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Gras wuchert auf dem Dach des ehemaligen Munition-Montage-Baus. Dort wurden alle Waffen für die Kampfbomber gelagert. Das Gebäude wurde inzwischen von verschiedenen Einheiten genutzt.

Am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck

Das Waffenlager des Jagdbomber-Geschwaders

Ein Waffenlager auf Fursty? Was heute fast undenkbar scheint, war in Zeiten des Kalten Krieges Realität. Das Waffenarsenal des Jagdbombergeschwaders lagerte im Munitions-Montage-Bau.

Fürstenfeldbruck – Einzig die weiß-grauen, quadratischen Farbflächen an der Längsseite stechen bei dem ansonsten unauffälligen, niedrigen Bauwerk hervor. Es steht unweit der südlichen Rollbahn, geduckt hinter Graswällen, und wird von der Dachbegrünung förmlich überwuchert. Wo heute ein Ladewagen und andere landwirtschaftliche Geräte unter dem Vordach untergebracht sind, lagerte zu Zeiten des Kalten Krieges das Herzstück jedes Jagdbombergeschwaders: das Waffenarsenal.

Die Bewaffnung des Alpha-Jet

Im Fall von Fursty sind das alle Waffen, mit denen der zweistrahlige, leichte Bomber Alpha Jet in der Einsatzrolle für die Bekämpfung von Bodenzielen ausgerüstet werden konnte: Dazu zählte die Bordkanone unter dem Rumpf vom Typ Mauser Kaliber 27 mm, ungelenkte Luft-Boden-Raketen und eine große Palette von Bomben. Bis zu 2,2 Tonnen Kampfmittel, befestigt an vier Außenstationen unter den Tragflächen, konnte ein Alpha Jet mitnehmen.

Nahe am Fursty-Flugfeld

Der Munitions-Montage-Bau wurde von Piloten nur zur praktischen Einweisung an den Bomben aufgesucht, um dann mit der Checkliste die einzelnen Sicherheitspunkte durchzugehen. „Die Waffen wurden von den Technikern der Waffenstaffel aus Sicherheitsgründen erst unmittelbar vor dem Losrollen zur Startbahn an das Flugzeug montiert“, berichtet Ex-Pilot Harald Meyer. Deswegen sei der Munitions-Montage-Bau auch eines der nächstgelegensten Gebäude zum Flugfeldbereich gewesen.

Übungsmunition

Der Transport zum Flugzeug erfolgte mittels Spezialanhängern, die von kleinen Lkw gezogen wurden. So flogen die Alpha Jet-Piloten auch mit scharfen Bomben und Raketen über Stadt und Landkreis Fürstenfeldbruck, etwa auf dem Weg zu den Truppenübungsplätzen Münsingen oder Grafenwöhr.

„Bei Flügen zu Luft-Boden-Schießplätzen, zum Beispiel in Siegenburg, haben wir keine Kriegsmunition dabei gehabt, sondern nur hellblau lackierte Übungsmunition“, erinnert sich Meyer. Damit plaudert er etwas aus, was zur damaligen Zeit natürlich geheim war. Die Bomben seien wesentlich kleiner gewesen, die Raketen und die Bordkanonenprojektile hatten die normale Größe. (mjk)

Die Serie

Alte Tower, Fliegerhorstkirche, Kilometerbau: Diese Orte auf dem Fliegerhorst kennen die meisten. Doch dort befinden sich viele weitere, kaum bekannte Gebäude, die im Kalten Krieg eine besondere Rolle gespielt haben. Harald Meyer von der Traditionsgemeinschaft Fursty stellt sie bei einem Spaziergang vor. Mit ehemaligen Kameraden betreibt er eine private Lehrgeschichtliche Sammlung auf Fursty und bietet Führungen an. Anfragen unter meyerffb@arcor.de.

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