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Schauspieler, Regisseur und Clown: Siggi Terpoorten schlüpft in viele Rollen.

Theater

Vom Brucker Brettl auf die Bühnen der Welt - und jetzt zurück in die Heimat

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Er spielte im „Schuh des Manitu“, verkörperte böse Buben im „Tatort“, stand für Fernsehserien wie „4 gegen Z“, „Stadt, Land, Mord“ und „In aller Freundschaft“ vor der Kamera. Als Profischauspieler ist Sigi Terpoorten gut im Geschäft. Doch der Biburger, der mittlerweile in der Schweiz lebt, hat seine Wurzeln beim Brucker Brettl nicht vergessen.

Fürstenfeldbruck/BiburgErste Bühnenerfahrungen sammelte Sigi Terpoorten schon als Kind beim Brucker Brettl. Dorthin kehrte er jetzt zurück – als Regisseur. Er ist Spielleiter beim aktuellen Brettl-Stück „Koa Leich ohne Lily“. Er hat es ausgesucht, die Rollen besetzt, vom ersten Tag an die Proben geleitet. „Es war gar nicht so einfach, ein passendes Stück zu finden“, erzählt der 48-Jährige. In vielen Komödien seien die lustigen Rollen für männliche Darsteller reserviert, „während die Damen nur ihr Dekolleté zeigen dürfen“. Sowas nervt ihn. Dann stieß er auf die Krimikomödie über eine detektivische Putzfrau und wusste: „Das passt wie die Faust aufs Auge.“

Sigi Terpoorten liebt die Biburger Atmosphäre

Die Brettl-Leute kennt er alle gut, denn er kommt immer wieder zu Besuch in seinen Heimatort, liebt die Atmosphäre in der Biburger Brettl-Scheune und sitzt dort gern im Publikum. Die Idee, er könne selbst eine Produktion leiten, wurde zuerst nur scherzhaft geäußert. „Aber ich wollte das eigentlich schon immer machen“, gesteht Terpoorten. Und da er dieses Jahr Dreharbeiten in Bayern hatte, passte es auch terminlich.

Sigi Terpoorten und die Arbeit beim Brettl

Auch bei den Faschingsfreunden war Terpoorten in der Showgruppe aktiv (Foto aus dem Jahr 1989)

Die Arbeit mit Laiendarstellern – darunter sein Bruder Markus – hat dem Wahl-Züricher viel Spaß gemacht. „Sie diskutieren weniger und machen, was man sagt.“ Das Brettl-Ensemble gibt das Kompliment zurück. „Die Zusammenarbeit mit einem professionellen Schauspieler war eine ganz besondere Erfahrung“, schwärmt Pressesprecherin Lena Jakat. Der Schauspieler Terpoorten gibt unterdessen zu, dass er selbst sich als Regisseur nur schlecht ertragen könnte. „Ich unterbreche zu früh, statt die Leute einfach mal machen zu lassen. Und statt lange zu reden, spiele ich Dinge vor. Das mögen nicht alle.“

Auch in der Schweiz ist Terpoorten immer wieder als Spielleiter in Amateurtheatern tätig. Mit dem Unterschied, dass dort dank großzügigem Sponsoring richtig viel Geld zur Verfügung steht. Fürs Brettl arbeitete er unentgeltlich – ein Freundschaftsdienst für seine schauspielerische Wiege.

Sigi Terpoorten stand schon mit zwölf auf der Bühne

Schon mit zwölf Jahren stand der Biburger auf der Brettl-Bühne. Als 18-Jähriger schlüpfte er für eine Rolle im Kinderstück „Eine Woche voller Samstage“ in das Kostüm einer Putzfrau. Eine Saison lang verstärkte er die Showgruppe der Brucker Faschingsfreunde. An der Neuen Bühne Bruck spielte er ebenfalls, unter anderem Balu, den Bären, im „Dschungelbuch“.

Brettl-Urgestein Anneliese Nauderer sah schon damals voraus, dass Terpoorten es weit bringen würde mit seinem Talent. Doch er selbst kam zunächst nicht auf die Idee, eine Schauspielkarriere anzusteuern. „Ich dachte, ich werde Elektriker wie mein Vater“, erzählt der 48-Jährige. Wurde er auch. Doch nach der Ausbildung bei Siemens schlug ihm ein Regisseur vor, es doch mal an der Schauspielschule zu probieren.

Sigi Terpoorten und der Sommernachtstraum

Terpoorten bewarb sich an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg und wurde prompt genommen. Gleich nach dem Abschluss bekam er ein Engagement am Hamburger Schauspielhaus. Von da ging’s an Theater in Basel und Zürich, parallel entwickelte sich die Fernseh- und Kinoarbeit.

Seine Familie – Terpoorten ist seit 18 Jahren mit einer Schweizer Schauspielerin verheiratet und Vater von zwei Töchtern – hat in den letzten Monaten viel auf ihn verzichten müssen. Doch sein nächstes Projekt findet wieder in der Schweiz statt. Dort inszeniert er einen Klassiker unter den Komödien: Shakespeares „Sommernachtstraum“.

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