Das Rathausdach ist derzeit oben ohne: Beim jüngsten Sturm wurden die Fahnen abgehängt.

In Fürstenfeldbruck

Vier Flaggen für das Rathausdach

Fürstenfeldbruck will Flagge zeigen. Zusätzlich zur bayerischen und der Stadtflagge sollen sich künftig auch die deutsche sowie die Europafahne auf dem Rathausdach im Wind wiegen. Weht der allerdings zu stark, ist ganz schnell Schluss mit Flagge zeigen.

Fürstenfeldbruck – Europa, das ist für Jonathan Grundmann die Zukunft. Doch der junge Brucker weiß auch: Großes hat seinen Ursprung oft im Kleinen. Oder anders formuliert: Die europäische Vernetzung und Integration beginnt auf kommunaler Ebene. Deshalb hat der Schüler, der Mitglied im Stadtjugendrat ist, vor einem Jahr den Antrag gestellt, die Europafahne auf dem Dach des Rathauses zu hissen. Jetzt hat sich der Kultur- und Werkausschuss mit dem Thema befasst – und dem Rathaus, wie in einem weiteren Antrag gefordert, noch eine vierte Fahne spendiert: Künftig sollen Stadt-, Bayern-, Deutschland- und Europaflagge auf dem Dach wehen.

Doch wie beim Projekt Europa hängt das große Ganze von Detailfragen ab. In diesem Fall von der Statik. Die Stadt hat die bestehenden Flaggenmasten, die Ausstiegsstelle am Dach sowie die Geländer von Experten untersuchen lassen. Das Ergebnis: Der Rost hat sich durch die zu Beginn der 1990er-Jahre installierte Anlage gefressen. Sie muss erneuert werden.

Aber auch dann wird die Stadt nicht immer Flagge zeigen können. Denn laut Verwaltung empfehlen die Hersteller von Fahnenmasten, die Flaggen ab Windstärke 8 (75 Stundenkilometer) abzunehmen. Bei welchen Witterungsbedingungen genau die Fahnen eingeholt werden, müsse noch festgelegt werden. Fest steht: Es muss während der regulären Arbeitszeit erfolgen. Ist also für das Wochenende ein Sturm prognostiziert, müssten die Flaggen bereits am Freitag abgenommen werden – Samstag und Sonntag wäre das Rathaus dann unbeflaggt.

„Wir haben nicht bedacht, dass es so kompliziert ist“, sagte der Referent für Partnerstädte, Karl Danke (BBV). Er hatte den Antrag der Jugendlichen unterstützt. Die vier Flaggen auf dem Rathaus hätten eine große Wirkung. Danke schlug zudem vor, auch die Fahnen der Partnerstädte zu hissen, wenn deren Vertreter an die Amper kämen.

Als Befürworter der Vier-Flaggen-Lösung präsentierte sich auch Markus Droth (CSU). Europa sei noch zu wenig in den Köpfen der Menschen, sagte der Christsoziale. Die Signalwirkung der Sternen-Flagge hob SPD-Fraktionschef Philipp Heimerl hervor. Er sprach sich jedoch für die von der Verwaltung als Alternative vorgeschlagene Lösung mit Stadt-, Staats- und Europafahne aus. „Vier Masten nebeneinander sind zu wuchtig.“

Mit 13:2 Stimmen nahm der Kultur- und Werkausschuss am Ende die Variante mit vier Flaggenmasten an. Fix ist die aber noch nicht: Ende April entscheidet der Stadtrat über die endgültige Lösung. (tog)

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