuten nach dem Unwetter am Pfingstmontag sind die ersten Anrufe bei der Feuerwehr eingegangen. Wie die Helfer der Germeringer Wehr bilanzieren, gab es neben vereinzelt umgefallenen Bäumen oder überschwemmten Räumen fast ausschließlich kaputte Dachfenster und defekte Dächer. Am Pfingstmontag musste die Feuerwehr Germering 121 Einsätze bearbeiten. 

Damit waren sie bis zum Dienstag um 5 Uhr beschäftigt. Eine Stunde später gingen dann schon erneute Meldungen ein. Bis zum Dienstagabend kamen nochmals 74 Einsätze dazu – alleine die Feuerwehr Germering musste wegen des Unwetters 194 Mal ausrücken. Hinzu kommen noch 104 Einsätze im Einsatzgebiet der Feuerwehr Unterpfaffenhofen. Die zwei Ortsfeuerwehren wurden an beiden Tagen durch zahlreiche weitere Kräfte unterstützt. Ohne deren Hilfe hätte die massive Anzahl an Einsätzen nicht bearbeitet werden können. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 musste die Feuerwehr Germering 290 Mal löschen, retten, helfen oder bergen. 

Alleine durch das Unwetter waren es in etwas mehr als 24 Stunden 290 Einsätze. Größte Herausforderung war neben der Zahl der aktiven Helfer auch die vielen notwendigen Drehleitern. Alleine an der Kirchenschule, die es schwer getroffen hatte, wurden bis zu drei gleichzeitig eingesetzt. Auch die Beschaffung von notwendigem Material war nicht einfach. Benötigt wurden vor allem so genannte Notdächer, also verstärkte große Gewebefolien für die Abdeckung von Häusern. Innerhalb kürzester Zeit waren die Bestände in Germering und im Notfalllager des Landkreises aufgebraucht. 

Hilfe kam hier aus den Landkreisen München und Augsburg sowie vom Technischen Hilfswerk (THW) aus Dachau, Freising und Fürstenfeldbruck. Zwei Ehefrauen von Kameraden leisteten außerdem Unterstützung bei der Bewältigung der Dokumentation der Einsätze – diese wird die Feuerwehren im Nachgang noch eine geraume Zeit beschäftigen. Hervorzuheben ist der Bilanz zufolge noch, dass es bei den beteiligten Feuerwehrkräften zu keinen Verletzten kam. Am Dienstag gab es neben den Unwettereinsätzen noch zwei Brandeinsätze für die Feuerwehr Germering. Ein gemeldeter Dachstuhlbrand stellte sich  nur als eine austretende Kühlflüssigkeit aus einer Solaranlage dar. Der zweite Einsatz war eher ärgerlich. In der Tiefgarage der Citygalerie wurde böswillig unter einem Rauchmelder Spiritus in Brand gesetzt

Update Mittwoch, 11.54 Uhr: Viele Vögel verletzt - so ist die Lage bei den Erdbeeren

22 Vögel brachten Tierfreunde allein am Abend des Unwetters in die Vogelstation von Gerhard Wendl vom Landesbund für Vogelschutz. Am Dienstag kamen weitere. Spechte, Krähen, sogar zwei Turmfalken muss Wendl aufpäppeln. Für viele andere kam jede Hilfe zu spät.

Auch ein Teil der Erdbeeren der Firma Wolf wurden vom Hagel getroffen. Das Feld in Puchheim am Laurenzerweg muss ganz geschlossen werden,berichtet Erdbeer- und Spargel Wolf. In Puchheim am Kreisverkehr Richtung Eichenau, sowie in Germering und Aubing gibt es in den nächsten Wochen (bis Ende Juli) täglich frisch gepflückte Erdbeeren zu kaufen. Gott sei dank lägen die Erdbeer-Felder sehr weit versrtreut. Damit seien nur ein paar betroffen. Pflückmöglichkeiten für Selberpflücker gibt es in Egenhofen sowie in Jesenwang.

Für abgerissene Äste und ähnliches vor ihrer Haustür sind die Bürger zuständig, erklärt Bauhof-Chefin Monika Schindler aus Germering. Ihre Mitarbeiter könnten das nicht leisten Im Hagebaumarkt Germering sind Planen ein Verkaufsschlager. „Wir haben aber noch genug Vorrat“, versichert ein Mitarbeiter.

Feuerwehrleute aus Puchheim-Ort, Gilching, Gauting, Neuried und Oberschleißheim eilten den Kameraden in Germering zu Hilfe. Später wurde auch Mammendorf nach alarmiert.

In der Rettungswache des Roten Kreuzes in der Augsburger Straße hat der Hagel die Tore durchlöchert. Rettungssanitäter Jan Okroy hat das miterlebt. „Wir sind ja an sich eher unerschrocken, aber das war schon richtig heftig.“ Hagelkörner schossen in den Innenraum der Wache. „Wir haben uns hinter einer Mauer in Sicherheit gebracht“, erzählt Jan Okroy. (siehe Bilderstrecke)

Hagel: Ausmaß der Zerstörung in Bildern 

Update Dienstag, 15.17 Uhr: Warnung vor Asbest an den zerstörten Fassaden

Durch das Unwetter mit Hagel am Pfingstmontag wurden auch im Landkreis, insbesondere in Germering und Puchheim, Asbestzementfassaden und -dächer beschädigt, berichtetet der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB). Er weist aus diesem Anlass daraufhin, dass beim Umgang mit asbesthaltigen Bauteilen äußerste Vorsicht geboten ist, da von Asbestfasern hohe Gesundheitsgefahren ausgehen; so wird das Tragen von Atemschutzmaske, Handschuhen und Schutzanzug empfohlen. 

Die Bauelemente sollten nicht über die durch das Unwetter verursachten Schäden hinaus gebrochen werden und dürfen auch nicht geworfen werden. Fachfirmen, deren Beschäftigte über Sachkundenachweise (nach TRGS 519) verfügen müssen, führen fachgerechte Asbestsanierungen durch. Für die Entsorgung der beschädigten Asbestzementprodukte ist es notwendig, diese staubdicht in sogenannte Big-Bags – werden zum Beispiel am großen Wertstoffhof in Germering, Starnberger Weg, verkauft – zu verpacken. 

Die ordnungsgemäß verpackten Asbestabfälle können von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 17 Uhr an der Bauschuttdeponie Jesenwang gegen Gebühr angeliefert werden. Bei der Anlieferung durch Betriebe gelten besondere Nachweispflichten. Für ausführliche Informationen steht die Abfallberatung des AWB zur Verfügung, Telefon (08141) 519-516 oder im Internet auf der Homepage des AWB.

Video: Wie entsteht Hagel?

Update Dienstag, 14.27 Uhr: Grüngutannahme kostenlos - Asbest-Erklärung angekündigt

Der Hagel hat gerade in Germering reihenweise Büsche zerlegt und Bäume beschädigt. Entsprechend groß ist der Andrang an den Wertstoffhöfen. Der zuständige Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises kommt den Bürgern hier nun entgegen: Kostenfrei darf man sonst nur bis zur einer Menge von einem Kubikmeter anliefern. An die Wertstoffhofleiter in Puchheim und Germering sei die Weisung ergangen, jetzt aber nicht so genau hinzuschauen und niemanden heim zu schicken, der mehr als einen Kubikmeter bringt, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Natürlich: Wenn jemand einen ganzen Lkw voll anliefern wolle, dann müsse er zur Annahmestelle in Jesenwang fahren- sonst komme es zu Kapazitätengpässen. „Wir nehmen an, was geht und schauen, dass  die Container schnell geleert werden.“ Die Gartencontainer in Puchheim seien außerdem geöffnet.

Der Sprecher des AWB kündigte für später außerdem eine Erklärung an, wie mit heruntergefallenen Asbestplatten umzugehen ist. Denn viele der in Germering beschädigten oder gar zerstörten Fassaden dürften aus diesem belasteten Material bestehen.

Update Dienstag, 12.27 Uhr: Alte Schule überflutet - Neue Vorwarnung

Die alte Schule an der Germeringer Salzstraße, in der zahlreiche Künstler und auch der Kunstkreis Germering (KKG) Ateliers haben, ist vom Hagelsturm besonders heftig getroffen worden. Das Dach schaut aus wie löchriger Schweizer Käse, sämtliche Fenster auf der Westseite sind zerborsten und fast alle Ateliers stehen unter Wasser. „Wir sind geschockt,“ meinte KKG-Vize Vera Greif, nachdem sie am Dienstag gemeinsam mit Michael Glatzel und Irene Wührl-Petry – beide haben von der Stadt Ateliers gemietet – das Haus begutachtet hatte. Der Kunstkreis organisierte sofort Helfer, um das Wasser aus dem Vereinsraum zu bekommen. Ein für gestern vorgesehenes Kreativ-Treffen musste aber abgesagt werden. Die Stadt wollte sich den Schaden ansehen und vor allem das Dach provisorisch abdichten - letzteres muss bei die Feuerwehr bei diversen Dächern oder Fenstern machen. Denn für Dienstagnachmittag gibt es bereits eine weitere Unwetter-Vorwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Demnach können ab 17 Uhr wieder schwere Gewitter aufkommen. Der Wetterdienst warnt vor Sturmböen, Starkregen und erneutem Hagel.

Neben unzähligen privaten Pkw hat es in Germering auch fünf Dienstfahrzeuge erwischt. Sie weisen Hagelschäden auf, wie ein Sprecher berichtete. Er berichtet davon, dass in der PI unzählige zerborstene Autoscheiben gemeldet wurden, von zerhagelten Fensterfronten und Dächern. „Das war schon heftig.“

Update vom 12. Juni 2019: Die Feuerwehr in Germering ist auch am Dienstag noch im Dauereinsatz, um Schäden nach dem Unwetter zu beheben.

Die Feuerwehr Gröbenzell berichtet am Dienstag von Einsätzen bis tief in der Nacht. Tiefgaragen, vollgelaufene Keller und überflutete Straßenkreuzungen beschäftigen die Feuerwehr. Die Unterführung an der Freyastrasse musste mit Schmutzwasserpumpen vom Wasser befreit werden. Am Dienstag in der Früh ging es mit einem vollgelaufenen und nicht mehr abfließenden Flachdach weiter. Insgesamt war die Feuerwehr mit acht Fahrzeugen und 31 Einsatzkräften unterwegs.

Unwetter zieht über den Landkreis Fürstenfeldbruck: Die Meldungen von Montag, 10. Juni 2019

20.45 Uhr: In Alling pumpen die Feuerwehrleute im ganzen Gemeindegebiet Wasser aus Kellern. Auch einige Straßen sind überflutet, berichtet Kommandant Benedikt Friedinger. Im benachbarten Puchheim fällt bis zu sechs Zentimeter großer Hagel vom Himmel. Das Wasser lief in Keller und überschwemmte Straßen, berichtet Alexander Sabaraj, Sprecher der Puchheimer Wehr.

20.44 Uhr: In Gröbenzell ist die Freya-Unterführung vollständig überflutet. Sie bleibt die Nacht über gesperrt. Zwölf Einsatzkräfte sind mit vier Fahrzeugen im Gemeindegebiet unterwegs. Sie räumen vier Bäume von den Straßen und legen vier Gullis frei. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Kommandant Claudius Weirauch. 

Hagelkorn verletzt Passant am Kopf: Unwetter fegt über Germering

20 Uhr: Ein golfballgroßes Hagelkorn hat in Germering einen Passanten am Kopf verletzt. Er hat eine Platzwunde davon getragen. Ein Autofahrer wurde von Splittern seiner Frontscheibe getroffen und verletzt.

19.54 Uhr: Die Linie S 3 ist aufgrund eines Baumes im Gleis zwischen Pasing und Olching gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr mit Taxi ist eingerichtet. Die Linie S 4 ist aufgrund eines Baumes im Gleis zwischen Pasing und Puchheim gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr kann aktuell nicht eingerichtet werden.

Unwetter im Landkreis Fürstenfeldbruck: Freya-Unterführung überflutet

19.44 Uhr: In Gröbenzell wird offenbar die Freya-Unterführung vorerst gesperrt bleiben. Die Straße ist völlig überflutet. 

19.24 Uhr: Die Kirchenschule in Germering hat es schlimm getroffen. Hier steht die Aula unter Wasser. Unsere Kollegin teilt uns mit, dass in der Stadt gefühlt alle auf den Beinen sind, um aufzuräumen. Die Dachfenster in der Schule wurden verschalt, die Feuerwehr musste dann schon wieder weiter. 

19 Uhr: Unsere Leser haben uns Bilder geschickt, die das Ausmaß des Unwetters zeigen (siehe Bilder unten). Die Feuerwehrleute sind in den betroffenen Gebieten noch voll im Einsatz. Die ersten Informationen haben sie uns trotzdem schon zukommen lassen. Die Polizei spricht von einer immensen Anzahl an Einsätzen, die abgearbeitet werden müssen. Es zeichnet sich ab, dass das Unwetter eine Schneise der Verwüstung von Alling, über Germering, Puchheim und Gröbenzell hinterlassen hat. Es sind zahlreiche Straßen und Unterführungen überflutet.

Fassade von Haus durchlöchert, Vögel tot im Garten: Das Unwetter im Landkreis Fürstenfeldbruck

Landkreis –  Das Wetter über Deutschland hat in der Region Verstörungen angerichtet. In Germering flogen tischtennisball-große Hagelkörner an die Fassade eines Hauses und durchlöcherten sie. Äste lagen in den Wiesen, Straßen standen unter Wasser. Auch in Gröbenzell lagen tote Vögel in den Gärten. Die Hagelhaufen türmen sich in Garten. Etliche Hobby-Gärtner werden um ihre Blumen trauern.

Video: Extremwetter auch am Wörthsee

Es zeichnet sich bereits ab, dass es Germering beziehungsweise den östlichen Landkreis am schlimmsten erwischt hat. In Unterpfaffenhofen meldet die Feuerwehr 20 Einsätze, im Feuerwehrhaus sind die Scheiben kaputtgegangen. Ins Germeringer Feuerwehrhaus läuft nach dem heftigen Regen das Wasser.

Die Hagelkörner durchlöcherten die Fassaden mehrerer Häuser.

Auch in Puchheim sind die Einsatzkräfte unterwegs. Dort schlugen Hagelkörner von einem Durchmesser von vier bis sechs Zentimetern ein. 

Unwetter im Kreis Fürstenfeldbruck: Das sind die Bilder unserer Leser

Banger Blick auch auf die Fürstenfelder Gartentage in Fürstenfeldbruck: Hier ist man aber offenbar laut Veranstalter mit einem blauen Auge davongekommen. Die Aussteller können bislang keine Schäden verzeichnen. Auch die Brucker Feuerwehr hatte es vergleichsweise entspannt: Es gab keine Einsätze.

Weitere Bilder und Videos sind auch auf der Facebook-Seite des Fürstenfeldbrucker Tagblatts zu sehen.

Kaputte Autos und zersplitterte Fensterscheiben - in Sekunden hatte das Unwetter in München und dem Umland eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Doch wer zahlt den Schaden?

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