Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Chorleiter Andreas Obermayer dirigiert vom Klavier aus seine Sänger. Damit jeder vor den Sommerferien noch eine Probe besuchen kann, hat der Philharmonische Chor einen Plan erarbeitet. 

Fürstenfeldbruck

Voller Freude: Erster Chor wagt eine Probe

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Kleine Besetzung, Riesenfreude: Der Philharmonische Chor Fürstenfeld hat sich zur ersten Probe nach der Corona-Zwangspause getroffen. Nach Monaten der musikalischen Fernbeziehung wurde es ein Fest der Gemeinschaft – natürlich mit ausreichend Sicherheitsabstand.

FürstenfeldbruckChorleiter Andreas Obermayer ist der erste im Probenraum über der Kulturwerkstatt Haus 10 im Veranstaltungsforum. Unten an der Treppe heißt es, Hände desinfizieren. Oben rollt der Musikpädagoge den Flügel auf eine bereits markierte Position innerhalb eines mit Klebeband abgegrenzten Halbkreises. „Meine Coaching-Area“, kommentiert er lachend und schlägt ein paar Töne an. „Mal sehen, ob der Flügel noch geht.“ Ja, tut er.

Wenig später stürmt Vorstandsmitglied Rafael Hösel mit langen Schritten in den Raum. Die Stühle müssen aufgebaut werden. Die Markierungen am Boden sind dank der Vorarbeit des Bach-Chors schon da. Der hat den ganzen Raum vermessen. Damit die Plätze nicht nur so ungefähr richtig positioniert sind, sondern die zwei Meter Sicherheitsabstand nach allen Seiten eingehalten werden, klebt für jedes Stuhlbein eine eigene Markierung am Boden.

Das Singen ging allen ab

„Die ersten zwei, drei Wochen ging’s“, sagt Hösel rückblickend über seine Gemütsverfassung während der erzwungenen Probenabstinenz. Aber dann sei ihm das gemeinsame Singen „doch gewaltig abgegangen“. So ging es offensichtlich allen 32 Mitgliedern, die an diesem Abend dabei sind. Natürlich darf sich niemand umarmen, aber Kusshände fliegen durch den Raum, sobald jemand durch die Tür tritt. Der Mund-Nase-Schutz darf fallen, sobald man seinen Platz eingenommen hat. Es wird viel gelacht und lebhaft geplaudert. Später singen alle mit so viel Power, dass Obermayer schmunzelnd anmerken wird, man müsse nicht die fehlenden 50 Sänger kompensieren.

Ein Probenplan sorgt dafür, dass alle, die vor der Sommerpause noch singen wollen, es auch tun können. Einmal darf sogar die volle Besetzung zusammenkommen, erzählt die Vorsitzende Claudia Frisch. Das Veranstaltungsforum stelle den großen Brucker Chören an je einem Abend im Juli den Kleinen Saal günstig zur Verfügung. Dort ist genug Platz für alle.

Ein virtuelles Stück

Während der langen Durststrecke hat Andreas Obermayer mit den Sängern ein virtuelles Stück erarbeitet. Jeder nahm zu Hause seine Stimme selbst auf, der Chorleiter fügte alles digital zusammen. Schön und gut, aber kein wirklicher Ersatz. „Ich bin nicht der Sänger im stillen Kämmerlein“, sagt Sopranistin Christa Rath. Ihre Tochter Stefanie gehört auch zum Chor. Sie sei den ganzen Tag „hibbelig“ gewesen vor lauter Vorfreude, erzählt die 36-Jährige.

Einer der jüngsten in der Runde ist Raphael Weber, und zwar in doppelter Hinsicht. Er ist 20 Jahre alt und erst seit Weihnachten dabei – ein Neuzugang, der den Weg aus seinem Wohnort Erding nach Bruck auf sich nimmt, „weil ich von meiner Gesangslehrerin gehört hatte, dass das hier ein ganz cooler Chor ist“. Er hatte sich gerade als erster Bass etabliert, als die Pause kam. Weber gefällt die Vielfalt der Projekte beim Philharmonischen Chor.

Ein neues Projekt hat sich Obermayer in den letzten Monaten ausgedacht – die „Schlager der Woche“. Dabei handelt es sich um einfache Chorsätze für verschiedene Gelegenheiten. Die Noten bekamen die Sänger bereits während der Zwangspause zugeschickt, so dass jeder zu Hause üben konnte. Die Stücke will man zum Beispiel auf gemeinsamen Ausflügen singen. Oder wenn es etwas zu feiern gibt. Wann das sein wird, ist jetzt erstmal egal.

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