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Vom Jugendrat in den Stadtrat

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Von: Ingrid Zeilinger

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Seine Ernennungsurkunde erhielt Quirin Droth (l.) von Oberbürgermeister Erich Raff.
Seine Ernennungsurkunde erhielt Quirin Droth (l.) von Oberbürgermeister Erich Raff. © mm

Der Stadtrat bekommt ein neues Gesicht – und noch dazu ein ganz junges. Mit 20 Jahren übernimmt der bisherige Stadtjugendrat Quirin Droth den Sitz von Franz Neuhierl. In der Fraktion der Freien Wähler sitzt er nun gemeinsam mit seinem Vater Markus Droth.

Fürstenfeldbruck – Über den Vater kam Quririn Droth als Jugendlicher zur Politik. „Kommunale Politik wird in unserer Familie gelebt“, erzählt er. Am Tisch wird über viele Themen diskutiert, der Papa hole sich auch mal Rat und werde natürlich bei Projekten unterstützt. „Ich bin gar nicht drum rum gekommen“, sagt Droth und schiebt gleich hinterher: „Aber es macht mir auch wahnsinnig viel Spaß.“

Vor fünf Jahren wurde er in den Stadtjugendrat gewählt. Dort machte er sich vor allem für das Thema Sport und die Außenanlagen stark. Schließlich spielt er bei den TuS-Volleyballern in der Mannschaft und trainiert Jugendliche. Dass die Skateranlage hinter der Feuerwehr vergrößert werden soll, können er und seine Mitstreiter sich auf die Fahnen schreiben.

Zwei Jahre vor der Kommunalwahl 2019 trat Droth in CSU und Junge Union ein. Das Thema Wahl war da noch ganz weit weg. „Ich war ja im Stadtjugendrat und habe mich nicht damit auseinandergesetzt.“ Allerdings fiel ihm in dieser Zeit auf, dass einiges nicht so laufe, wie er es sich vorstelle – auf zwischenmenschlicher Ebene. Auch sein Vater war nicht mehr zufrieden in der CSU – gemeinsam zogen sie ihre Kandidatur für die Stadtratsliste zurück.

Es war „Zeit für einen Tapetenwechsel“, fasst es Quirin Droth zusammen. Bei den Freien Wählern fanden beide eine neue politische Heimat. Und Quirin verpasste nur um einen Platz den Einzug in den Stadtrat. Dass er von Platz sieben auf fünf vorgewählt wurde, habe ihn überrascht. „Ich habe gedacht, die Jungen gehen nicht wählen und die Bekannten werden gewählt.“ Nun hat Franz Neuhierl aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat niedergelegt und macht den Weg frei für die Jugend.

Einige Fraktionsvorsitzende hat Droth schon besucht. „Da merkt man erstmal, was das für ein Paragrafendschungel ist.“ Nun müsse er sich einarbeiten und viel lesen. Vor allem bei rechtlichen Fragen fehle ihm Wissen. Zwei bis drei Monate will er sich Zeit nehmen, dann aber auch seine Meinung vertreten. „Ich will nicht übersehen und überhört werden.“

Vor allem im Umwelt- und Verkehrsausschuss will sich der angehende Industriemechatroniker einbringen. „Der Innenstadtverkehr gefällt mir gar nicht.“ Zudem bleibe er Ansprechpartner für die Jugend. Den Jugendreferenten wolle er aber den Job nicht streitig machen.

Dass sein Vater als Sprecher in der gleichen Fraktion sitzt, sieht er nicht als Bürde. Man könne Dinge privat besprechen und bei Abstimmungen herrsche kein Familienzwang. „Ich freue mich darauf und mein Vater hat mich wissen lassen, dass er stolz auf mich ist.“  imu

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