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Käfer landen auf der Klosterwiese

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Von: Andreas Daschner

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Vor der schönen Klosterkulisse versammelten sich wieder zahlreiche Autoliebhaber und ihre Schätze, um über die Oldtimer zu fachsimpeln (oben).
Vor der schönen Klosterkulisse versammelten sich wieder zahlreiche Autoliebhaber und ihre Schätze, um über die Oldtimer zu fachsimpeln. © Weber

Prächtige alte Karossen lockten auch heuer wieder zahlreiche Autoliebhaber zu den Fürstenfelder Oldtimertagen. Eine Automarke stand diesmal besonders im Mittelpunkt: der VW Käfer.

Fürstenfeldbruck – Das Kult-Auto feiert heuer seinen 80. Geburtstag. Der beliebte Volkswagen lief am 26. Mai 1938 erstmals in Fallersleben – heute ein Stadtteil von Wolfsburg – vom Band. Vor dem Zweiten Weltkrieg allerdings noch nicht in Serie, da das Volkswagenwerk noch nicht fertig war. Erst im Sommer 1945 wurde die Serienproduktion aufgenommen.

Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Mehr als 21,5 Millionen Fahrzeuge wurden verkauft. Der Käfer war damit das meistverkaufte Auto der Welt und wurde erst 2002 – ein Jahr bevor die Käfer-Produktion eingestellt wurde – vom VW Golf übertroffen.

Bei einer kleinen Sonderausstellung konnten sich die Besucher einen Querschnitt verschiedener Käfer-Modelle ansehen. Bei einem Fotowettbewerb wurde zudem das beste Käfer-Bild gesucht. Klar, dass das auch den einen oder anderen Fan des Volkswagen-Klassikers anlockte.

So reiste zum Beispiel Frank Kiefer aus Greifenberg mit seinem VW Käfer 1303 Cabrio an. Das 1979 gebaute Auto hat 50 PS und befindet sich seit 1994 in Kiefers Besitz. „Wir wollten einen Käfer haben, und meine Frau meinte, wir sollten uns ein Cabrio kaufen“, erzählt der Greifenberger, wie er zu seinem Oldie kam. Das Paar musste eine Weile suchen. „Der erste, den wir uns angesehen hatten, war Schrott.“ Doch dann fand er seinen Oldtimer. „Er hatte zuvor schon so viele Besitzer, dass schon der dritte Fahrzeugbrief existiert“, sagt Kiefer. Selbst bastelt er an seinem Oldtimer nicht mehr herum. „Dafür fehlt die Zeit.“

Dass der VW Käfer weltweit ein Liebhaber-Auto ist, zeigt das Beispiel von Andre Roque. Der Brasilianer ist derzeit für ein paar Tage beruflich in Regensburg und nutzte die Chance, die Autoschau in Bruck zu besuchen. „Ich habe selbst zwei Käfer in Brasilien“, erzählt er. Beide sind 36 Jahre alt. „Alte Autos sind einfach schön.“

Ludwig Dietenhauser lockte eher ein außergewöhnliches Motorenmodell in die Sonderausstellung als die alten VW Käfer. „Ich habe einen 1984er Porsche 911 mit einem Boxermotor“, berichtet der Schrobenhausener, der sich selbst als absoluten Oldtimer-Liebhaber bezeichnet. „Altes Blech ist immer schöner als neues“, sagt er. Beim Blick in den Motor sei ihm sofort aufgefallen, dass das kein Original-Käfer-Motor sei. Statt 34 bis 50 waren dort satte 200 PS unter der Haube.

Zwar produziert Volkswagen seit 1997 ein neues Auto nach dem Vorbild des Käfers. Doch für die Fans des alten Klassikers ist klar: Es kann nur einen geben. Roque gefällt das neue Modell zwar auch. „Ich bevorzuge aber die alten Käfer“, sagt der Brasilianer. Noch drastischer sieht das Kiefer, der klar sagt, was er von dem modernen Käfer-Nachfolger hält. Nämlich: „Nichts.“ Davon zeugt auch ein Aufkleber auf dem Heck seines Klassikers. Das Motiv zeigt eine Comicfigur, die gerade ein kleines Geschäft auf den Schriftzug „New Beetle“ verrichtet.

Das war letztes Jahr los.

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