Neue App

Virtueller Reiseführer durch die Stadt Fürstenfeldbruck mit Videos

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Fürstenfeldbruck hat einen neuen, mobilen Reiseführer. Sqribe heißt das Programm, das mittlerweile Filme zu 30 Städten anbietet. Über eine Website oder eine Handy-App erfahren Nutzer mehr über die Klosterkirche, das Hotel Post, aber auch über Bräuche wie das Luzienhäuserlschwimmen.

Fürstenfeldbruck – Das Prinzip ist immer das gleiche: Über eine Landkarte können die Nutzer Städte und Sehenswürdigkeiten oder interessante Stätten auswählen. Nimmt man etwa das Alte Rathaus, erscheint zunächst ein Text. Der Nutzer kann genauso ein Video anklicken, in dem der selbe Text vorgelesen wird – untermalt von aktuellen Aufnahmen, historischen Gemälden und – falls vorhanden – authentischen Dokumenten. „Ich versuche, auch Anekdoten einzubauen“, sagt Konrad Weinstock-Adorno, der die Website und App namens Sqribe erfunden hat. So erfährt man beim Beitrag über Matthias Schäffler auch von der bekannten Wagenrad-Wette, von der auch ein altes Wandgemälde am Marktplatz erzählt.

Angebote der Tourismus-Branche oft unzureichend

Auf die Idee kam Weinstock-Adorno, der viele Jahre in der Reiseführer-Verlagsbranche gearbeitet hat, nach eigenen Erlebnissen. „Was die Tourismusbehörden anbieten, ist oft unzureichend“, sagt der 69-Jährige, der in Pliening lebt. Oft hätten die Büros am Wochenende zu, so dass die Touristen gar nicht an Pläne und Informationen kommen. Also begann er, eine Datenbank mit dem Namen Sqribe2go zu befüllen. Erster Auftraggeber war vor vier Jahren die Stadt Ulm, inzwischen hat er 30 Städte – darunter München, Augsburg, Landsberg und Regensburg – in seinem Portfolio.

Innovative Wege in Zeiten der Digitalisierung

Fürstenfeldbruck sei nicht die erste Destination gewesen, über die er schreiben wollte, gibt Weinstock-Adorno zu. Doch vor einem Jahr kam Stadtarchivar Gerhard Neumeier auf ihn zu. „In Zeiten der Digitalisierung muss man innovative Wege beschreiten, ohne dass die inhaltliche Qualität leidet“, sagt Neumeier. „Junge Leute erreicht man über neue Medien am Schnellsten und Nachhaltigsten.“ Daher stehe das Stadtarchiv hinter dieser Art der Geschichtsvermittlung. Neumeier hat die von Weinstock-Adorno verfassten Texte Korrektur gelesen. „Alle Texte sind geprüft“, betont der Sqribe-Erfinder.

Auch für die Schule geeignet

Mit seinem Führer will er Touristen, aber auch Einheimische ansprechen, die sich für die Geschichte ihrer Heimat interessieren. Auch für den Schulunterricht seien die im Schnitt drei Minuten langen Filme geeignet, glaubt Weinstock-Adorno. Er glaubt an das Prinzip „Du siehst, was du hörst“. So könne man vorab die Filme am Hotspot herunterladen, beim Rundgang abspielen und sich treiben lassen. Links auf Wikipedia oder Websites von Museen ergänzen das Angebot. Zudem kann man sich, wenn man in einer Stadt ankommt, auch nahe gelegene interessante Flecken auf der Karte anzeigen lassen.

App ist kostenlos

Das Angebot der mobilen Website und der Handy-App ist kostenlos – für den Nutzer aber auch für die Stadt. Die Kosten trägt Weinstock-Adorno, er arbeitet meist im Auftrag einer Kommune oder eines Schreibers. Um das Projekt langfristig zu finanzieren, denkt er darüber nach, auch Freizeitangebote wie Museen, Wildparks oder Badeseen in seine Datenbank mit aufzunehmen – gegen Bezahlung.

Wichtig war dem 69-Jährigen, eine einheitliche Plattform für viele interessante Orte anzubieten. Derzeit sind 1008 Videos – rund 50 Stunden Filmmaterial – hinterlegt. Das Angebot wird ständig erweitert. In den nächsten zwei Jahren will er ganz Süddeutschland abdecken. Auch Schloss Kaltenberg und die Erzabtei St. Ottilien sind in der Datenbank enthalten. Weitere Sehenswürdigkeiten aus dem Landkreis sind laut Weinstock vorerst nicht geplant. Es sei schwierig, an Informationen zu kommen. Würde jedoch ein ambitionierter Dorfschreiber mit Texten zu ihm kommen, könne man das selbstverständlich aufnehmen.

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