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Früher: Der Weiher im Waldfriedhof musste laut Verwaltung wegen Sicherheitsbedenken zugeschüttet werden.

Gefahr für Besucher 

Der verschwundene Friedhofs-Teich

Bis vor einem Jahr gab es im Waldfriedhof ein kleines Biotop mit Fischen, einer Holzbrücke und Sitzbänken. Doch aus Sicherheitsgründen musste der kleine Weiher zugeschüttet werden.

Fürstenfeldbruck – Heinz-Walter Hoetter war Vorarbeiter auf dem Waldfriedhof. Er kümmerte sich mit großer Kreativität um die Anlage und ihre Erschließung. Der gelernte Schlosser, der ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen kommt, blieb auch nach Feierabend oft auf dem Friedhof, um die ein oder andere Sache fertigzustellen. Sein größtes Freizeit-Projekt war der Weiher. Vor 15 Jahren begann er damit, das Biotop auf einer ungenutzten Fläche anzulegen. „Ich hatte mir gedacht, man könnte aus dem Bereich doch etwas machen, wo sich die Menschen ausruhen und innehalten können“, erzählt der 68-Jährige.

Das Biotop im Waldfriedhof ist in zwei Jahren harter Arbeit entstanden

Heute steht nur noch ein Brunnen an der Stelle, wo bis vor einem Jahr noch der Teich war.

Jahrelang hat er geschuftet und den Ruheort gepflegt. Nun ist Hoetter in Rente. Um den Teich hat sich niemand mehr gekümmert. Er musste zugeschüttet werden. Die Friedhofsverwaltung sah darin eine Gefahr für Besucher. „Die Holzbrücke und die Geländer waren durch die Feuchtigkeit schnell morsch geworden und das war ein zu großes Sicherheitsrisiko für die Besucher“, erklärt Detlef Kollmannsberger, der aktuelle Verwalter. Außerdem sei die Pflege des Biotops sehr zeitaufwendig gewesen.

Hoetter gleichwohl blickt voller Wehmut auf die zugeschüttete Fläche. Er fragte damals bei dem damaligen Friedhofsverwalter Thomas Herbrich nach, ob er den Teich anlegen darf. „Er gab mir das Okay, doch ich durfte es nur nach meiner regulären Arbeitszeit machen und die Materialien musste ich selbst zusammensuchen.“ Glücklicherweise hatte Hoetter viele Freunde, Bekannte und Kollegen, die ihm bei seinem Projekt halfen. „Ich habe teilweise bis 22 Uhr gearbeitet. Bis das letzte Sonnenlicht den Platz noch erreichte“, sagt er. Sogar der damalige Bürgermeister Sepp Kellerer unterstützte den kreativen Vorarbeiter mit einer Teichplane im Wert von etwa 10 000 Mark.

Nach zwei Jahren harter Arbeit war schließlich ein Biotop entstanden, in dem Fische, Frösche und andere Tiere ein Zuhause fanden. Es gab auch eine kleine Holzbrücke die über den Teich führte. „Ich habe später noch einen Brunnen mit einer Pumpe dazu gebaut, damit das Wasser zwischen Teich und Brunnen zirkulieren konnte. So war es auch möglich, seine Gießkannen für die Grabpflege dort aufzufüllen“, erzählt der Rentner. Viele Besucher bedankten sich bei Hoetter für seine Arbeit und suchten den Ort gerne auf.

Die aufwendige Pflege war nicht der einzige Grund für die Beseitigung

Als es dann für den Brucker auf die Rente zuging, wurde ihm bereits gesagt, dass der Teich wohl nicht mehr erhalten bleibt, wenn er einmal nicht mehr da ist. Hoetter vermutet, dass es dem neuen Friedhofsverwaltungsteam zu viel Aufwand war, den Weiher so zu erhalten. In der Tat gibt der aktuelle Verwalter Detlev Kollmannsberger zu: „Die Pflege des Biotops hat viel Zeit in Anspruch genommen, aber das war nicht der einzige Grund, warum wir es zugeschüttet haben.“ Vor allem sollen Sicherheitsbedenken wegen der morschen Holzbrücke zur Beseitigung des Teichs geführt haben. Außerdem soll das abgeschlossene Biotop auf Grund der fehlenden externen Wasserzufuhr regelmäßig gekippt sein. Fische starben und ein übler Geruch legte sich über den Weiher. „Wir hatten auch Probleme mit Randalierern, die dort Party machten und ihren Müll einfach in den Weiher geschmissen haben“, sagt Kollmannsberger.

Seit letztem Jahr befindet sich auf der Fläche nur noch ein kleiner Brunnen. Heinz-Walter Hoetter ist sehr traurig, dass sein Ruheort verschwunden ist. Doch Kollmannsberger hat schon Pläne für eine neue Nutzung des Bereichs. Es soll ein Rhododendronhain entstehen.

von Tom Eldersch

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