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Verein soll Digitalisierung von Schulen vorantreiben

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Digitales Lernen hat nicht erst seit der Corona-Pandemie an Wichtigkeit gewonnen. Jetzt soll auch die Weidacher Grundschule ausgerüstet werden.
Digitales Lernen hat nicht erst seit der Corona-Pandemie an Wichtigkeit gewonnen. © Beispielfoto: Uli Deck/dpa

Der Landkreis will die Gründung eines digitalen Kompetenzzentrums für Schulen unterstützen. Während eine breite Mehrheit im zuständigen Ausschuss dafür stimmte, hagelte es auch harte Kritik.

Fürstenfeldbruck – Das Zentrum soll Ansprechpartner bei der Digitalisierung der Schulen sein. Es soll auf allen Ebenen beratend tätig sein, Ressourcen bündeln, Synergien nutzen und gemeinsame Lösungen finden. Um das Zentrum zu schaffen, soll ein Zweckverband zwischen Kommunen und Landkreis gegründet werden, aus dem der Verein „Digitale Schule FFB“ hervorgehen soll – und genau daran entzündete sich die Kritik des Kreistags-Ältesten Klaus Wollenberg (FDP) und dem Neuling im Gremium, Daniel Liebetruth (SPD).

Demokratische Kontrolle?

Mit der Vereinsgründung gehe dem Kreistag die Möglichkeit zur Mitwirkung verloren, kritisierte Wollenberg. Er fürchtete das Ende demokratischer Kontrolle und sah einen Verein heraufziehen „wo viel geredet wird und wenig herauskommt“, was Liebetruth ähnlich sah. Wollenberg hielt außerdem finanzielle Umstände für ungeklärt beziehungsweise für potentiell prekär und klagte, dass das Thema im „Hinter- oder Untergrund“ schon vorbereitet worden sei.

Tatsächlich hatte es mehrere Gesprächsrunden zur digitalen Schule gegeben, unter anderem mit den Bürgermeistern. Im Hintergrund steht eine Gruppe ehrenamtlich Engagierter, die die Schulen in der Corona-Krise unterstützten und jetzt bereit sind, im Verein als externe Sachverständige mitzuarbeiten.

Als Mitinitiator verteidigte Thomas Geiger aus Oberschweinbach das Projekt. Nur eine Zweckvereinbarung reiche nicht. Es bedürfe einer handlungsfähigen Organisation. Außerdem sei die Rechtsform als Verein sinnvoll, um andere Körperschaften wie etwa Stiftungen oder Elterninitiativen einbinden zu können. „Wir haben viel geprüft. Die Form des eingetragenen Vereins ist die beste Lösung.“ Geiger versicherte: Die Kontrollfunktion bleibe erhalten. „Wir wollen wirklich etwas bewirken.“

Starke Plädoyers für den Verein

Teils fast schon emotional fielen die Plädoyers vieler anderer Redner aus, die für die Vereinsgründung eintraten. Bei der Digitalisierung an Schulen sei es 5 nach 12, sagte etwa Bettina Betz (CSU), die bis vor einiger Zeit das Brucker Schulamt leitete und nun Chefin des Staatlichen Schulamts in München ist. Betz: „Ich verstehe das Misstrauen nicht.“

Auch der aktuelle Leiter des Brucker Schulamts, Thomas Frey, und Kreisschul-Referent Christian Stangl traten mit dringlichen Worten für den Verein ein, genau wie Mammendorfs Bürgermeister Josef Heckl. Jede Schule habe ihr eigenes Medienkonzept, das sei nicht sinnvoll, meinte etwa Stangl. Genauso wenig sei es sinnvoll, wenn jede Kommune für sich allein „den Förderdschungel mit der geistigen Machete“ durchbrechen müsse, um in den Genuss finanzieller Unterstützung zu kommen. Die demokratische Kontrolle könne man durch Berichte im Ausschuss sicherstellen.

Gegen zwei Stimmen wurde die Vereinsgründung „Digitale Schule“ im Fachausschuss angenommen, wobei damit das letzte Wort (Kreistag) noch nicht gesagt ist. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und hat einen Finanzbedarf von etwa 1,5 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein jährlicher Anteil der Sachaufwandsträger (Landkreis und Kommunen) von 18 Euro je Schüler.  st

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