Sichere Radwege sind eines der großen Ziele des Verkehrsforums. tb-foto

25 Jahre im Rückblick

Verkehrsforum: Verhinderte Deichensteg-Trasse größter Erfolg

Das Verkehrsforum wird 25 Jahre alt. Mittlerweile eine etablierte Stimme in der Verkehrspolitik, haben die engagierten Bürger zu vielen Themen eine klare Meinung und ecken damit auch immer wieder an.

Fürstenfeldbruck – Das Verkehrsforum wird 25 Jahre alt. Mittlerweile eine etablierte Stimme in der Verkehrspolitik, haben die engagierten Bürger zu vielen Themen eine klare Meinung und ecken damit auch immer wieder an.

Es war ein trauriger Anlass, der zur Gründung führte. Das wollte Thomas Brückner, der Sprecher des Verkehrsforums, bei der Jubiläumsfeier nicht verschweigen. 1991 starb ein Schüler bei einem Unfall auf der Augsburger Straße. Eine Elterninitiative gründete sich daraufhin, sie wollte die Straßen sicherer machen. Daraus entstand im März 1992 das Verkehrsforum, bei dem sich mal mehr, mal weniger Bürger engagieren, als loser Zusammenschluss ohne Vereinsstrukturen.

Die Verkehrssicherheit hat das parteiunabhängige Gremium auch ein Vierteljahrhundert später noch im Auge. Weniger motorisierter Verkehr, eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Stadt, Angebote für die Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Das reicht dann von Radwegen über Straßenumgestaltungen hin zum S-Bahn-Ausbau.

Das Jubiläum war eine Gelegenheit, um auf die Arbeit der vergangenen 25 Jahre zurückzublicken. Brückner tat das ausführlich, erinnerte an Erfolge, ging aber auch auf Rückschläge immer wieder ein. Gefühlt zu jeder großen Kreuzung in Fürstenfeldbruck hat das Verkehrsforum nämlich schon Vorschläge gemacht. Umgesetzt sind Kreisverkehre an Hauptplatz, Augsburger und Maisacher Straße aber nicht. Auch die Innenstadt würde das Verkehrsforum ganz anders gestalten: Verkehrsberuhigte Zonen und Einbahnstraßen stehen seit langer Zeit auf der Agenda des Verkehrsforums.

Ein großer Tag war für das Verkehrsforum die Verhinderung der Deichensteg-Trasse, die im Herbst 2009 bei einem Bürgerentscheid abgelehnt wurde. Immer wieder hatte das Verkehrsforum gegen eine Umgehungsstraße argumentiert, da in der Brucker Innenstadt hauptsächlich hausgemachter Verkehr stattfinde. Mit harten Bandagen wurde damals gekämpft, Bilder von Demos auf der Münchner Straße erinnerten an die emotionale Debatte. Diese habe zu einer grundsätzlichen Konfrontation zwischen dem Verkehrsforum und Alt-OB Sepp Kellerer (CSU) beigetragen, sagte Brückner.

Geradezu paradiesisch waren für das Verkehrsforum dagegen die Verhältnisse unter Ex-OB Klaus Pleil (BBV), dem bekennenden Radlfreund, der für die Große Kreisstadt von Kopenhagener Verhältnissen träumte und dem man deswegen immer noch ein wenig hinterhertrauert. Das würde sehr breite Radwege abseits der Straßen bedeuten, erklärte die parteilose Stadträtin und Forums-Mitglied Alexa Zierl, die die dänische Hauptstadt schon besucht hat und Bilder zeigte.

Das Verkehrsforum ist seit seiner Gründung ein wenig in die Rolle des ewigen Kämpfers für die Eindämmung des motorisierten Individualverkehrs hineingewachsen. Bei manchen Kommunalpolitikern sind die Mitglieder des Gremiums deswegen wohl eher als autofeindliche Fundamentalisten verschrien. Als „dauerhaft unbequem“ sei man schon mal betitelt worden, sagte Brückner. Doch das Attribut ist seiner Meinung nach nicht negativ auszulegen: Man müsse den Finger eben immer wieder in die Wunde legen. Und gewissermaßen hat das Verkehrsforum viele Entwicklungen mit vorangetrieben.

Wenn der ÖPNV-Verantwortliche des Landratsamtes, Herrmann Seifert, bei der Jubiläumsfeier berichten konnte, wie in Zukunft Car-Sharing und Radl-Leihsysteme an Mobilitäts-Knotenpunkten entstehen sollen, dann ist das auch ein Ergebnis der immer wieder antreibenden und fordernden Haltung von Brückners Mitstreitern. Beispiel Radlwege: Vor 25 Jahren war die Situation in Bruck sehr ausbaufähig, heutzutage sei ein solcher entlang der B 2 selbstverständlich, sagte Brückner.

In die Höhle des Löwen hatte sich OB Erich Raff (CSU) begeben, der selbst immer wieder mit dem Verkehrsforum über Kreuz liegt. Er würdigte das jahrzehntelange Engagement: „Engagierte Bürger leisten gute Arbeit zum Wohle der Stadt – das wird selbstverständlich wertgeschätzt.“ Letztlich würde man trotz Meinungsverschiedenheiten ja immer dasselbe wollen, das Beste für die Bürger der Stadt. (Fabian Dilger)

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