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Das Areal des früheren Klosters Fürstenfeld.

Fürstenfeld

Vorsichtiges Herantasten: Kommt die Landesausstellung nach Bruck?

  • VonHans Kürzl
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Der Kultur- und Werkausschuss der Stadt steht einer Bewerbung für die Landesausstellung grundsätzlich positiv gegenüber.

Fürstenfeldbruck – Weil die Veranstaltungsorte bis 2025 bereits ausgewählt sind und die Planung zudem drei Jahre in Anspruch nimmt, käme Fürstenfeldbruck frühestens 2026 an die Reihe.

Im Ausschuss sollte lediglich ein erstes Stimmungsbild erkundet werden. Ein Beschluss wurde deswegen noch nicht gefasst. Dritte Bürgermeisterin Karin Geissler (Grüne) und Kulturreferent Klaus Wollenberg (FDP) sahen übereinstimmend „ein positives Herantasten an das Thema“.

Auch Norbert Leinweber, Leiter des Veranstaltungsforums, befand, dass die Stadt so eine Veranstaltung im Kreuz habe. „Wir haben schon infrastrukturelle Voraussetzungen“, sagte er und verwies auf die Parkplatzsituation, die etwa auch dem Andrang bei den Gartentage standhalte.

Ausstellung wäre eine Chance

Barbara Kink als neue stellvertretende Leiterin des Stadtmuseums verwies unter anderem auf die Chance, dass sich Stadt und Region ein halbes Jahr lang einem breiten Publikum gegenüber präsentieren könnten. Je nach Ausstellungsort und Motto der Landesausstellung sind Besucherzahlen zwischen 100 000 und rund 565 000 wie im Jahr 2011 in Herrenchiemsee mit dem Motto Ludwig II. möglich. Für Fürstenfeldbruck ergebe sich daraus ein wirtschaftlicher Mehrwert, so Kink. Die Organisatoren des Hauses der Bayerischen Geschichte (HdBG) würden auch aus touristischer Sicht die Planungen abwickeln.

Auf Nachfrage aus dem Gremium erläuterte Kink, dass eine Ausstellungsfläche von rund 1500 Quadratmeter notwendig sei. Da müsse auf dem Klosterareal aufgestockt werden. In diesem Zusammenhang wies Kulturreferent Wollenberg darauf hin, dass Gespräche mit der Polizeischule zu führen seien, inwieweit der eigentliche historische Teil des Klosters genutzt werden könne. „In diese Richtung kann man durchaus denken“, sagte Wollenberg und appellierte an die Ausschussmitglieder, man müsse bereit sein groß zu denken.

BBV-Stadtrat Klaus Quinten meinte, dass man während einer solchen Ausstellung andere bauliche Großbaustellen vermeiden solle. Er wies auf den Ideen- und Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung des Areals zwischen Aumühle und Lände hin.

Martin Kellerer (CSU) erwiderte, dass eine zeitliche Abstimmung nicht notwendig sei. Auf Nachfrage von Beate Hollenbach (CSU) wurde zudem erklärt, dass man in diesem Anfangsstadium, in dem man erst über eine mögliche Bewerbung berate, noch keine Kosten benennen könne.

Nächstes Jahr erste Besichtigung

Von Seiten des Stadtmuseums war im März dieses Jahres Kontakt mit Richard Loibl aufgenommen worden, dem Direktor des HdBG. Dieser steht laut Sitzungsvorlage der Idee einer Landesausstellung in Fürstenfeldbruck positiv gegenüber. Im Januar 2020 wird er zu einem ersten Besichtigungstermin kommen.

Die Landesausstellung fand 1976 zum ersten Mal statt und wird seit 1983 regelmäßig durchgeführt. Die Veranstaltungsorte werden nach dem Regionalproporz abwechselnd in den sieben Regierungsbezirken ausgewählt.

Laut Satzung des HdBG soll die Landessaustellung „die geschichtliche und kulturelle Vielfalt Bayerns allen Bevölkerungsschichten, vor allem der jungen Generation, in allen Landesteilen zugänglich gemacht werden“. Im Jahr 1988 gab es zwischen dem HdBG und der Stadt bereits einmal eine Kooperation. Damals ging es um die Ausstellung „In Tal und Einsamkeit“ in Fürstenfeld.

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