Ein vhs-Kurs im Seminarraum, auf dem Tisch liegen vhs-Flyer
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Die Brucker Volkshochschule braucht einen neuen Chef.

Fürstenfeldbruck

Volkshochschule bleibt vorerst eine GmbH

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Nach dem Abschied der Geschäftsführerin bleibt die Volkshochschule vorerst eine gemeinnützige GmbH. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits. Parallel prüft man, ob es bessere Optionen gibt. Bis Jahresende soll die Entscheidung fallen.

Fürstenfeldbruck – Einst war die Volkshochschule ein Verein. Doch als kein Vorstand mehr gefunden wurde, gründete man im Dezember 2008 eine gemeinnützige GmbH. Über diese Rechtsform herrscht schon länger Unzufriedenheit. Denn als gGmbH fallen Kosten an – etwa für den Jahresabschluss. Solange die Kurse liefen und die Besucher kamen, fiel das nicht so auf. Doch mit der Corona-Pandemie rutschte auch die VHS in die Krise – denn die Einnahmen blieben aus. Unter anderem Finanzreferent Klaus Wollenberg nahm das zum Anlass, über den Sinn der fGmbH laut nachzudenken.

Organisation wie gehabt

Als Geschäftsführerin Silvia Reinschmiedt zum 1. Juli die Kündigung einreichte, schien die Gelegenheit gekommen, etwas zu ändern. Doch die Zeit war zu kurz, wie OB Erich Raff auf Nachfrage erklärte. „Wir hätten bis zum 31. August alles über die Bühne bringen müssen.“ Denn das Rechnungsjahr der VHS ist ans Schuljahr angepasst – sprich es beginnt am 1. September und nicht am 1. Januar. Die Rechtsform als gGmbH sei richtig, betont Raff. Sicher würden die Jahresabschlüsse Geld kosten. Doch bisher sei es immer gut gelaufen. „Und auch aktuell besteht kein finanzieller Handlungsbedarf.“ Also lasse man alles beim Alten. Die Suche nach einem neue Geschäftsführer laufe bereits.

Dennoch will der Rathauschef vom kommunalen Prüfungsverband andere Optionen bewerten lassen und bei Bedarf reagieren. Denn so könne man das Damoklesschwert einer drohenden Insolvenz langfristig abwenden. Klar ist: Ein Verein wird sie nicht mehr. Zu überlegen sei vielmehr, ob man die VHS als Sachgebiet in die Verwaltung eingliedere, oder zum städtischen Eigenbetrieb mache – analog zum Veranstaltungsforum Fürstenfeld.

Kritik an Rechtsform

Letztere Option würde Klaus Wollenberg favorisieren. „Dann behält sie ihre Eigenständigkeit.“ Dass vorerst alles beim Alten bleibt, ärgert den Finanzreferenten. Seine Befürchtung: „Das Thema wird auf die lange Bank geschoben und in einem Jahr ändere sich nichts. „Die Rechtsform ist von Anfang an falsch gewesen.“

Beim Förderverein Volkshochschule ist man hingegen erleichtert, dass vorerst die gGmbH bestehen bleibt. Die rund 650 Mitglieder unterstützten mit ihren Beiträgen und Sponsorengeldern verschiedene Projekte. „Für uns ist wichtig, dass es gut weitergeht“, sagt der Vorsitzende Georg Tscharke. Einen Eigenbetrieb könne man auch fördern, bei einem Sachgebiet wisse er nicht, ob es dann noch einen Förderverein brauche. Man werde abwarten, wie sich die Stadt entscheide, sagt Tscharke. „Die Diskussion hat die Mitarbeiter nur verschreckt, das hätte man auch anders machen können.“

Der neue Geschäftsführer wird bereits darauf vorbereitet, dass sich die Rechtsform und damit auch die Position des Geschäftsführers ändern könne, betont Raff. Die vertraglichen Grundlagen will man schaffen. Bis Jahresende will Raff eine Einschätzung vorliegen haben. Denn letztlich muss der Stadtrat entscheiden, wie es mit der VHS weitergeht – und das bis spätestens Frühjahr 2022.

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