Festwirt Jochen Mörz organisierte das „Volksfest to go“.
+
Festwirt Jochen Mörz organisierte das „Volksfest to go“.

Fürstenfeldbruck

Volksfest steht auf der Kippe

  • Ingrid Zeilinger
    VonIngrid Zeilinger
    schließen

Am heutigen Donnerstag treten in Bayern die neuen Corona-Bestimmungen in Kraft. Bei deren Verkündung fiel eine Aussage von Ministerpräsident Markus Söder, die auch in Fürstenfeldbruck für Überraschung sorgte.

Fürstenfeldbruck - Denn Söder sagte, Volksfeste sind weiterhin verboten. Und genau ein solches soll Ende Oktober in der Großen Kreisstadt corona-konform gefeiert werden. Eigentlich.

„Ich habe das mit Schrecken gelesen“, sagt OB Erich Raff auf Tagblatt-Nachfrage. „Wir müssen jetzt erst einmal klären, was das bedeutet.“ So ganz kann der Rathauschef die Aussage nicht nachvollziehen. Schließlich werde jetzt vieles gelockert. Und auch in Dachau, München und Kaufering habe es volksfestähnliche Veranstaltungen gegeben.

Bereits im Frühjahr hatte die Stadt entschieden, das Volksfest pandemiebedingt in die letzte Oktober-Woche zu verschieben. Dass es keine Festwoche wird, wie sie alle kennen, war den Verantwortlichen bewusst. Doch man wollte einen teils überdachten Biergarten aufbauen. Dazu sollten einige Schausteller kommen.

Raff will nun die genauen Erklärungen der Regeln abwarten. Man könne statt 2500 auch nur 1700 Besucher in das Zelt lassen, so Raff. „Wir haben uns schon ein paar Gedanken gemacht.“ Festwirt Jochen Mörz sieht gar nicht schwarz. Für ihn ist es eher eine Definitionssache. „Wir machen kein Volksfest, sondern einen teils überdachten Biergarten mit ein paar Schaustellern“, sagt Mörz „Das hat mehrfach bereits in Bayern stattgefunden.“ Es werde kein Fußboden verlegt, der Charakter sei zeltähnlich. Auch ein Fest mit 3G-Regel sei kein Problem, man könne auch eine Teststation integrieren. „Da sollte auch der Herr Söder nichts dagegen haben.“ Ansonsten wäre es eine Diskriminierung, so Mörz. „Man kann nicht überall anders öffnen, aber hier geht es nicht.“

Auch Fest-Referent Markus Droth (FW) wurde von der Ankündigung überrascht. Man müsse in den nächsten Tagen sehen, wie diese Aussage gemeint sei. In der kommenden Woche soll es das nächste Gespräch zum Volksfest geben.

Leonhardifahrt soll stattfinden

In die geplante Festwoche fällt auch die Leonhardifahrt am 30. Oktober. Auch hier läuft die Planung weiter. Bei den Teilnehmern sieht Erich Raff keine Probleme, was die Hygiene-Vorschriften angeht. Die Frage sei eher, wie man die Regelung für die Zuschauer in den Seitenstraßen gestalte. Entweder es muss auch hier 3G gelten, oder die Besucher müssten eine Maske tragen. Beide Varianten sind vorstellbar, denn der Traditionsritt soll heuer auf jeden Fall stattfinden, betont der OB. „Es wäre schade, wenn die Leonhardifahrt wieder ausfallen müsste.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare