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Ein Plüschhase der Gemeinde Mittelstetten.

Das Tagblatt fragt nach

Was verschenken die Bürgermeister?

Landkreis – Zinnteller und Bierkrüge – das war einmal. Wenn Bürgermeister sich heutzutage auf den Weg zu Festlichkeiten machen, haben sie viel originellere Geschenke dabei als früher.

Den Vogel schießt Mittelstettens Bürgermeister Andreas Spörl ab. Den Jubilaren seiner Gemeinde überreicht er neuerdings Ruhekissen mit eingesticktem Gemeindewappen. Das Präsent komme sehr gut an, erzählt der Rathauschef. Und alle Gemeindebürger, die in absehbarer Zeit ihren 80. Geburtstag feiern, können sich freuen. „Die nächsten Kissen sind schon bestellt.“

Viele Rathauschefs legen Wert auf den lokalen Bezug. Und wer – wie die Stadt Olching – das Glück hat, eine französische Partnerstadt in einem Weinanbaugebiet zu haben, dem bieten sich besonders gute Möglichkeiten. Seit 2015 verschenkt Olchings Stadtoberhaupt Andreas Magg Rotweine aus der französischen Partnergemeinde Feurs. Es gibt aber auch einen Olching-Sekt, der gern für Präsentkörbe genommen wird, zusammen mit CD-Aufnahmen von Konzerten im Kulturzentrum KOM, am Ort hergestellten Pralinen oder Olching-Tassen. Neu zugezogene Firmen erhalten zur Eröffnung eine Glas-Trophäe mit Stadt-Wappen und dem Slogan „Gemeinsam Stadt sein“. Insgesamt werde beim Thema Schenken „schon mehr Aufwand getrieben als früher“, sagt Rathaus-Sprecherin Julia Henderichs.

Germering legt Wert auf Fairtrade. Auch der Kuschelbär für den 40 000 Bürger ist zertifiziert.

Schöngeisings Bürgermeister Thomas Totzauer versucht, zu jedem Anlass individuell das richtige Präsent zu finden. Die Feuerwehr bekam ein Buch über Feuerwehrautos. Das Team des Senioren-Treffs, das sonst immer für andere in der Küche steht, lud der Rathauschef zum Essen ein. Zu Goldenen Hochzeiten verschenkt er gern „etwas Bleibendes“, zum Beispiel ein Rosenstöckchen zum Einpflanzen. Und da die Gemeinde immer bemüht ist, die lokale Wirtschaft zu unterstützen, gehören auch Gutscheine für den Dorfladen oder die örtliche Gärtnerei zu Totzauers Geschenke-Fundus.

Das Geschenk soll immer dem Anlass angemessen sein. Nach dieser Devise handelt man im Fürstenfeldbrucker Rathaus. Da die Kreisstadt Fairtrade-Stadt ist, werden gern fair gehandelte Produkte wie Schokolade oder Tee überreicht, oder auch Marmelade, Essig und Öl, Pasta oder Müsli. Wo’s passt, gibt es Geld- oder Sachgeschenke – zum Beispiel Schecks für Vereine oder Spielsachen für Kindertagesstätten. Und Jubilare, die ihren 100. Geburtstag feiern, erhalten ein persönliches Geschenk, das im Vorfeld mit der Familie abgestimmt wird.

Fairtrade-Stadt ist neuerdings auch Germering. Deshalb achtet OB Andreas Haas auf entsprechend zertifizierte Produkte, wenn er samt Präsentkorb Ehe- oder Geburtstagsjubilare besucht. Frisch gebackene Eltern bekommen von ihm eine „Gute-Nacht-CD“. Ein besonderer Gast im Rathaus war in diesem Jahr der 40 000ste Germeringer Bürger. Dem wenige Monate alten Florian vereherte der OB unter anderem einen Stoffteddy.

Adelshofens Bürgermeister Michael Raith gratuliert seinen Bürgern ab dem 75. Geburtstag persönlich. „Für die Frauenwelt“ hat er Windlichter, Blumenvasen oder Gebäckschalen dabei, für die Männer zum Beispiel eine in Glas eingegossene Uhr mit der Gravur der drei örtlichen Kirchen. Teure Glasstiche, verziert mit Darstellungen von Fuggerschloss, Kloster und der Luttenwanger Marienkirche, sind für ganz besondere Anlässe reserviert, etwa den Abschied der letzten Klosterschwestern im Herbst 2014.

Und wenn jemand nach dem 75., 80. und 90. Geburtstag sowie der Goldenen Hochzeit schon alles bekommen hat, was die Gemeinde so üblicherweise verschenkt, dann hat Bürgermeister Raith noch einen Joker in der Hinterhand. „Wer schon alles hat, bekommt einen Geschenkkorb von Brucker Land.“ Auch hier gibt es den lokalen Bezug – die Erzeugergemeinschaft hat in Adelshofen ihren Ursprung.

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