+
Soweit das Auge reicht reihen sich Autos, um in den Wertstoffhof in Germering zu dürfen – und das ist nur eine von zwei Warteschlangen. 

Fürstenfeldbruck

Das Warte-Chaos vor den Wertstoffhöfen

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
    schließen

Die Wertstoffhöfe im Landkreis haben sich nach ihrer Wiedereröffnung zu regelrechten Publikumsmagneten entwickelt. Wegen der Corona-Abstandsregeln dürfen aber nur wenige Menschen gleichzeitig auf die Areale. Die Folge sind lange Staus und teils hitzige Diskussionen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) feilt daher an neuen Konzepten.

Fürstenfeldbruck – Das Ende der Schlange ist gar nicht mehr zu erkennen. Auto reiht sich an Auto an diesem Vormittag vor dem Wertstoffhof am Starnberger Weg in Germering. Einige Fahrer steigen aus, ratschen mit anderen oder betrachten kopfschüttelnd den Stau. Alle paar Minuten springen fast synchron die Motoren an und der Tross wälzt sich ein paar Meter weiter. Dann ist wieder warten angesagt – bis sich die Tore des Wertstoffhofes erneut öffnen und wieder ein paar Autos Einlass gewährt wird.

So geht das seit der Wiedereröffnung der Wertstoffhöfe am 7. April. AWB-Chefin Barbara Steinmetz kennt die Situation. Auch wenn sie ihr nicht gefällt – ändern kann sie daran wenig. „Wir sind an die Hygiene-Vorgaben gebunden“, sagt Steinmetz. Deshalb dürfen nur zehn bis 15 Autos gleichzeitig auf einen Wertstoffhof. Mehr sei nicht möglich.

Kunststoff-Sammelstelle sind Nadelöhre

Als Nadelöhre gelten die Kunststoff-Sammelstellen. In die überdachten Bereiche dürfen nur zwei Personen. Deshalb hat der AWB beispielsweise auf dem Wertstoffhof in Fürstenfeldbruck eine zweite solche Sammelstelle eingerichtet. „Dadurch erhöhen wir die Kapazität“, sagt Steinmetz. Damit die Leute möglichst schnell entsorgen können, appelliert die AWB-Leiterin, die Wertstoffe zu Hause vorzusortieren.

Die entrümpelten Keller und die Diskussionen

Es gibt aber noch ein weiteres Phänomen, dass zu den Staus beiträgt. Viele Menschen würden in der Corona-Krise ihren Keller oder Speicher entrümpeln – und dann zum Wertstoffhof rumpeln. Dort stehen sie meist vor vorübergehend verschlossenen Toren. Und dann gibt es immer wieder Diskussionen. Eine Frau mit einem Sack Gartenabfällen in ihrem Radl-Anhänger will partout nicht akzeptieren, dass sie nicht vor den anderen hinein darf. Und als sich um Punkt 12 Uhr die Tore für die Mittagspause schließen, platzt einigen in der noch immer langen Warteschlange der Kragen. „Das hättet ihr uns auch sagen können, dass wir nicht mehr dran kommen“, ruft ein Autofahrer.

Öffnungszeiten ändern?

Doch längere Öffnungszeiten für eine Entzerrung seien nicht umsetzbar, sagt Steinmetz. „Unser Personal ist begrenzt“, so die AWB-Chefin. Die Mitarbeiter würden schon jetzt Überstunden machen. Und noch ein Punkt spreche gegen längere Öffnungen: Die Container müssen an- und abtransportiert werden. Und das gehe aus Sicherheitsgründen nur, wenn die Wertstoffhöfe für die Bürger geschlossen sind.

Auch interessant: Das Geheimnis des Feuerteufels - ein Brucker Regio-Krimi

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Müll und zu viele Leute: Arbeitsgruppe soll Gedränge auf der Amper in den Griff kriegen
Müll und zu viele Leute: Arbeitsgruppe soll Gedränge auf der Amper in den Griff kriegen
Aus für Familienunternehmen: Corona gibt Feuerwerksfirma den Rest
Aus für Familienunternehmen: Corona gibt Feuerwerksfirma den Rest
Coronavirus in FFB: Kindergartengruppe geschlossen - außerdem müssen Grundschüler daheim bleiben
Coronavirus in FFB: Kindergartengruppe geschlossen - außerdem müssen Grundschüler daheim bleiben

Kommentare