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Vertragsverlängerung: Nach der SCF-Rettung bleibt Skepsis

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Von: Stefan Reich

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OB Erich Raffeinigte sich mit dem SCF

Die Zukunft des SCF scheint vorerst gesichert, nachdem Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) am Dienstag die Vereinbarung zum Unterhalt des Sportzentrums verlängert hat. Beschäftigen dürfte der SCF die Stadt aber noch länger.

Fürstenfeldbruck – Zwar wird im Stadtrat allgemein begrüßt, dass der Verein dank der Vereinbarung nun wohl endlich Fördergelder vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) erhält. Schließlich soll er mit dem Geld einen Vorschuss der Stadt zum Bau des Kunstrasenplatzes zurückzahlen.

Die Form der jetzt weiter fließenden Zuwendungen an den Verein gefällt im Stadtrat aber nicht jedem. Manches Ratsmitglied würde sie gerne auf den Prüfstand stellen.

SPD-Sprecher Philipp Heimerl sagte auf Tagblatt-Anfrage, die Verlängerung jetzt sei sinnvoll gewesen, man sei aber mit Blick auf die Zukunft skeptisch. „Die gegenseitigen öffentlichen Vorwürfe waren keine Zutaten, die das Vertrauen gefördert haben.“

Klaus Wollenberg (FDP) kritisierte, den Stadträten läge keine ausreichende Information über die Verwendung der Mittel vor. Der Brucker CSU-Fraktionsvorsitzende Andreas Lohde sagte, er fühle sich grundsätzlich ausreichend informiert. Es sei aber vorstellbar, neue Richtlinien zur Sportförderung zu erarbeiten, die gleichzeitig Entbürokratisierung und Transparenz schaffen. Der Verein selbst brauche eine Runderneuerung. Das sei zwar nicht direkt Sache der Stadt. Die habe aber, auch mit Blick auf die Jugendarbeit, finanziell Verantwortung gezeigt.

Der SCF bekommt seit fast 20 Jahren Geld für den Unterhalt des Sportzentrums, das der Stadt gehört. Die Summe lag in den letzten Jahren bei 97 000 Euro. „Der Verein bekommt zu Jahresbeginn einen niedrigen vierstelligen Betrag, damit er arbeiten kann“, erklärte Raff. Das restliche Geld fließe nach dem Erstattungsprinzip. Wenn der Verein Ausgaben für den Unterhalt habe, müsse er diese bei der Stadt melden. Die 97 000 Euro seien ein Höchstbetrag. Der wurde zuletzt aber voll ausgeschöpft.

Bis zu einem Betrag von 30 000 Euro jährlich darf der SCF der Stadt laut Raff in diesem Rahmen auch Arbeitsleistungen in Rechnung stellen, für die gar keine Kosten anfallen, weil die Leistung ehrenamtlich durch Mitglieder erbracht wird. Mit dieser Summe kann der Verein dann Schulden tilgen.

Die gesamte Zuschussvereinbarung hat Raff zunächst gekündigt und sie nun verlängert, nachdem der Verein nach langem Drängen seine aktuelle Mitgliederzahl genannt hat. Man habe davon ausgehen müssen, dass die sich verändert habe, nachdem klar war, dass der Verein insolvenzgefährdet sei. Es sei nun vertraglich verabredet, dass die Vereinbarung gekündigt oder angepasst werden könne, sollten Mitglieder oder Mannschaften im Spielbetrieb drastisch weniger werden, so Raff. Der derzeitige Stand liege bei 14 Mannschaften und 328 Vereinsmitgliedern.

Die Verlängerung um sechs Jahre war die letzte Formalität, die der BLSV erfüllt sehen wollte. Jetzt sollen zunächst 100 000 Euro Zuschuss an den Verein und von dort in die Stadtkasse wandern. Einen Restbetrag von 25 000 Euro behält der BLSV laut Raff ein, bis auch die geplante Flutlichtanlage gebaut ist.

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