Das Bach-Orchester mit Cellistin Amrei Bohn bestritt einen Teil der Matinee. Es trat abwechselnd mit dem Bach-Chor im Stadtsaal des Veranstaltungsforums auf.
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Das Bach-Orchester mit Cellistin Amrei Bohn bestritt einen Teil der Matinee. Es trat abwechselnd mit dem Bach-Chor im Stadtsaal des Veranstaltungsforums auf.

Bach-Chor und Orchester melden sich mit Matinee zurück

Volkslieder britisch interpretiert

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Die Brucker haben ihn schon sehr vermisst, ihren Bach-Chor mitsamt seinem Orchester. Das bewies ein unter Corona-Gesichtspunkten bestens gefüllter Stadtsaal, wo die Sänger und Musiker unter der Leitung von Gerd Guglhör erstmals eine Konzertmatinée gaben – einen musikalischen Brunch mit einer großen Portion englisches Frühstück. Zubereitet worden war es von Edward Elgar und Benjamin Britten, die zu den bekanntesten Komponisten der Insel zählen.

Fürstenfeldbruck – Elgar ließ sich für seinen Liederzyklus „From the Bavarian Highlands“ von bayerischer Volksmusik inspirieren. Die Lieder mit Titeln wie „On the Alm“ (Auf der Alm) und „Marksmen“ (Schützen) basieren auf sechs Gedichten, die seine Frau Alice während eines Urlaubs in Garmisch geschrieben hatte. Fünfmal in Folge verbrachte das Ehepaar die Sommer im Voralpenland, genoss die Natur und erlebte bayerisches Brauchtum inklusive Volksliedern und „Schnadahüpfern“, wie die hochgebildete, mehrsprachige Mrs. Elgar notierte.

Der Bach-Chor interpretierte die mehrstimmigen Lieder, vom Komponisten den Garmischer Pensionsleuten gewidmet, mit der Unbeschwertheit eines Sommertags und schwungvoll begleitet von Katharina Aulinger-Guglhör am Klavier. Viele der Sängerinnen und Sänger standen nicht in schwarzer Chorkleidung, sondern in Dirndl und Lederhosen auf der Bühne – ein buntes Bild, das gut zu der leichtfüßigen Musik passte.

Geplant worden war das Konzert noch zu einer Zeit strengerer Corona-Auflagen. Um die Anzahl der Personen auf der Bühne zu begrenzen, traten Chor und Orchester getrennt voneinander auf. Das brachte zusätzliche Abwechslung ins Programm, zumal die Orchesterwerke stilistisch weit voneinander entfernt waren.

Den Anfang machte das „Konzert für Violoncello und Streichorchester“ aus der Feder des Georgiers Vaja Azarashvili. Ausdrucksstark und facettenreich wie Filmmusik kommt das Werk daher, höchste Präzision erfordernd und höchste Ansprüche an das Solo-Cello stellend. Es wurde gespielt von der 19-jährigen Amrei Bohn, die ihr Instrument virtuos durch alle emotionalen Passagen und schnellen Tonfolgen steuerte und vom Publikum zurecht stürmisch gefeiert wurde.

Zum Abschluss erklang Benjamin Brittens „Simple Symphony“, an der außer dem Titel nichts simpel ist – und das, obwohl die Motive auf Kompositionen beruhen, die der Brite im Alter zwischen neun und zwölf Jahren zu Papier brachte. Mit einer locker-leichten Interpretation der vier Sätze setzte das Bach-Orchester der Matinée ein würdiges Ende und wurde mit begeistertem Applaus verabschiedet.

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