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Das Volksfest in Olching

Olching, Mammendorf, Maisach, Fürstenfeldbruck und Puchheim

Die Volksfeste in der Region Fürstenfeldbruck

Fahrgeschäfte, Standl, Bierzelte und vieles mehr locken die Menschen auf Volksfeste. Im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es gleich fünf davon. Den Reigen eröffnet jedes Jahr das Puchheimer Fest, es folgen Fürstenfeldbruck, Olching, Mammendorf und Maisach. Die größten sind die Volksfeste in Fürstenfeldbruck und Olching. 

Fürstenfeldbruck - Grundsätzlich haben es die kleineren Volksfeste im Bannkreis von München schwer. Das übermächtige Oktoberfest ist der Publikumsmagnet Nummer eins für die Fans von Maßn, Steckerlfisch, Achterbahnen und Co. Doch die Feste im Landkreis Fürstenfeldbruck versuchen mit viel Ideenreichtum, ein Programm aufzustellen, das die Bürger trotzdem lockt – mit mehr oder weniger Erfolg. 

Fürstenfeldbruck hat vor einigen Jahren das Frühlings und das Volksfest zusammengelegt, um ein attraktiveres Angebot präsentieren zu können. Maisach versucht seit drei Jahren das Volksfest aufzupeppen, damit wieder mehr Besucher kommen. Denn ein Ort mit eigener Brauerei ohne Volksfest scheint undenkbar. Die Stadt Germering hat vor einigen Jahren aufgegeben, ihr Volksfest beleben zu wollen – und satt dessen eine Alternative geschaffen. Unter diesen schwierigen Vorzeichen ist der Stadt Puchheim das umgekehrte Kunststück gelungen. Sie hat ihr bereits eingestelltes Volksfest wieder auferstehen lassen. 

Das Olchinger Volksfest

Olchinger Bürgermeister Andreas Magg

Das diesjährige Olchinger Volksfest begann am Freitag, 25. Mai. Es dauert bis Sonntag, 3. Juni. Adresse Toni-März-Straße. Wichtig für die Besucher: Die Maß Festbier kostet heuer 8,10 Euro. „Der Bierpreis bleibt auch dieses Jahr wieder günstig“, erklärt die Stadtverwaltung. Die Familie Widmann aus Freising bewirtet auch heuer wieder die Gäste mit Getränken und bayerischen Schmankerln. Mit im Boot ist auch wieder die Olchinger Braumanufaktur. Um herauszufinden, was die Besucher sich fürs Olchinger Volksfest wünschen hat die Stadtverwaltung 2017 eine große Befragung durchgeführt. 156 Besucher füllten Fragebogen aus, 88 stammen aus Olching. 

Die meisten kamen mehrmals – in der Regel mit Familie oder Freunden. Der Großteil der Volksfestgänger war zwischen 36 und 45 Jahren alt. Knapp ein Drittel reiste mit dem eigenen Auto an. Die meisten Befragten sind mit dem Olchinger Volksfest sehr zufrieden. Einige wünschten sich mehr Bayerisches. Die Volksfest-Veranstalter sind auch auf Wünsche der Bürger eingegangen. Die haben unter anderem besseren Sonnenschutz für die heißen Tag angemahnt. In den Biergärten wurden zusätzliche Schirme aufgestellt. Ein dringender Verbesserungsvorschlag insbesondere der weiblichen Gäste war ein weiterer WC-Container, auch dem wurde stattgegeben.

 Laut Stadtverwaltung hat die  Befragung aber insgesamt ergeben, dass die Gäste sehr zufrieden mit dem Angebot auf dem Volksfest sind. Ein Höhepunkt des Olchinger Volksfestes 2018 stieg bereits am Tag vor dem Anzapfen: Kabarettist Wolfgang Krebs trat im Bierzelt auf. Motorsportfans fiebern dem Internationalen Speedwayrennen an Fronleichnahm mit Lokalmatador Martin Smolinksi entgegen, das am Donnerstag, 31. Mai, 14 Uhr, in der Nähe des Festplatz startet. Im Bierzelt ist dann von 11 bis 14 Uhr Frühschoppen mit der „Forum2 Bigband München, 18 Uhr spielen die „Stiefl ziacha“.

 Am Renntag herrscht jedes Jahr besonders viel Betrieb auf dem Volksfest. Wer es leiser mag, geht zum Boxen im Festzelt. Am Sonntag, 3. Juni, tritt ab 10.30 Uhr im Festzelt der BC Piccolo FFB gegen BC Weissenburg an. Und wer selbst Action erleben will, probiert dieses Fahrgeschäft aus: G-Force the Ride. Es stellt mit einem Schaukelwinkel von bis zu 120 Grad eine Besonderheit in Olching dar, versprechen die Organisatoren. Da dürfte dem Adrenalinschub nichts mehr im Wege stehen. Der Volksfestplatz in Olching gilt als besonders schön, weil er – obwohl relativ zentral gelegen – von viel Grün umgeben ist. 

Die Lage nahe der Amper hat aber auch Nachteile. Schon zweimal musste das Volksfest wegen Hochwassers ausfallen: einmal 1965 und einmal 1999. 2015 wurde der Festplatz saniert. Danach hatte sich die Stadtverwaltung mit einem Folgeproblem herumzuschlagen. Bei der Sanierung war asbestverseuchter Bauschutt zutage getreten. Der lagerte monatelang in großen Haufen auf dem Platz - abgedeckt mit weißen Planen. Als 2017 gab es ein anderes Problem: Die örtlichen Kutscher boykottierten den Volksfesteinzug. Sie waren sauer, weil es im Jahr davor Zoff mit Sicherheitskräften gegeben hatte. Angeblich hatten die Kutscher Absperrungen durchbrochen. Tatsächlich hatten sie nicht gewartet, bis der ganze Umzug vorbei war, um dann ihre Wagen vom Gelände zu fahren. 2017 wurde im Bierzelt in Olching auch das erste Mal im Doppelpack angezapft. Neben den Gerstensaft aus der Brauerei Maisach, der traditionell auf dem Volksfest ausgeschenkt wird, gab es erstmals Weißbier von der Olchinger Braumanufaktur. 

Das Volksfest in Fürstenfeldbruck

Das Volksfest in Fürstenfeldbruck startet jedes Jahr am letzten Aprilwochenende auf dem Volksfestplatz an der Julie-Mayr-Straße, nahe dem Gelände der Brauerei Kaltenberg. Nach dem Wetterpech der vergangenen Jahre meinte es Wettergott Petrus heuer besonders gut mit Besuchern, Wirten und Schaustellern. Nach zehn Tagen waren auch die Organisatoren hoch zufrieden. „Das Volksfest ist wieder positiv in den Köpfen“, sagt Fest-Referent Markus Droth (CSU). Das hätten auch Gespräche mit den Besuchern gezeigt. Volksfest-Organisator Andreas Habersetzer spricht von 50 000 bis 60 000 Besuchern. „Wir liegen im Bereich des vergangenen Jahres“, sagt auch Festwirt Jochen Mörz. Gab es 2017 einige sehr starke Tage, war das Zelt 2018 immer gleich gut besucht.

Brucks OB Raff beim Anzapfen

 Kritik hatte der Wirt in den sozialen Medien geerntet: Besucher beschwerten sich, dass sie lange auf ihre Getränke warten mussten. „Das wird von ein paar Leuten hochgespielt“, sagt Mörz. Überwiegend habe es gut funktioniert. Und wenn am Auftaktabend 1500 bis 2000 Mann einziehen, könne es schon mal einen Stau geben. Auch Fest-Referent Droth sieht das nicht so eng. Sicher gebe es immer wieder Personal, das noch Nachhilfe benötige. Doch es habe gut geklappt.

Weniger gut besucht war hingegen das Zirkuszelt. Nach dem Fürstenfeldbrucker Volksfestkonzept soll es Raum bieten für kleinere Veranstaltungen, etwa von Vereinen, Während etwa das Improtheater und auch der Abend der Fursty Razorbacks mit de bekannten Brucker Band Reload gut angenommen wurden, war das Zelt an anderen Tagen fast leer. „Da haben wir Handlungsbedarf“, sagt Droth dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt. Man sei auf die Vereine angewiesen, die dort etwas gestalten wollen. „Das Zirkuszelt ist ein Mitmachzelt.“ Auch Habersetzer kündigt in der Heimatzeitung an, weiter daran zu tüfteln. „Es ist unser Markenzeichen.“ Auch im großen Bierzelt soll sich etwas ändern. „Wir wollen das Musikprogramm am einen oder anderen Tag ändern“, sagt Festwirt Mörz. Mehr hin zur Tradition, heißt die Devise. Denn das Stelldichein der Blaskapellen mit Goaßlschnalzern sei gut angekommen.

 Die Bilanz der Fürstenfeldbucker Polizei fällt 2018 ebenfalls positiv aus. „Wir haben seit Jahren kein so ruhiges Volksfest mehr gehabt“, sagt Vize-Inspektionsleiter Michael Fischer. Es zahle sich aus, dass man das Sicherheitskonzept überarbeitet habe. Auch die Security habe gut gearbeitet. Die Zahl der Anzeigen lag laut Fischer im einstelligen Bereich. 

Das Fest in Puchheim

Puchheims Bürgermeister Norbert J. Seidl

Bereits am 13. April begann 2018 das Volksfest Puchheim auf dem Platz an der Bürgermeister-Ertl-Straße. Mit zweieinhalb Schlägen zapfte Bürgermeister Norbert J. Seidl das erste Fass an. Einer der Höhepunkte war das viel beklatschte Feuerwerk am Ende des Festes. Doch vorher brachten Bürgermeister Norbert Seidl und andere Fans der Veranstaltung an der Bürgermeister-Ertl-Straße einen zehntägigen Volksfest-Marathon hinter sich. „Es ist schon ein Kraftakt für alle Seiten“, sagte der Rathauschef dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt. Im Bierzelt hatte zum Beispiel der Kabarettist Simon Pearce mit seinem Programm „Pea(r)ce on earth“ sozusagen ein Heimspiel. „Ich freue mich schon vor so vielen alten Bekannten aufzutreten“, erklärte Pearce. Er ist in Puchheim aufgewachsen und lebt inzwischen in München. Mit seinem altem Musiklehrer machte er ein Selfie

Von organisatorischer Seite sei alles gut gelaufen, so Bürgermeister Seidl. Nur das Experiment mit dem Tanzabend am Mittwoch sei nicht gut angenommen worden. „Wir probieren aus und es ist in Ordnung, wenn etwas nicht so klappt“, meint der Bürgermeister. Rundum zufrieden mit dem Umsatz in Puchheim war Festwirt Jochen Mörz. Es sei etwas mehr Bier getrunken worden als 2018. Mörz schätzt, dass es insgesamt 260 Hektoliter waren – und das, obwohl die Maß mit 8,60 Euro um zehn Cent teurer war als 2017. Die Besucherzahl schätzt Mörz auf um die 20000. Geholfen hat hier sicherlich das relativ milde Frühlingswetter. Eines wird den Gastronom zudem freuen: Seine Sicherheitsleute am Eingangsbereich des Zeltes erhalten ein großes Lob von der Polizei. „Die haben sehr überlegt und sehr freundlich gehandelt“, berichtet Karlheinz Pangerl, Leiter der zuständigen Gröbenzeller Inspektion.

 Auf dem Volksfestplatz selber habe es keine Gewaltdelikte gegeben, so Inspektionsleiter Pangerl. Allerdings hätte sich die Zahl der Maßkrugdiebstähle verdreifacht. Pangerl stellte fest, dass das Publikum gerade am Wochenende sehr jung war. Und im Umfeld Richtung S-Bahnhof hätte es Raufereien und Sachbeschädigungen gegeben. Die Polizei sei allerdings sehr präsent gewesen und habe die Lage zu jeder Zeit im Griff gehabt. Auf dem Puchheimer Volksfest gab es ein Kinderkarussell, einen Autoscooter und vieles mehr. Am Familientag war eine Spielecke eingerichtet und eine Schnitzeljagd wurde organisiert. Überhaupt war das Programm umfänglich. Vom Gaudi-Stockschießen über ein Golfturnier reichten die Angebote. Auch die Politik kam nicht zu kurz Im Bierzelt sprach SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen. Auch die Kandidaten für die Landtagswahl aus dem Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost stellten sich in einer Podiumsdiskussion vor. 

Seit 2017 gibt es vom Puchheimer Volksfest sogar einen eigenen Film. Er dauert 25 Minuten und schlägt die Brücke von den Anfängen in den 1960er Jahren bis heute. Gedreht hat den Streifen die Germeringer Filmemacherin Vera Greif. Verarbeitet wurden auch Ausschnitte von Super-8-Streifen, die im Rathausarchiv aufgestöbert wurden.

 In der jüngeren Geschichte des Puchheimer Volksfestes gibt es eine Pause. 2008 führte Festwirt Schöninger nach Abschluss des Volksfestes aus, dass er ein Defizit erzielt habe und aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr willens und in der Lage sei, das Puchheimer Volksfest 2009 fortzuführen. Der Besuch des Volksfestes sei in den letzten Jahren rückläufig gewesen. Auch die Paulaner Brauerei zeigte sich nicht mehr an einer Fortführung interessiert. Nachdem weitere Verhandlungen der Gemeinde mit allen Beteiligten ergebnislos verliefen stand fest, dass 2009 Puchheimer Volksfest stattfinden würde. Der Puchheimer Vereinsverband, der es organisiert hatte, beschloss am 28. Oktober 2009 seine Auflösung. Erst 2013 wurde am Volksfestplatz nach vier Jahren Auszeit wieder angezapft. 

Als Veranstalter fungierte diesmal die Stadt Puchheim. Neuer Festwirt war Jochen Mörz. Und es gab ein neues Konzept. Neben traditionellen Vergnügungen und Genüssen erwarteten auch Gesprächs- und Diskussionsforen die großen und kleinen Besucher. Das Generalprobe verlief erfolgreich. Puchheim hat seither wieder ein Volksfest.

Das Fest in Mammendorf

Impression vom Volksfest 2016 in Mammendorf

 Der Beginn des Volksfest Mammendorf war 2018 ursprünglich auf den 4. Mai terminiert. Weil die Festwirtsfamilie Mörz mit der Übernahme des Brucker Brauhauses zu beschäftigt war, einigte man sich mit der Gemeinde Mammendorf allerdings auf einen späteren Start. Dafür gibt‘s nun ein Dankeschön vom Wirt. Auf der Festwiese am östlichen Ortseingang an der B 2 (offizielle Adresse Ahornstraße 6) geht es nun vom 15. bis zum 24. Juni rund. Im Rahmen des Volksfestes wird auch in diesem Jahr das Bulldog-Oldtimer-Treffen organisiert (24. Juni). Der König Ludwig Weißbier-Fanclub hat am 24. Juni im Festzelt seinen Frühschoppen. 2017 Jahr fand das Volksfest Mammendorf im Mai statt. Das Bier kostete 8,30 Euro. Auch auf diesem relativ beschaulichen Volksfest werden seit einigen Jahren Sicherheitsleute eingesetzt. Besuchermagnet war 2017 neben dem traditionellen Bulldoggtreffen der E-Mobilitätstag. 

In der Zeit des Mammendorfer Volksfestes nutzen auch immer viele Vereine das Bierzelt für ihr Veranstaltungen. 2016 etwa feierte der König-Ludwig-Weißbier-Fanclub-Mammendorf sein zehnjähriges Bestehen dort. Irgendwie naheliegend. Denn die Idee zu dem Verein entstand 2006 am Biertisch auf dem Volksfest. Bierprinz Luitpold aus Kaltenberg kam zum Zehnjährigen höchstpersönlich.  Er trägt die Mitgliedsnummer 1 des Clubs. Der Prinz spendierte jedem der Clubmitglieder eine Mass.   

Maisach

Den Schlusspunkt im Reigen der Volksfeste im Landkreis Fürstenfeldbruck setzt jedes Jahr die Maisacher Festwoche am Rudi-Haimerl-Weg. 2018 beginnt sie am 24. August. Sie dauert bis 2. September. Festzelt, Fahrgeschäfte und Standln werden am Volksfestplatz der Gemeinde (Nahe Ortsausgang Richtung Gernlinden) aufgebaut. Das Bier wird in der Nachbarschaft gebraut: In der Brauerei Maisach. 2017 wurde der Umbau des Volksfestplatzes fertig. Es gibt nur befestigte Parkplätze, die Zufahrt für Autos wurde so geregelt, dass der Rudi-Haimler-Weg nur noch Radlern und Fußgängern vorbehalten ist. Und noch eine wichtige Neuerung gab es im vergangenen Jahr: ein aufgepepptes Programm. Denn auch die Maisacher Festwoche muss um Besucher kämpfen. 20 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr hatte 2016 der Festwirt beklagt. 2017 legte sich deshalb auch Brauereichef Michael Schweinberger mächtig ins Zeug. Er holte die bekannte Band LaBrassBanda ins Festzelt, ein Bierturnier wurde angeboten - und vieles mehr. Nach wie vor nicht wegzudenken ist bei der Maisacher Festwoche die Schaf- und Kleintierschau am zweiten Wochenende. Das Resultat aller Bemühungen: 2017 konnte der Abwärtstrend zumindest gestoppt werden. Es wurden die selben Umsätze erzielt wie im Jahr davor. Bürgermeister Hans Seidl sagte bei der Vorstellung, er hoffe dass es 2018 aufwärts gehe, weil der Termin eine Woche später sei und man die Urlaubszeit nicht unterschätzen dürfe. Ein echtes Highlight erlebte die Maisacher Festwoche 2014, als die BR-Radltour dort Station machte. 5000 Besucher kamen damals zum Open-Air-Konzert.

In Germering, der größten Stadt des Landkreises Fürstenfeldbruck, gibt es kein Volksfest mehr. Es wurde kurzerhand abgeschafft. Es fand über 50 Jahre lang jeden Sommer auf dem Volksfestplatz im Stadtteil Unterpfaffenhofen statt – bis zum Jahr 2014. Danach war Schluss. Wegen des Neubaus des Kindergartens Kleiner Muck am Volksfestplatz wurde 2015 das Volksfest erstmals gestrichen. Diese Pause hat die Stadt genutzt, um generell über eine Neugestaltung nachzudenken. Denn von der Bevölkerung wurde das Volksfest schon länger nicht mehr angenommen. Festwirt und Schausteller klagten seit Jahren über Besucherschwund. 

Eine Online-Umfrage der Stadtverwaltung ergab die Tendenz, künftig nur noch einen Art Bürgerfest durchzuführen. Eine Arbeitsgruppe unter Führung von Festreferent Hans-Jochim Lutz legte nach mehreren Gesprächsrunden und unter Einbeziehung der Vereine ein Konzept vor, wie es weitergehen sollte.

 Die Fürstenfeldbrucker Lösung mit zwei Zelten und unterschiedlichem Unterhaltungsprogramm schied in Germering schon aus Platzgründen aus. Statt dessen wurde ein Bürgerfest installiert. Es steigt seither jedes Jahr vor der Stadthalle und dauert drei Tage. Premiere dieser Veranstaltung war im Juni 2016 beim 25. Jahrestag der Stadterhebung. Einen Großteil der Organisation und des Programms übernehmen örtliche Vereine und Einrichtungen. Im ersten Jahr sind auf der Bühne vor der Stadthalle unter anderem Tanzgruppen der Volkshochschule, die Stadtkapelle, das Sinfonische Blasorchester, und die Showtanzgruppe fun unlimited aufgerteten. 

Die Türkisch-Islamische Gesellschaft bot Spezialitäten und Tee an, das Rote Kreuz backte Waffeln, die Wasserwacht grillte. Das Bürgerfest wird von der Bevölkerung seither stark frequentiert. 

Die Schafkopfturniere der Heimatzeitung

Von den Volksfesten in Fürstenfeldbruck, Olching, Puchheim, Mammendorf und Maisach nicht wegzudenken, sind die Schafkopfturniere des Fürstenfeldbrucker Tagblatts. An einem Sonntagvormittag werden dabei im Bierzelt viele wertvolle Preise ausgekartelt. Doch vielen Teilnehmern geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern um den Spaß beim Spielen und darum, ihr Können mit anderen Kartlern zu messen. Das Schafkopfturnier in Olching war am 27. Mai.

Nicht wegzudenken sind von den Volksfesten die Auftritte von bekannten Politikern. Bei einer süffigen Maß und einer deftigen Brotzeit, hören ja bekanntlich viele markige Politikersprüche besonders gern. Im Fürstenfeldbrucker Bierzelt sprachen schon Bundeskanzlerin Merkel, der ehemalige Kanzler Kohl, Grünen-Promi Joschka Fischer, Karl Theodor zu Guttenberg (vor seinem Sturz) und viele mehr. 2018 kam Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger an die Amper und CSU-Generalsekretär Marcus Blume. SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen sprach in Puchheim.

Obwohl es kulinarisch auf Volksfesten eher deftig und traditionell zugeht, versuchen die Wirte auch, dem Zeitgeschmack Rechnung zu tragen. So wurden bereits Versuche unternommen in dem Bierzelten in Puchheim und Fürstenfeldbruck Kreis Fürstenfeldbruck vegane Gerichte anzubieten. Zum Verkaufsschlager wurden diese bisher nicht. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen kein Fleisch mehr Essen, gehörte veganes aber einfach auf den Speisezettel  neben Hendl, Schweinshaxe und Leberkäs, finden die Wirte. 

Und wie ist das mit dem Freibier?

nach den Finanzkrisen sind die Kommunen vorsichtig geworden mit dem spendieren. Vielerorts wurde neu geregelt, wer auf den Volksfesten im Landkreis Fürstenfeldbruck noch Freibier oder Hendlmarken bekommt.  Häufig werden die Senioren mit Gutscheinen bedacht. Aber auch hier gibt es große Unterschiede von Gemeinde zu Gemeinde. In Mammendorf werden Bürger ab 62Jahren damit bedacht, In Olching liegt die Obergrenze bei 65, in Puchheim bei 67, in Fürstenfeldbruck gar bei 75 Jahren. Trotzdem steigt die zahl der Berechtigten immer weiter. 2018 waren es 4130 Senioren. „Die Stadt wird größer und älter“, sagt dazu Andreas Habersetzer, der in der Kreisstadt für das Volksfest zuständig ist. In Maisach hat man die Altersgrenze deshalb auf 70 Jahre heraufgesetzt.

Fürstenfeldbrucker mischen auf dem Münchner Oktoberfest mit

Die fünf eigenen Volksfeste im Landkreis Fürstenfeldbruck halten die Menschen aus der Region aber nicht ab, auch aktiv beim Münchner Oktoberfest mitzumischen. So lagern Bauteile und Einrichtung von drei der größten Bierzelte für die Wiesn das Jahr über im Landkreis Fürstenfeldbruck . Auch beim Trachten und Schützenzug am 1. Wiesn-Sonntag sind traditionelle Vereine und Musikkapellen aus der Region dabei. Öfter mit von der Partie. Nicht wegzudenken aus dem Zug sind seit vielen Jahren Franz Göttler und seine edlen Kutschpferde. Sie ziehen die Ehrenkutsche des Münchner Oberbürgermeisters  oder des Ministerpräsidenten.

 Für den Emmeringer Göttler war es deshalb auch keine Frage, ob er anspannen sollte oder nicht, als im Sommer 2016 die Terrorangst rund um das Oktoberfest umging. „Ich habe keine Angst vor dem Terror“, sagte Göttler dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt und spannte an. Seiner Meinung waren auch der Fanfahrenzug Gernlinden und die Blaskapelle Maisach. 2015 schaffte es auch der Allinger Donald Ganslmeier mit seinem Motodrom auf das Oktoberfest - und zwar auf die Oide Wiesn. Ein solches Engagement sei zwar Stress pur, aber auch ein Pfund im Lebenslauf einer Firma, mit dem man wuchern könne, meinte Ganslmeier damals.

Nadine Wimmer aus Emmering war das Tz Wiesn-Madl 2017

Natürlich wäre die Wiesn nichts ohne das schöne Geschlecht. Die tz kürt deshalb jedes Jahr ein Wiens-Madl. Bereist zweimal konnten junge Frauen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck diesen Wettbewerb für sich entscheiden. 2016 gewann Giuliana Di Muro aus Gröbenzell,  2017 Nadine Wimmer aus Emmering. Nur einer hat es nie aufs Oktoberfest geschafft: Bierprinz Luitpold mit seiner Fürstenfeldbrucker Brauerei Kaltenberg. Nicht einmal mit einem Marsch nach München konnte er sich ein eigenes Festzelt auf der Theresienwiese erkämpfen. Zum Jubiläum 500 Jahre Reinheitsgebot drehte der Prinz den Spieß dann einfach um: Er lud die bayrischen Vereine zum Bierfest ins Schloß Kaltenberg bei Geltendorf ein.

 (Sabine Kuhn)

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