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Fast perfekte Volksfestbilanz in Bruck - Organisatoren sehr zufrieden

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Von: Peter Loder, Helga Zagermann

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Gaudi am Brucker Volksfest.
Gaudi am Brucker Volksfest. © Weber

40.000 ausgeschenkte Maß Bier, 8000 verspeiste halbe Hendl – die Bilanz des Brucker Volksfests dürfte den Veranstaltern der anstehenden Volksfeste Mut machen.

Fürstenfeldbruck – Alle Organisatoren waren mit dem Verlauf mehr als zufrieden. Die Erwartungen seien sogar übertroffen worden. Festwirt Jochen Mörz sagt: „Der Umsatz war wesentlich höher als 2019.“ Am späten Sonntagabend spielte Brucks Blaskapelle ein letztes „Prosit der Gemütlichkeit“.

Musikauswahl und Lautstärke in Kritik

Nur einen Volksfest-Tag hat OB Erich Raff geschwänzt, sonst war er stets vor Ort und und fühlt sich deshalb für eine Analyse bestens informiert: „Meine Bilanz fällt nur positiv aus.“ Trotzdem gebe es bei der Nachbesprechung und den Planungen für die Neuauflage 2023 genug zu thematisieren. Etwa die Gestaltung des Musikprogramms, nachdem es teilweise massive Kritik an der Lautstärke gegeben hatte. Der OB bevorzugt übrigens bei der Bierzelt-Beschallung Gassenhauer im Stil von „Atemlos“, obwohl „ich wahrlich kein Helene-Fischer-Fan bin. Aber Mitsingen muss man können.“ Womit Raff im Trend liegt, denn die von Partybands beherrschten Wochenend-Abende brachten die größten Umsätze.

Bierabsatz wie in Zeiten vor Corona

Anerkennung fand beim Rathauschef die „sportliche Leistung“ der Bedienungen im Bierzelt, wo der Festwirt mit dem von der Corona-Krise ausgelösten Personalmangel zu kämpfen hatte. Die breite Masse der Besucher habe längere Wartezeiten aber „relativ relaxt“ in Kauf genommen und sich auch ohne Murren in die Schlange an der Selbstbedienungs-Theke eingereiht.

Kaltenbergs Brauerei-Vertriebsleiter Richard Sturm sagt: „Wir sind sehr zufrieden. Der Bierabsatz war wie in den Vor-Corona-Zeiten. Man hat gemerkt, dass die Leute wieder feiern wollen.“ Weshalb sich auch Raff und Volksfestreferent Markus Droth bestätigt fühlen: „Es war keine einfache Entscheidung, während der Pandemie eine derartige Großveranstaltung durchzuführen. Aber es war eine absolut richtige.“

Und dabei blieb alles im friedlichen Rahmen. Zumindest musste Günter Wildmoser nur selten seine Muskeln spielen lassen. Der 60-Jährige ist seit zwei Jahrzehnten als Security in den Bierzelten unterwegs. In Bruck war er Einsatzleiter einer 16-köpfigen Crew, die für ein Sicherheitsunternehmen aus Altomünster Dienst schob. „Ein paar Möchtegern-Starke gibt’s immer, aber wir hatten alles im Griff.“

Polizeibilanz: Eine Prügelei zum Schluss

Die Brucker Polizei zieht ebenfalls eine positive Bilanz des Volksfests. Gravierende Vorfälle hielten sich in Grenzen. Insgesamt kam es zu sechs Körperverletzungs- und sieben Diebstahlsdelikten auf dem Gelände. So wurde versucht, Bierkrüge zu stehlen. Und ein Betrunkener stürzte von seinem Fahrrad – direkt vor den Streifenwagen. Er hatte 1,64 Promille, bleib jedoch unverletzt.

Als in der Freinacht Polizisten bei einer Schlägerei zwischen zwei Gruppen einschreiten wollten, wurden sie attackiert. Gegen einen Täter wird nun wegen Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Beschädigt wurden im Laufe des Fests der Stand eines Schaustellers sowie zwei am Rande des Geländes geparkte Autos. Gesamtfazit der Polizei: Es ging insgesamt recht ruhig zu.

Hunderte Zuschauer am Freitagabend

Ebenfalls meist ruhig verliefen die Abende in der mobilen Sanitätsstation. Dort hatte BRK-Koordinator Michael Schaefer insgesamt 66 Rettungskräfte in 15 Schichten mit jeweils fünfköpfiger Besetzung eingeteilt. Rund 70 kleinere Verletzungen und Wunden mussten versorgt werden, in 20 Fällen waren Kreislaufbehandlungen notwendig. „Eine ganz normale Bilanz“, so Schaefer. „Das ist nichts im Vergleich zu anderen Volksfesten.“

Spitzenwerte gab es zum Schluss: Eine Wasser-Lasershow lockte Hunderte Schaulustige auf den Volksfestplatz. Das Spektakel war erstmals Ersatz für ein Feuerwerk. „Gigantisch“, würdigte Raff das Lichtspektakel und kündigte an: „Das machen wir nächstes Jahr wieder.“

Auch für Organisationsleiter Daniel Brando war es eine Premiere. Für den neuen Veranstaltungs-Chef im Rathaus lief mit dem Volksfest-Ende die sechsmonatige Probezeit ab. Sein Fazit: „Kleinigkeiten müssen noch optimiert werden. Ansonsten gab es nur positives Feedback.“ Brando ist wie Festwirt Mörz, dessen Vertrag 2023 neu verhandelt werden muss, zuversichtlich, dass es auf dem Volksfest im nächsten Jahr in dieser Besetzung weitergeht. Fest steht aber schon jetzt: So günstige Bier- und Hendlpreise wie heuer (je 9,80 Euro) wird’s dann nicht mehr geben.

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